Wahlempfehlung

Kampf ums Präsidium an der Schule Unterleberberg

Jasmine Huber und Willi Lindner.

Jasmine Huber auf Willi Lindner bewarben sich für das Präsidium der Gemeinsamen Schule Unterleberberg. Der Gemeinderat Riedholz hat sich mit 4 zu 2 Stimmen für eine Kandidatur entschieden.

Kühl und konzentriert eröffnete Gemeindevizepräsident Beat Graf (SP) die Gemeinderatssitzung. Dabei war die Spannung fast nicht zum Aushalten. Denn draussen vor der Türe warteten Gemeindepräsidentin Jasmine Huber-Wenger (FDP) und Willi Lindner. Nicht das erste Mal würden sie in einer Sache aufeinander treffen. Letztes Mal ging es um die Spitex-Kosten. Die Gruppe Fokus rund um Lindner bezichtigte die Behörden der Lüge. Davor intervenierten «Fokus» und Lindner an der Gemeindeversammlung mit Interpellationen. Darin gab es vage Vorwürfe, dass die Kommissionen und die Verwaltung nicht gut genug arbeiten und die Gemeinde deswegen Geld verliert. Oder 2017: Pensionär Willi Lindner bewirbt sich für das Gemeindepräsidium.

Öffentliche Ausschreibung nachgeholt

Dieses Mal ging es überraschenderweise um das Präsidium der Gemeinsamen Schule Unterleberberg. Silvia Petiti, die mit grosser Kompetenz, viel Wissen, Geduld und Verständnis den Aufbau der fusionierten Schule begleitete, hört Ende Jahr auf. Eine Nachfolge wird gesucht. Laut Hauptschulleiter Stefan Liechti sei die Demission in den Behörden der Schulgemeinden gestreut worden, in der Hoffnung, jemand würde sich für diese Arbeit interessieren. Das Echo blieb aus. Also sei eine Gruppe des Vorstands unter der Leitung von Gemeindepräsident Christoph Heiniger aus Flumenthal auf Kandidatensuche gegangen. Das Vorgehen sei wie folgt, erklärt Stefan Liechti: «Der Vorstand prüft die Kandidaten und gibt eine Empfehlung an die Delegiertenversammlung. Die Gemeinderäte der Schulgemeinden schauen aber auch noch die Kandidaten an, und geben eine Empfehlung ab oder lassen es sein.» Offenbar wurde Jasmine Huber vom Vorstand angefragt. Davon erfuhr unter anderem SVP-Gemeinderätin Stephanie Ritschard aus Riedholz. «Ich habe interveniert», erklärte sie an der Gemeinderatssitzung. «Die Stelle muss öffentlich ausgeschrieben werden.» «Das stimmt, er habe sich beim Kanton erkundigt», sagt der Hauptschulleiter am Telefon. Also sei eine förmliche Stellenausschreibung gemacht worden, woraufhin Willi Lindner eine Bewerbung abgab. Und ebenso Jasmine Huber.

Wie viele Kandidaturen auf die Ausschreibung eingegangen sind, will Hauptschulleiter Liechti nicht verraten. Aber die Empfehlung des Vorstandes, der alle Kandidatinnen und Kandidaten prüfte, lautete auf Jasmine Huber.

Transparentes und zeitgleiches Verfahren

Der Gemeinderat von Riedholz entschied sich dafür, beide Kandidaturen im Beisein der Schuldelegierten zu diskutieren und eine Wahl zu treffen. Auch Michael Järmann (FDP), der die Vorlage für den Gemeinderat vorbereitete, beantragte, die Gemeindepräsidentin für eine Wahl an der Delegiertenversammlung zu empfehlen. «Diesen Antrag haben beide zeitgleich erhalten» so Järmann an der Sitzung. Natürlich habe man mit diesem transparenten Vorgehen auf einen Rückzug des bis anhin unterlegenen Kandidaten gehofft.

Dann wurde Willi Lindner aufgerufen. Er erhielt Gelegenheit, seine Motivation für das Präsidium zu erläutern. Danach folgte eine kurze Fragerund. Dasselbe Prozedere wiederholte sich mit Jasmine Huber. Danach gab jeder Gemeinderat und Delegierte seinen Eindruck bekannt. Die Diskussion war eröffnet.

Delegierte müssen sich an Gemeinderatswahl halten

Schnell öffneten sich die bekannten Gräben im Gemeinderat. Sowohl Ritschard als auch CVP-Ersatzmitglied Pascal Rüede bemängelten Führungskraft und Unabhängigkeit der Gemeindepräsidentin. Die Mehrheit, die sich auch durchsetzte, fand, dass Lindner zu lange weg vom Fenster und zu polemisch unterwegs sei.

Wie Beat Graf, der souverän durch die Vorlage führte, anfangs erklärte, gibt der Gemeinderat Weisung an die vier Delegierten, die sich daran halten müssen. Keine einfache Aufgabe für Ulrich Kammer und Stefan Ruch (früher Gemeinderat und «Fokus»-Mitglied), die eher für Lindner votierten. Für Huber äusserten sich Esther Frei und Jürg Tucci, der meinte: «Wir haben viel über Führung geredet. Die Gemeinsame Schule Unterleberberg wird von Hauptschulleiter Stefan Liechti geführt. Er braucht keinen zweiten Häuptling, er braucht jemanden, der ihm den Rücken freihält.»

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