Balm bei Günsberg

Kletterin am Balmfluhköpfli tödlich verunfallt – Unfallhergang wirft Fragen auf

29-Jährige verunfallt beim Abstieg des Balmfluhköpflis tödlich

29-Jährige verunfallt beim Abstieg des Balmfluhköpflis tödlich

Am Montagabend stürzte eine Frau beim Abstieg vom Balmfluhköpfli in Solothurner Jura mehrere Meter in die Tiefe. Ihre Begleitung musste von der Rega aus den Felsen gerettet werden.

Am Ostermontag stürzte eine Kletterin beim Abstieg vom Balmfluhköpfli in die Tiefe. Der Sturz war tödlich. Die Wanderroute, auf der die Kletterin unterwegs war, ist gut zu bewältigen und erfordert nicht viel Können. Warum also stürzte die 29-Jährige ab?

Es war bereits dunkel, als die Meldung bei der Polizei einging, dass eine Kletterin beim Balmfluhköpfli abgestürzt sei. Der tragische Unfall endete für die 29-Jährige tödlich. Die Untersuchungen zum Unfallhergang laufen noch. Doch der Absturz wirft Fragen auf. Was führte dazu, dass auf einer gut begehbaren Wanderroute ein solcher Unfall passierte?

Anita Panzer ist eine passionierte Bergsteigerin und Wanderleiterin mit eidgenössischem Fachausweis. Die Gemeindepräsidentin von Feldbrunnen-St.Niklaus kennt den Ostgrat sehr gut und weiss, worauf es beim Wandern ankommt. Der Ostgrat sei für geübte Wanderer und bei Tageslicht gut zu bewältigen, meint sie. «Die Wanderung erfordert jedoch eine gute Trittsicherheit.» Des Weiteren sei wichtig, auf Touren immer eine Stirnlampe dabei zu haben. «Man weiss nie, was unterwegs passiert, oder ob man länger braucht als geplant.»

Problematisch beim Abstieg vom Ostgrat sei vor allem auch der Schlussteil. Verpasse man den Weg links hinunter auf die Balmbergstrasse, so gerate man geradewegs auf die abfallenden Felsen zu, so Panzer.

Mit Rot ist der Weg auf dem Ostgrat des Balmfluhköpfli eingezeichnet.

Mit Rot ist der Weg auf dem Ostgrat des Balmfluhköpfli eingezeichnet.

Der Ostgrat ist ein beliebte Wanderroute

Die Kletter- und Wanderplattform hikr.org ist eine Tourenbericht-Website, mit der es möglich ist, sich unter Gleichgesinnten über alle möglichen Wander- und Klettertouren auszutauschen und Erfahrungsberichte zu publizieren.

Der Nutzer Ivo66 beschreibt die Ostgrat-Wanderung folgendermassen: «Wer die Grattour in voller Länge und stets auf der Höhe begeht, mit Ausnahme des Aufschwungs, wo dies ohne Kletterausrüstung nicht mehr möglich ist, begibt sich an den anspruchsvollsten Stellen in den T5-Bereich mit Kletterstellen bis II. Es ist aber möglich, alle Schwierigkeiten auf schmalen Trittspuren zu umgehen - meistens in der Nordflanke - weshalb die Schwierigkeit auf T4 oder vielleicht T3+ gedrückt werden kann».

Ein anderer Nutzer, SEalpin, beschreibt Gefahren, Markierungen und Orientierungsmöglichkeiten auf dem Ostgrat. Demzufolge gibt es einige Gefahren, wie Abrutsch- und Absturtzgefahr. Auch wird vor Steinschlag gewarnt. Besonders im «scheinbar bequemeren Teil der Tour unterhalb der Felswände bei der Burgruine Balmfluh».
Laut SEalpin, sei der Ostgrat mit nur wenigen Markierungen ausgestattet. Im Anstieg gäbe es viele Wegspuren, das Auffinden der besten Linie erfordert aber durchaus Orientierungsvermögen.

Nutzer Hudyx schreibt, dass der Grat, wenn man ihn erreicht hat, steiniger und steiler wird. Gewisse Abschnitte könne man aber auf schmalen Trittwegen umgehen. Sonst trifft man auf schwierige Kletterstellen. Auch der letzte Aufschwung sei ohne Kletterausrüstung nicht zu bewältigen.

Was am Montagabend zum tödlichen Sturz führte, ist bisher unklar. Bereits vor zwei Jahren ereignete sich ein ähnlicher Unfall. Beim Wechsel der Kletterroute stürzte ein Kletterer ab und musste schwer verletzt ins Spital geflogen werden. Zwei Tage danach erlag er seinen Verletzungen.

Auch im letzten Jahr kam die Rega beim Balmfluhköpfli zum Einsatz. Eine Kletterin musste aus den Felsen geborgen werden, blieb aber unverletzt.



Die Rega setzt künftig auch auf die Unterstützung von Drohnen. Dazu hat die Schweizerische Rettungsflugwacht eine eigens konzipierte Drohne vorgestellt. Rund eineinhalb Jahre wurde an diesem Drohnen-Projekt gearbeitet. Aussergewöhnlich an dieser Drohen ist, dass sie wie ein «Mini-Helikopter» aussieht und nicht, wie eine übliche Drohne. Ausgestattet ist sie mit einer Wärmebildkamera und einem Handyortungsgerät.
So sieht die Drone aus

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