Lüsslingen-Nennigkofen

Massiv grössere Bauzone ist genehmigt, aber fast ohne Neueinzonung

Im Dorfteil Lüsslingen werden die bebauten Flächen der früheren Bauernhöfe an der Hauptstrasse von der Landwirtschafts- in die Bauzone umgezont.

Im Dorfteil Lüsslingen werden die bebauten Flächen der früheren Bauernhöfe an der Hauptstrasse von der Landwirtschafts- in die Bauzone umgezont.

Der Regierungsrat hat die Ortsplanungsrevision von Lüsslingen-Nennigkofen genehmigt. Entwicklungspotenzial hat die Gemeinde insbesondere im Ausbau nicht mehr als Landwirtschaftsbetriebe genutzter Bauernhäuser.

Die Gesamtrevision der Ortsplanung von Lüsslingen-Nennigkofen hat die Hürde beim Regierungsrat geschafft. Damit liegt erstmals eine Ortsplanung über die fusionierte Einwohnergemeinde vor.

Im Beschluss des Regierungsrates wird der langwierige Weg bis zur vorläufigen Vollendung der Planung nachgezeichnet. So verzögerten mehrere Einsprachen den Abschluss der Planung. Und in der Zwischenzeit musste auf Geheiss des Bundesrates der Siedlungsentwicklung nach innen mehr Gewicht gegeben werden. «Eine strengere Beurteilung der Ortsplanung Lüsslingen-Nennigkofen als noch zum Zeitpunkt der kantonalen Vorprüfung im Jahr 2016 ist angezeigt», wird im Beschluss festgehalten.

Die Einwohnergemeinde hat in ihrem räumlichen Leitbild festgehalten, dass die Bevölkerung von heute 1086 Personen bis ins Jahr 2035 auf 1150 bis 1270 anwachsen darf. Der Kanton prognostiziert für Lüsslingen-Nennigkofen bis ins Jahr 2035 rund 1210 Einwohner. Die Überprüfung der Grösse der Bauzone habe ergeben, so der Regierungsrat, dass Lüsslingen-Nennigkofen keinen zusätzlichen Bauzonenbedarf aufweist. Die aktuellen Bauzonenreserven würden für die prognostizierte Entwicklung und unter Berücksichtigung des vorhandenen Verdichtungspotenzials für die nächsten 15 Jahre ausreichen. Ein Nachverdichtungspotenzial sei gegeben durch die schlecht genutzten ehemaligen landwirtschaftlichen Bauten. Bei diesen überbauten Flächen handelt es sich um Spezialfälle ohne Kompensationspflicht. Alle diese bebauten Flächen werden von der Landwirtschaftszone in die Kernzone eingezont.

Die bestehenden Reservezonen werden ebenfalls alle aufgehoben. Es gibt somit in der Einwohnergemeinde keine Reservezonen mehr. Durch die Aufhebung der Reservezonen und eine zusätzliche Auszonung nimmt die Fruchtfolgefläche insgesamt um rund 2 Hektaren zu.

Gemeinderat wird den Beschluss noch diskutieren

Weitere wichtige Änderungen sind: Die bisherige eingeschossige Einfamilienhauszone wird in eine zweigeschossige Wohnzone überführt. Um die wichtigen Freiräume und Durchsichten sicherzustellen, ist in beiden Dorfteilen eine kommunale Hofstattzone vorgesehen. Die Kernzone wird an einigen Stellen mit einer überlagernden Baubeschränkung ergänzt. Die einzige vorgesehene Einzonung wird durch eine Auszonung andernorts kompensiert.

Bedauerlich sei der weitgehende Verzicht auf eine genauere Analyse vor allem in den Ortskernen als Grundlage für die Ortsplanung, schreibt der Regierungsrat weiter. Mit der Ortsplanungsrevision wird die Bauzone im Ergebnis um insgesamt 1,3 ha vergrössert. Die Einzonungen umfassen 1,7 ha, davon entfallen 1,4 ha auf heute bereits überbaute Gebiete. Die Auszonungen umfassen 0,4 ha.

Weil die Planung nicht rechtskräftig ist, will Susanne Rufer, Gemeindepräsidentin von Lüsslingen-Nennigkofen, auch keinen Kommentar zum Beschluss abgeben. «Wir werden den Regierungsratsbeschluss noch im Detail im kommenden Gemeinderat diskutieren.»

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