Biberist-Gerlafingen

Kirchenchor singt zum Jubiläum die Mariazeller Messe

Extra für das Jubiläum: Die Mitglieder des Kirchenchores in festlicher Kleidung.

Extra für das Jubiläum: Die Mitglieder des Kirchenchores in festlicher Kleidung.

Der reformierte Kirchenchor Biberist-Gerlafingen singt seit 120 Jahren, zählt aber heute nur noch 22 Mitglieder.

Ganz speziell feiert der jubilierende Kirchenchor den 120. Geburtstag. Eifrig üben die Mitglieder und Gastsänger für den Festgottesdienst am 1. Dezember die Mariazeller Messe unter der Leitung von Thomas Zürcher. «Anspruchsvoll, rassig, ausdrucksstark», wie sie der Chorleiter beschreibt. Musikalisch unterstützt wird der Chor dabei von Solisten und vom Bieler Kammerorchester. Joseph Haydn widmete diese Komposition in C-Dur dem Wallfahrtsort Mariazell in der Steiermark. Den Auftrag dafür gab der Offizier Anton Liebe von Kreutzner, als er in den Adelsstand erhoben wurde.

Aufnahme nur mit dem absoluten Mehr

Im Gründungsjahr 1899 gehörten bereits über 70 Sängerinnen und Sänger dem Verein an. Ab 1930 zählte er während einer geraumen Zeit mit über 120 Mitgliedern zu einem der grössten Chöre im Wasseramt. Der Chor pflegte stets den Kirchengesang, aber auch den allgemeinen Volksgesang und das gesellschaftliche Leben.

In rund 15 Gottesdiensten trat er damals jährlich auf. Dazu gesellten sich Auftritte an besonderen kirchlichen und weltlichen Anlässen. «Anfänglich fanden die Gottesdienste im Kindergartenlokal der Papieri statt, später in der katholischen Kirche», erzählt die Aktuarin Brigitte Zürcher. Mit der Einweihung der reformierten Kirche Biberist-Gerlafingen im Jahr 1910 freuten sich die Reformierten über ihr eigenes Gotteshaus.

Dass damals kein Mangel an Singenden bestand, besagen die alten Statuten. Nur sangeskundige Personen aus der Reformierten Kirchgemeinde Biberist-Gerlafingen durften Mitglieder werden. «Zur Aufnahme oder Abweisung war das absolute Mehr in offener Abstimmung sowie vorheriger zweimaliger Besuch der Proben erforderlich», ist zu lesen. Die Aktivmitglieder hatten sich zum Besuch der Gesangsstunden, der Versammlungen und aller öffentlichen Anlässe zu verpflichten. Streng geregelt waren die Entschuldigungen, die nur bei Krankheit, Traueranlässen, Militärdienst, Nachtarbeit und Abwesenheit vom Wohnort toleriert wurden.

Über lange Jahre besuchte der Kirchenchor als einstiges Mitglied die Sängertreffen «der reformierten Kirchenchöre an der Aare und der Emme» sowie diejenigen des Sängerverbandes Wasseramt. Er veranstaltete Wohltätigkeitskonzerte etwa zugunsten der Milch- und Suppenanstalt der Schulen Biberist. Unzählige Konzertabende bereicherte der Verein mit Theateraufführungen wie «Der letzte Postillion vom Gotthard», «Elsi, die seltsame Magd», «Ds Schmockerlisi», «Dursli und Babeli».

Geblieben sind über all die Jahre das Engagement zur Verschönerung der Gottesdienste, gesellige Vereinsausflüge sowie das Singen in den Altersheimen. Heute zählt der Kirchenchor unter der Präsidentin Rosmarie Scheurer 22 Mitglieder.

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