Mit der Bearbeitung der Johann Strauss Operette «Eine Nacht in Venedig» zum Musiktheater «Keine Nacht in Venedig» ist ihr und ihrem Team erneut ein amüsantes und musikalisch hochstehendes Highlight gelungen, welches vom 15. bis 29. Juni auf Bauernhöfen in Messen, Bibern und Aetigkofen gespielt wird. Damit konzentriert sich das Projektteam wieder ganz auf den Bucheggberg.

Wie adaptiert man Gondeln und den Canal Grande in den Bucheggberg?

Katharina Spielmann: Gar nicht. Dafür steht das K in «Keine Nacht in Venedig». Original hingegen erklingt die wunderbare Musik der Johann-Strauss-Operette mit den populären Hits wie «Alle maskiert» und «Komm in die Gondel». Eingebettet in eine Geschichte, die massgeschneidert für das Ensemble und die Region daherkommt. Ein Flugzeug mit Ziel Venedig muss in Belp notlanden. Die Reisenden werden in einem Hotel im Buechibärg untergebracht. Die Unterkunft wird jedoch erst in einer Woche eröffnet und von einer kauzigen Familie betrieben. Situationskomik ist vorprogrammiert. Ein richtiger Buechibärger Event, an dessen Premiere wir nicht nur unsere Kantonsratspräsidentin Verena Meyer-Burkhard aus Mühledorf erwarten, sondern mit ihr den Gesamtregierungsrat.

Bearbeitungen sind legitim, wurde doch kaum eine Strauss-Operette so oft bearbeitet wie «Eine Nacht in Venedig». Die Partitur fordert den Sängern jedoch in jeder Fassung einiges ab. Was ist speziell an Ihrer Version?

Wir sprechen von Musiktheater, nicht von Operette. Andreas Berger, ehemaliger Direktor des Stadttheaters Chur, hat das Stück bearbeitet, schlüpft zudem in die Rolle des Hoteliers. Ich spiele und singe seine Frau (Hoteldirektorin), und der bekannte Tenor Jan-Martin Mächler darf als etwas spleeniger Ziehsohn Konstantin viele der herrlichen Operettenschlager singen. Sopranistin Marina Enguidanos kann als Flugbegleiterin Annina eine selbstbewusste Frau verkörpern. Der prägendste Unterschied zum herkömmlichen Theater liegt jedoch im nicht vorhandenen Orchester. Pianist Jean-Jacques Schmid ersetzt mit seinem Klangfarbenreichtum ein ganzes Instrumentarium.

Wie kommen die Chorsänger mit den Auftritten mit den Profis klar?

Der von mir geleitete Chor Taktlos bewältigt die Aufgabe für einen Laienchor grandios. Ich feile stets an ihrem Einsatz. Das Wichtigste ist, die Menschen, die ihre Freizeit für den Chor einsetzen, zu schätzen und zu achten. Regisseur Jens Daryousch Ravari sorgt dafür, dass die Choristen nicht einfach rumstehen, sondern immer beschäftigt sind. Meine Passion ist es, den Leuten Selbstvertrauen zu vermitteln, ihr Feu sacré für das Projekt zu wecken und am Schwelen zu halten. Kurz, das musikalisch Beste herauszuholen.

Die drei Spielorte Messen, Bibern und Aetigkofen erfordern eine präzise koordinierte Infrastruktur. Wie organisieren und bewältigen sie den dreimaligen Theaterumbau?

Abgesehen von den Kostümen und Requisiten, für die jeder Auftretende selber verantwortlich ist, kommen uns die Bauern sehr entgegen. Jeder Hofbesitzer ist für eine eigene Tribüne und für die Festwirtschaft verantwortlich. Die drei Ortschaften stehen für das Limpachtal, das Biberntal und das Mühlethal.

Wie motivieren Sie die Landwirte, ihren Hof herauszuputzen und während eines Wochenendes Gäste zu bewirten?

Zuerst muss das Datum für einen Landwirtschaftsbetrieb stimmen: Das Stroh darf noch nicht im Schopf sein, damit Bühne und Tribüne Platz haben. Deshalb muss auch die Maschinerie im Einsatz sein. Jakob und Monika Spielmann sind von Anfang an dabei und auch Bernhard und Regina Wyss kennen den Ablauf. Wir sind glücklich, mit Niklaus, Hans-Ulrich und Patricia Müller auch eine Bauernfamilie aus Bibern an Bord zu haben. Alles, was die Gastgeber auf ihrem Hof verkaufen, also das ganze Catering, ist ihr Verdienst. Nicht zuletzt freuen sie sich selber, wenn der Hof blitzblank aufgeräumt zur Theaterbühne wird.

Wie bringen Sie Unterrichten, Dirigieren, Proben und Muttersein unter einen Hut?

(Lachend) Ganz einfach, mein Motto heisst, Spass und Freude haben, dabei etwas «Fetziges» und Unterhaltsames auf die Beine stellen. Die Leidenschaft und den Theatervirus haben meine Kinder geerbt: die beiden Töchter und mein Neffe machen begeistert mit.