Schon einmal war die von 130 Mitunterzeichnern gestützte SP-Motion zum kostengünstigen Zugang zur Musikschule Thema im Gemeinderat. An der Sitzung vom Mittwoch wurde nun ein Gegenantrag von CVP und FDP behandelt. Markus Baumann vertrat als Erstunterzeichner der nochmals überarbeiteten SP-Motion die Gründe für diesen Volksauftrag. «Es geht darum, musikalische Bildung, die zu Kreativität und Integration beiträgt, vielen Kindern zu ermöglichen und damit Nachwuchs für Musikvereine zu sichern.»

Mit einem, in der Motion vorgeschlagenen Elternbeitrag von 120 Franken jährlich wäre dieser Unterricht dann auch für einkommensschwache Familien erschwinglich. Kuno Graber (FDP) hielt dem entgegen, dass dieser Vorschlag «zu gut gemeint» sei und damit die Kosten der Allgemeinheit überbürde.

SP-Motion abschiessen?

Nach der ersten Lesung der Motion Ende letzten Jahres hatten die beiden bürgerlichen Parteien CVP und FDP eine Motion zur «ganzheitlichen Evaluierung und Neugestaltung der Derendinger Musikschule» entwickelt. Berufen werden soll eine breit abgestützte Arbeitsgruppe, die Strukturen und Qualität überprüfen soll. Die an ihrer Motion beteiligten SP-Gemeinderatsmitglieder äusserten indes den Verdacht, dass dieser Vorschlag aus den Reihen von CVP und FDP lediglich aus dem Grund geschaffen wurde, um die Motion zur Vergünstigung des Musikschulunterrichts «abzuschiessen». Man stütze durchaus eine Überarbeitung von Angebot und Musikschulreglement, bestehe aber auf Tarifen, die Familien entlasten, so die SP-Motionäre.

Da die Mehrheitsverhältnisse im Rat klar sind, wurde die Motion der SP Derendingen für «nicht erheblich» erklärt. Mit 6 gegen 4 Stimmen bei einer Enthaltung wird die CVP/FDP-Motion bezüglich Konzept und Qualität der örtlichen Musikschule der Gemeindeversammlung als «erheblich» unterbreitet. Versöhnlich klang die abschliessende Aussage von Graber, der sich für die «wünschbare Kombination» beider Motionen aussprach.

Keine «Energiestadt» Derendingen

Das Label Energiestadt, für das die Gemeinde die Mehrheit der geforderten Bedingungen mit 43 Punkten bereits jetzt erfüllt, spaltete die Ratssicht. Während die SP mit ihren Sprechern Rolf Stettler und Markus Baumann diesen zusätzlich kleinen Effort, um das Zertifikat zu erlangen, als sinnvoll erachtete, damit die Verpflichtung zum schonenden Umgang mit den Ressourcen festgeschrieben wäre, sprachen sich CVP und FDP dagegen aus.

Der Aufwand für das als «Papiertiger» bezeichnete Label sei zu teuer, meinte Roger Siegenthaler (FDP), der sich in Derendingen für bedarfsgerechte und im kommunalen Sinn individuelle Investitionen und nicht für die Mitfinanzierung kantonaler Projekte stark machte. Die nötige Rezertifizierung alle vier Jahre werde zum lästigen «Muss». Mit 6 gegen 4 wird das Label Energiestadt nach intensiver Aussprache der Gemeindeversammlung am 14. März nicht zur Umsetzung empfohlen.

Belastetes Wasser vorbehandeln

Schon einmal verabschiedete der Gemeinderat die Revision des Kanalisationsreglements. Roger Spichiger, Leiter Bau und Planung, kommentierte kurz die in etlichen Bereichen «verschlankte» Neuauflage, die sich einer erst kürzlich veröffentlichten Überarbeitung des kantonalen Musterreglements anzupassen hatte. Neu enthalten ist die notwendige Vorbehandlung von belastetem Wasser vor der Einleitung ins Kanalsystem und die behördliche Überprüfung der Anschlüsse. 

Nach Vorarbeiten in Kommissionen vergab der Gemeinderat die Revision der Ortsplanung an zwei Planungsbüros mit einem Kostendach von 205'000 Franken. Zu den im Budget 2017 enthaltenen 100 000 Franken wurde ein Nachtragskredit über 105'000 Franken beschlossen. Die Arbeitsgruppe «Ortsplanungsrevision» wird in ihrer Zusammensetzung später bestellt und soll neben Fachleuten vor allem aus der Kommission für Gemeindeentwicklung bestehen.

60 neue Wohnungen

Nach mehreren Lesungen und Vorprüfungen ist das seit 2015 aufgegleiste Steinmattportal als Grossüberbauung an der Ecke Steinmatt-/Hauptstrasse mit allen Unterlagen zur Auflage bereit. Der Rat verabschiedete den Gestaltungsplan für dieses Dorfbild-prägende Planungswerk einstimmig, das rund 60 Wohnungen, die um einen Innenhof angeordnet sind, nach Derendingen bringen wird. Mögliche Einsprachen werden im Gemeinderat behandelt.
Keine grossen Wellen, sondern eher Erleichterung, verursachte die geplante Verlegung der Trafostation, die sich jetzt noch im Eingang unter dem Pausenpodest des Schulhauses Mitteldorf befindet. Verlegt werden soll sie in die Tiefgarage der Neubauten Derendingen-Mitte. An den Kosten von 956'400 Franken beteiligt sich die Gemeinde anteilig bei den Partnern EWD und AEK mit 244'000 Franken.

Nur einen Federstrich benötige die einstimmig befürwortete Vereinigung der Parzellen 620 mit 635 zugunsten des Neubaus für den Pavillon Kinder-Tagestrukturen KIDZ beim Steinmattschulhaus. Weil das gesamte Gelände der Einwohnergemeinde gehört, entfällt ein Eigentümerwechsel.