Nennigkofen

«Man kriegt hier alles, was man braucht»: Das «Rössli» wird ein Dorfladen

Rahel Nicolet (links) und Anke Schwarzer präsentieren erste Waren im noch nicht fertig eingerichteten Dorfladen.

Der Verein «Dorfleben», initiiert von Mitgliedern der Kirschblütengemeinschaft, will im Nennigkofer «Rössli» einen Dorftreff aufbauen.

Alles, was man im täglichen Leben braucht, direkt im Dorf kaufen können? Was für viele Nennigkofer jahrelang eine Wunschvorstellung war, wird ab Sonntag zur Realität. Am 11. August öffnet nämlich der Dorfladen Rössli seine Türen. Von Putz- und Waschmittel über Gummibärchen bis hin zu den verschiedensten Grundnahrungsmitteln wird es alles zu kaufen geben. Auch glutenfreie Produkte und später auch Wein und Bier sind im Sortiment. Brot und bald auch Fleisch gibt es auf Bestellung, und Gemüse darf man sich mit einem «Gemüseabo» wöchentlich direkt auf dem Feld pflücken, um unnötige Abfälle zu vermeiden.

«Man kriegt hier alles, was man braucht. Teilweise muss man sich einfach darauf einstellen, dass wir nicht von jedem Produkt viele verschiedene Versionen haben», erklärt Mitinitiatorin Anke Schwarzer.

Verpackungen sollen vermieden werden

«Ein Dorf braucht einen Dorfladen, davon sind wir überzeugt», sagt Schwarzer über ihre Motivation. Darum hat sie mit anderen Menschen aus der Kirschblütengemeinschaft und Dorfbewohnern den Verein «Dorfleben» gegründet und begonnen, den Dorfladen aufzubauen. Es stört sie auch, dass täglich ungeheure Mengen Plastikmüll überall fortgeschmissen werden. Deshalb sei ihr klar gewesen, dass der Dorfladen Rössli ein verpackungsarmer Laden werden soll. «Bei jedem Produkt, das wir anbieten, schauen wir, ob es eine lokale und verpackungsfreie Version davon gibt, und entscheiden uns dann für diese», erklärt Schwarzer.

So gibt es im Laden beispielsweise Pflege- und Reinigungsprodukte von «Unisapon», einer Firma, die die leeren Gebinde zurücknimmt und wiederverwendet. Getreide und Nüsse gibt es in grossen Gläsern, aus denen man sich selbst die gewünschte Menge abfüllen kann, um Einwegverpackungen zu vermeiden. Ausserdem stammen alle Produkte aus nachhaltiger Landwirtschaft, die meisten kommen aus der Region.

«Wir schauen nicht unbedingt auf das offizielle Bio-Siegel, sondern auf die konkrete Umsetzungsweise, die die Produzenten anwenden», erklärt Rahel Nicolet. Sie ist ebenfalls am Aufbau des Dorfladens beteiligt. Die Regionalität und die Reduzierung des Verpackungsmülls seien aus ökologischen Gründen wichtig, erläutert sie. «Die Transportwege werden verkürzt, das kommt der Umwelt zugute. Ausserdem sind die Lebensmittel auch gehaltvoller, wenn sie saisonal sind.» Manche Dinge im Laden seien etwas teurer als in der Migros, andere wiederum auch deutlich billiger, informiert Schwarzer. «Wir wollen eine gute Preisbalance finden.»

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