Konzert in Biberist
Günther Sigl von der Spider Murphy Gang: «Wir sind wie Rennpferde»

Ein kurzes Gespräch hinter der Bühne mit dem Sänger und Bassisten der Spider Murphy Gang, Günther Sigl, vor dem Auftritt im Biberister P9.

Fränzi Zwahlen
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Günther Sigl, der Frontmann der Spider Murphy Gang erzählt vom Band-leben vor dem Auftritt im P9 in Biberist

Günther Sigl, der Frontmann der Spider Murphy Gang erzählt vom Band-leben vor dem Auftritt im P9 in Biberist

Frb

Im P9 in Biberist, dem Eventlokal in der ehemaligen Papierareal, fand am Samstagabend die Unplugged-Show der Spider Murphy Gang statt. Roberto Marchetti, der Organisator, freute sich wie ein Teenager, diese Kult-Band aus München begrüssen zu können. Gut 330 Gäste waren gekommen, ihre Musikhelden zu sehen und zu hören, ein altersgemischtes Publikum, das zunächst noch gesittet – und corona-geschuldet – auf Sitzen Platz nahm.

Gut eine Stunde vor dem Konzert bot sich die Gelegenheit, mit Günter Sigl, dem Sänger und Bassisten und eigentlichen dem «Aushängeschild» der Band kurz zu sprechen.

Günther Sigl, wann sind Sie nach Biberist angereist?

Vor gut zwei Stunden sind wir angekommen. Wir fahren jeweils mit unserem Bus ab München zu den Konzerten. Hierher waren wir so um vier Stunden unterwegs. Das sind wir gewohnt. Glücklicherweise können wir jetzt wieder praktisch jedes Wochenende auftreten.

Die Band existiert ja schon seit vielen Jahren. Probt Ihr eigentlich noch?

Ja, nächstes Jahr können wir unser 45-jähriges Bühnenjubiläum feiern. Wer hätte das zu Beginn gedacht. Nein, im Grunde proben wir nicht mehr. Wir machen vor dem Auftritt natürlich Soundcheck und dann geht’s los. Ausser im vergangenen Jahr, als wir monatelang keine Auftritte hatten, probten wir einmal. Doch alles lief normal und wir sagten uns, das brauchen wir also nicht (lacht).

Ihr musstet letztes Jahr auch alles absagen. Wie war das?

Wir sind ja eigentlich sehr privilegierte Leute; können das tun, was wir lieben, Rock ‘n’ Roll – und zwar seit Jahren. Ich bin auch schon 75 Jahre alt. Doch im letzten Jahr waren wir Musiker die ersten, die nicht mehr auftreten konnten und sind wohl auch die letzten, die wieder auftreten können. Uns selbst geht es ja gut. Aber es waren schwierige Zeiten für Techniker, Konzertveranstalter. Nun freut es uns umso mehr, wieder auf die Bühne zu kommen und Shows zu bringen. Jetzt sind wir daran, die vielen aufgeschobenen Konzerte durchzuführen. Das wird uns das ganze nächste Jahr beschäftigen.

In eurer Unplugged-Show gibt es ja neben Musik auch viel Spannendes über die Band und den Rock ‘n’ Roll generell zu hören.

Ja, das liegt mir. Ich rede halt auch gerne und wir haben ja auch vieles erlebt seit den 1980er Jahren und auch schon vorher, als wir begonnen haben, in Bayern mit Rock 'n' Roll unterwegs zu sein und unseren Idolen wie Chuck Berry nachzueifern.

Die Spider Murphy Gang mit ihrer Unplugged-Show in Biberist

Die Spider Murphy Gang mit ihrer Unplugged-Show in Biberist

Frb / Solothurner Zeitung

Wie die Rolling Stones sei ihr schon ältere Herren. Woher kommt die Lust, immer noch auf die Bühne zu kommen?

Wir sind wie Rennpferde, es ist unser Leben. Und wir haben Glück, dass wir noch immer auftreten können und die Fans begeistern können. Rock 'n' roll ist halt unsterblich und ich persönlich finde in dieser Musik immer wieder Neues.

Wie kamen Sie denn eigentlich zu dieser Musik?

Ich lernte zunächst Bankkaufmann, doch 1962 erhielt ich von meinem Vater eine Gitarre für 40 Mark geschenkt. Ab diesem Zeitpunkt war ich nur noch am Gitarrespielen; ich habe viel zugehört und mir alles selbst beigebracht. Schon nach einem Jahr üben gründeten wir eine Band und spielten damals in den vielen Ami-Clubs, die es in Deutschland gab. So lernten wir alles von der Pike auf. In den Achtziger Jahren begann dann die Neue Deutsche Welle, wir sangen in bayrisch vom «Skandal um Rosi» - der Rest ist Geschichte.

Und heute seid Ihr immer noch gut gebucht?

Ja, ich denke, das hängt auch damit zusammen, dass wir sehr gerne mit dem Publikum zusammen sind. Ob in einem Bierzelt, in einer grossen Halle oder an einem Dorffest. Uns kann man überall sehen und wir geben immer alles.

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