Versammlung

In Lohn-Ammannsegg kommt Tempo 30 an die Urne

Auf der Schulhausstrasse soll Tempo 30 gelten.

Auf der Schulhausstrasse soll Tempo 30 gelten.

Die Stimmbürger von Lohn-Ammannsegg entschieden sich an der Budgetgemeinde für eine Urnenabstimmung über Tempo 30.

Die Gemeindeversammlung kurzfristig in die Mehrzweckhalle zu verlegen, erwies sich in Lohn-Ammannsegg als richtig. 225 Personen erschienen, die sich hauptsächlich für die traktandierte Realisierung von Tempo 30 interessierten. Die vom Gemeinderat optimierte Variante sieht die Einführung in den Wohnquartieren sowie die Ausdehnung auf Abschnitte der Schulhaus- und Alten Bernstrasse vor.

Dies möglichst ohne bauliche Massnahmen. Bereits die Eintretensdebatte, die schliesslich mit 126 Ja-Stimmen gutgeheissen wurde, liess die Emotionen spüren. Unzählige Votanten meldeten sich Dafür und Dagegen zu Wort.

Sicherheit als Hauptargument

Gemeindepräsident Markus Sieber plädierte für mehr Sicherheit dank weniger Geschwindigkeit. «Die Einführung geschieht primär unter dem Aspekt der Sicherheit für die Schulkinder, rund 200 sind es täglich, und für den Langsamverkehr», präzisierte er. Die Idee von Tempo 30 sei im Gemeinderat wegen diverser Vorstösse aus der Bevölkerung entstanden. «Das Dorf hat sich verkehrsmässig in den letzen Jahren wahnsinnig weiterentwickelt», sagte eine junge Mutter.

Sie und weitere Votanten äusserten sich besorgt um die Sicherheit der Kinder. Verschiedentlich hoben die Stimmberechtigten den Aspekt der Lärmbelastung hervor und die damit verbundene bessere Wohnqualität bei Tempo 30. Dabei wurde auch das grosse Problem der nervenden «Töfflibuebe» erwähnt.

Nur Anwohner nutzen die Strassen

«Wir haben keine Verkehrssicherheitsprobleme, weil der ganze Durchgangsverkehr über die Umfahrungsstrasse läuft», äusserte sich ein Gegner überzeugt. Lohn habe keinen Fluchtverkehr und keine Schleichwege. Es seien die Anwohner, die die Strassen nutzen und auch kennen würden. In den letzten acht Jahren seien fünf Unfälle – ohne Schulkinder – registriert worden. «Hier wird mit groben Kanonen auf den Spatz geschossen», meinte er. Aus der Versammlung kamen weitere Gegenargumente wie die vor kurzem bereits beruhigte Schulhausstrasse oder etwa, dass die BSU die Transportkette nicht mehr einhalten könnte. Einige Votanten äusserten Bedenken wegen notwendiger Geschwindigkeitskontrollen und späteren baulichen Massnahmen zur Temporeduzierung.

Nach langer, emotionsgeladener Diskussion wurde schliesslich Philippe Arnets Antrag auf Abstimmung an der Urne mit 95 Ja-Stimmen gutgeheissen. Laut Gemeindeordnung wären 25 Prozent nötig gewesen.

Alle weiteren Anträge diskussionslos genehmigt

Demgegenüber hiessen die Stimmberechtigten das Budget 2020 inklusive Investitionsrechnung ohne Wortmeldung und mit nur einer Gegenstimme gut. Die Erfolgsrechnung sieht bei einem Ertrag von 12.7 Mio. Franken einen Aufwandüberschuss von 23 983 Franken vor. Der Steuerfuss für natürlich Personen wird auf 100 Prozent der einfachen Staatssteuer belassen und für juristische Personen auf 84 Prozent. Die Investitionsrechnung, grösstenteils für Strassen- und Flurwegsanierungen, umfasst Ausgaben von 1.223 Mio. Franken.

Markus Sieber sprach von einem gewissen Druck auf den Steuerfuss, vor allem weil laut Budget die Steuereinnahmen der juristischen Personen sinken. Einstimmig wurde zudem der Fusionsvertrag und die Statuten des Zweckverbandes Familien-, Mütter- und Väterberatung Bucheggberg-Wasseramt genehmigt. Der Gemeindepräsident machte auf das Ende des Mitwirkungsverfahrens vom 24. Dezember für die Ortsplanungsrevision aufmerksam.

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