Kriegstetten
Bürger- und Einwohner könnten zur Einheitsgemeinde zusammenwachsen

Bürgerrat und Bürgergemeindeversammlung möchten eine Fusion, der Einwohnergemeinderat hat ebenfalls Ja gesagt. Per 1. Januar 2022 könnte Kriegstetten zur Einheitsgemeinde werden.

Rahel Meier
Drucken
Teilen
Bald nur noch eine gemeinsame Gemeindeverwaltung für Kriegstetten?

Bald nur noch eine gemeinsame Gemeindeverwaltung für Kriegstetten?

Rahel Meier

In Kriegstetten wohnen rund 1300 Einwohnerinnen und Einwohner, rund 60 davon sind auch Ortsbürger. Bürgergemeindepräsident und Vizepräsident demissionieren zum Ende der Legislatur. Eine Umfrage unter den Bürgerinnen und Bürgern, wer sich gerne in der Bürgergemeinde engagieren möchte, brachte zwar einen Rücklauf von 68 Prozent, aber keine Kandidaturen.

An der Bürgergemeindeversammlung im letzten September erhielt der Bürgerrat die Aufgabe, mit der Einwohnergemeinde Gespräche über eine Fusion zur Einheitsgemeinde zu führen. Dazu trugen nicht nur die fehlenden Funktionäre bei, sondern auch die Tatsache, dass in den Bürgergemeinden per 1. Januar 2022 das neue Rechnungssystem HRM2 eingeführt werden muss.

Ortsbürger bleiben auch künftig Ortsbürger

Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus den Gemeindepräsidenten und den Vizegemeindepräsidien von Einwohner- und Bürgergemeinde nahm sich daraufhin der Sache an. In der letzte Sitzung beriet nun auch der Einwohnergemeinderat über die Fusion zur Einheitsgemeinde und hat einstimmig Ja dazu gesagt.

«Die Ortsbürger bleiben auch nach einer Fusion zur Einheitsgemeinde Ortsbürger», erklärte Einwohnergemeindepräsident Simon Wiedmer in der Sitzung. Und erwähnte, dass auch er einer dieser Bürger sei. Zudem seien alle Bürger auch Einwohner und würden bei einer Fusion davon profitieren, dass sich zwei finanziell gesunde Gemeinwesen zusammenschliessen.

Zeitplan

Abstimmung Ende August

Der Zeitplan wurde von der Arbeitsgruppe ebenfalls bereits definiert. Im Mai soll eine Informationsveranstaltung für Bürger und Einwohner stattfinden. «Das ist wichtig, weil an den Gemeindeversammlungen im Juni nur noch über Eintreten entschieden wird, aber keine Detailberatung stattfindet», so Simon Wiedmer. Ende August würde an der Urne abgestimmt. Bei einem Ja müsste dann auch noch der Kantonsrat zustimmen.

Am 1. Januar 2022 könnte die Einheitsgemeinde starten. «Vorher kommt dann aber noch die grosse Arbeit», so Wiedmer. Will hiessen Anpassung von Budget, Gemeindeordnung und Dienst- und Gehaltsordnung. (rm)

«In den letzten Jahren entstanden immer mehr Einheitsgemeinden im Kanton», so Wiedmer. Das habe sicher auch damit zu tun, dass die Bürgergemeinden nur noch wenige Aufgaben hätten. Vorwiegend sei es die Waldbewirtschaftung und das Einbürgerungswesen. Mit einer Fusion könnten zudem Doppelspurigkeiten vermieden werden. «Jetzt machen wir beispielsweise zwei Budgets, wir haben zwei Verwaltungen.»

Spezialfinanzierung für den Wald

Die Vermögenswerte der Bürgergemeinde würden bei einer Fusion in die Einheitsgemeinde überführt. «Sie können auch weiterhin nicht veräussert werden.» In Kriegstetten möchte man zudem nach der Fusion eine Spezialfinanzierung für den Wald einrichten, in den 400'000 Franken aus dem Vermögen der Bürgergemeinde einfliessen sollen.

Traditionen sollen weitergeführt werden

«Die Einheitsgemeinde würde alle Rechte und Pflichten der Bürgergemeinde übernehmen», so Wiedmer im Gemeinderat. Dazu gehörten beispielsweise der bestehende Vertrag mit dem Altersheim Lohn-Ammannsegg oder der Forst Wasseramt AG. Der Wald würde dem Ressort Bau angegliedert und es soll neu die Funktion eines Waldbeauftragten geschaffen werden. Verwaltung und Finanzverwaltung werden integriert und das Einbürgerungswesen soll nach Willen der Arbeitsgruppe an den Gemeinderat der Einheitsgemeinde delegiert werden.

Traditionelle Anlässe der Bürgergemeinde, der Waldgang und das Bereitstellen der Weihnachtsbäume für die Bürgerinnen und Bürger sollen weitergeführt werden. «Solche Anlässe sind wichtig.»