Rund fünf Fussballfelder gross ist die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Werkhalle auf dem Riverside-Areal. Die Leistung der Anlage deckt den Jahresbedarf von 1027 Einfamilienhäusern während eines Jahres, das entspricht einer Gesamtleistung von 5764 Kilowatt-Peak (kWp).

Die CO2-Einsparungen liegen bei zirka 595 Tonnen jährlich. Rekordverdächtig sei auch die Zeit, in der die Anlage realisiert wurde, wie an der offiziellen Einweihungsfeier am Freitag betont wurde. Von der Idee bis zur Inbetriebnahme verging nur gerade ein Jahr.

Die reine Bauzeit für die Anlage betrug sogar nur vier Monate. Kein Wunder, dass angesichts solcher Zahlen alle am Projekt Beteiligten vor Freude strahlten.

Bau der Photovoltaikanlage auf dem Riverside-Areal in Zuchwil im Zeitraffer

Bau der Photovoltaikanlage auf dem Riverside-Areal in Zuchwil im Zeitraffer

Ökologisch und ökonomisch

Thomas Grossenbacher (Immobiliengesellschaft Swiss Prime Site) eröffnete den Reigen der Redner. Er bedankte sich bei allen Beteiligten. Nur dank der guten Zusammenarbeit mit vorwiegend regionalen Partnern sei es möglich gewesen, das 10-Millionen-Projekt in so kurzer Zeit zu realisieren.

Tatsächlich stand die Swiss Prime Site, die Investorin, unter Zeitdruck. Denn per 1. Oktober 2015 wurde der KEV-Vergütungssatz (kostendeckende Einspeisevergütung) angepasst. Das Dach der Halle 330 auf dem Areal Riverside sei ideal für eine Photovoltaik-Anlage.

Dank der Grösse ergebe sich eine marktübliche Rendite aus dem Betrieb. So würden sich Ökologie und Ökonomie miteinander verbinden.

Für Stefan Hug, Gemeindepräsident, ist die Photovoltaik-Anlage ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Energiestadt Zuchwil. Er erinnerte dabei an das Fernwärmenetz innerhalb der Gemeinde und an das Hybridwerk der Regio Energie Solothurn.

Jonas Motschi (Leiter Amt für Wirtschaft und Arbeit) zeigte auf, dass bereits 3000 Solaranlagen im Kanton Solothurn mit Unterstützung durch den Kanton gebaut wurden. Der Kanton selbst habe auf Kantonsgebäuden 14 Anlagen realisiert und sechs weitere seien in Planung.

«Hier in Zuchwil werden allerdings neue Massstäbe gesetzt», so Motschi. Die Technologie entwickle sich rasant und der Energiemarkt sei im Umbruch.

«Mit der Anlage, die hier in Zuchwil realisiert wurde, gibt die Firma Swiss Prime Site auch ein Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Zuchwil ab», so Jonas Motschi weiter.

Auch technisch ein Highlight

Im Jahr 2012 baute die Swiss Prime Site die erste Photovoltaik-Anlage auf einem Einkaufscenter in Genf. «Nachdem wir erste Erfahrungen sammeln konnten, suchten wir innerhalb unseres Portfolios gezielt nach weiteren Liegenschaften, auf denen wir solche Anlagen realisieren können», erklärte Marc Lyon (Projektleiter Photovoltaik-Anlage Zuchwil). Das Areal Riverside habe sich geradezu angeboten.

Es habe allerdings auch einiges Kopfzerbrechen bereitet. Die Konstruktion sei einzigartig. Damit das Flachdach der Werkhalle für Wartungszwecke zugänglich bleibt, wurden die Photovoltaik-Module vier Meter über den bestehenden Giebel- und Sheddächern auf einer Stahlkonstruktion montiert.

Die Modulreihen wurden auf Platz zusammengebaut und mit Pneukränen und Helikoptern auf dem Dach montiert.

Während der Bauarbeiten wurde in der Halle immer produziert. «Wir haben uns bemüht, die Beeinträchtigungen für die Mieter möglichste gering zu halten.»

Vier Monate lang wurde an sechs Tagen pro Woche im Schicht- und teilweise auch im Nachtbetrieb gearbeitet. Wegen des heissen Sommers stiegen die Temperaturen auf dem Dach auf bis zu 50 Grad an.