Langendorf
Totalrevision des Reglements der Musikschule steht an – es wird für die Eltern etwas teurer

Nebst der Diskussion über die Musikschule wählte der Gemeinderat von Langendorf an der Sitzung eine neue Schulleiterin für den Standort Oberdorf.

Hans Peter Schläfli
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Symbolbild/Christof Borner-Keller

«Es hat sich viel verändert», erläuterte Gemeindepräsident Hans-Peter Berger die Notwendigkeit einer Totalrevision des Musikschulreglements. So gebe es heute zum Beispiel keine Schulkommission mehr. Musikschulleiterin Mia Schultz ging an der Gemeinderatssitzung das Reglement Punkt für Punkt durch. Neu sollen sich die Kinder nicht mehr jedes Jahr frisch anmelden, in Zukunft müssen die Eltern ihre Kinder vom Musikunterricht abmelden.

Die Musikschulleiterin begründete dies mit einem zu grossen administrativen Aufwand und so gebe es auch für die Unterrichtenden bei ihren Pensen mehr Planungssicherheit. Barbara Obrecht entgegnete, dass diese Änderung bei den Eltern nicht gut ankommen werde. Dieser Punkt des neuen Reglements wurde in einer separaten Abstimmung bei zwei Gegenstimmen gutgeheissen. Benjamin Sigrist sprach sich in der Folge dafür aus, dass nun wenigstens die Eltern jedes Jahr mit einem Brief erhalten sollen, mit dem sie auf die Abmeldefrist aufmerksam gemacht werden.

In Langendorf sollen laut Reglement die Elternbeiträge rund 25 Prozent der Bruttogehälter der Musikschule decken. Deshalb werden nun die Elternbeiträge auf neu 650 Franken für eine 25-minütige Lektion (bislang 590 Franken) und 1040 Franken für eine 40-minütige Lektion erhöht (bislang 944 Franken). Barbara Obrecht, Ressortleiterin Soziales hielt fest:

«Das ist viel Geld für die Eltern.»

Obrecht erklärte sich bereit, sich auf die Suche nach Institutionen zu machen, die den sozial schlechtergestellten Familien bei der Finanzierung des Musikunterrichts unter die Arme greifen. Der Gemeinderat überwies die Totalrevision des Musikschulreglements mit den neuen Tarifen einstimmig zur Annahme an die kommende Gemeindeversammlung.

Jasmine Scheidegger als neue Schulleiterin gewählt

Langendorf führt unter dem Kürzel GESLOR zusammen mit den Gemeinden Oberdorf und Rüttenen eine gemeinsame Schulstruktur. Einstimmig wurde für den Standort Oberdorf Jasmine Scheidegger mit einem Pensum von 40 Prozent zur neuen Schulleiterin gewählt. Gleichzeitig, allerdings mit einiger Opposition, wurde das Pensum des Gesamtschulleiters Michel Tschanz von 80 auf 85 Prozent erhöht.

Nachdem Ressortleiter Christoph Loser nämlich angekündigt hatte, dass das Pensum in Zukunft sogar auf 100 Prozent erhöht werden solle, kritisierte Thomas Anderegg diese Umschichtung der Pensen als Salamitaktik. Nicht zum ersten Mal sprach Anderegg das ungelöste Problem der Überstunden an, die sich in den vergangenen, turbulenten Zeiten angesammelt haben. An der Sitzung im vergangenen November hatte nämlich der Gemeinderat mit 7 gegen 2 Stimmen entschieden, dass die Schulleitung die Überzeit kompensieren muss, was aber offenbar nicht passiere. Derzeit stehen 250 Überstunden zu Buche. Nach intensiver Diskussion genehmigte der Gemeinderat schliesslich die Pensenerhöhung des Gesamtschulleiters auf 85 Prozent bei drei Gegenstimmen.

Mehrere Bauprojekte stehen im Dorf an

Gleich zu Beginn der Sitzung hatte Beat Stöckli im Namen der Baukommission sehr detailliert über die anstehenden Infrastrukturbauten im Dorf berichtet. Beim Heissacker soll die Strasse in Richtung Schützenhaus anders geführt und neu gebaut werden. Die Wasser- und Abwasserleitungen erschliessen ein zusätzliches Grundstück und neu auch das Schützenhaus. Im Gebiet Grüneren wird eine neue Regenwasserkanalisation gebaut. Beat Stücki sagte:

«Es ist sinnvoll, wenn wir jetzt auch die bestehende Abwasserleitung gleichzeitig an den Rand der Grundstücke verlegen.»

Sonst stünden diese im Weg, sobald dort neu gebaut wird. Auch in der Grünerenstrasse muss eine grosse Abwasserleitung verlegt werden. «Da diese Strasse vor sehr langer Zeit nur rudimentär gebaut wurde, drängt sich hier ein Ausbau nach heutigen Standards auf», erklärte Stöckli. Alle drei Bauprojekte mit den provisorisch berechneten Beitragszahlungen der Immobilienbesitzer wurden einstimmig genehmigt und der Auftrag an die Bauverwaltung erteilt, die Projekte zu realisieren.