Biberist

In diesem Laden gibts nachhaltige Ware unverpackt

In ihrem neuen Laden: Franziska Rohner (rechts) mit ihren beiden Helferinnen Barbara Heri (links) und Rebekka Hintermann.

In ihrem neuen Laden: Franziska Rohner (rechts) mit ihren beiden Helferinnen Barbara Heri (links) und Rebekka Hintermann.

Franziska Rohner eröffnet an der Bleichemattstrasse in Biberist ein Laden-Café. Sie will vor allem regionale Produkte anbieten.

«Pur» sollen die Sachen über den Ladentisch gehen – oder anders gesagt: unverpackt. Wer im neu eröffneten Laden «Puro unverpackt» in Biberist einkauft, tut dies bewusst. «Man ist heute beim Einkauf von Lebensmitteln und anderen Produkten des alltäglichen Gebrauchs auf so vieles sensibilisiert», so die Ladeninhaberin Franziska Rohner, «man schaut auf Inhaltsstoffe, auf Bio oder eben nicht Bio – und vielen Konsumenten ist es auch nicht egal, wie sich das Produkt präsentiert – mit oder ohne Verpackung.» Und damit meine man heute vor allem Plastik.

Idee kam ihr in der Westschweiz

Die Biberisterin Franziska Rohner kennt man vor allem aus ihrer Funktion als SP-Kantonsrätin. Daneben ist sie aber auch noch Mutter von vier erwachsenen Kindern und gelernte Pflegefachfrau.

Gedankengänge zu bewusster, nachhaltiger Ernährung und somit auch der damit zusammenhängenden Verpackung von Nahrungsmitteln begleiteten Rohner nicht nur bei der Arbeit, sondern auch im Familienalltag. Irgendwann kam der Punkt, wo sie sich nicht nur mit diesen Themen befasste, sondern auch ihren beruflichen Werdegang hinterfragte: «Was möchte ich noch erreichen?»

Franziska Rohner ist privat oft im französischen Teil der Schweiz unterwegs, und da fielen ihr die dort stark verbreiteten «Unverpackt»-Läden auf. Nach einer schlaflosen Nacht, in der sie sich unter anderem ganz viele Gedanke über das eigene Einkaufsverhalten machte, reifte in ihr der Wunsch, selber so einen Laden zu führen. Kein einfaches Unterfangen: «Unverpackte Ware verlangt auch eine umso sensiblere Handhabung», erklärt Rohner.

Sauberkeit, Kontrolle der Ablaufdaten, Ordnung: Was in jedem normalen Laden zum Alltag gehört, muss in einem Laden, wo der Kunde alles ohne Verpackung kaufen kann, noch viel bewusster gepflegt werden. Zudem ist es ihr ein Anliegen, die im Angebot stehenden Produkte bei Lieferanten zu beziehen, die selber darauf achten, mit möglichst wenig Verpackungsmaterial auszukommen. «Wenn ich bei einem Lieferanten zwar nachhaltige Ware beziehen kann, diese dann aber in viel Plastik eingewickelt bei mir ankommt, suche ich das persönliche Gespräch und versuche zu erwirken, dass auch von dieser Seite her Bereitschaft besteht, auf überflüssige Verpackung zu verzichten.»

Kundschaft bringt Verpackung selbst mit

Wo also sonst in Läden verpackte Waren in Regalen stehen, werden diese im «Puro unverpackt»-Laden offen in Silos angeboten. Der Kunde bringt seine eigenen Gefässe mit oder kann diese vor Ort einkaufen, er wählt das Produkt und bezahlt dann nach Gewicht. Frischwaren wird man vorläufig nicht im Angebot finden: «Da schicke ich die Kunden lieber zu einem Hofladen in der Region.»

Vor allem Vorratsprodukte wie Mehl, Zucker, Hülsen- und Trockenfrüchte, aber auch Seife, Zahnbürste oder Putzmittel sowie Spielzeug aus Holz können im neuen Laden an der Bleichemattstrasse in Biberist gekauft werden. «Mein Ideal wäre es, alle Produkte regional beziehen zu können», und auch wenn die Kürbiskerne schon mal aus Grafenried und der Kaffee aus Solothurn kommt – ganz gelingt dies Rohner noch nicht: «Aber ich arbeite daran und bin offen für Inputs und Zusammenarbeit.»

Meistgesehen

Artboard 1