Mit dem neuen Schuljahr werden Mittagstisch und Nachmittagsbetreuung für Kindergarten- und Primarschulkinder in die neuen Räumlichkeiten an der Schulhausstrasse 2 ziehen. Karin Hirsbrunner und Marco Egger (Verein Wurzeli) sind überzeugt, dass der Ortswechsel für einen Aufschwung der familienergänzenden Kinderbetreuung sorgen wird. Zudem läuft auf diesen Zeitpunkt hin der dreijährige Pilotversuch aus, den die Gemeinde mit jährlich 15'000 Franken unterstützte. Ab Schuljahr 2019/2020 schliesst die Gemeinde mit dem Verein Wurzeli eine Leistungsvereinbarung ab, mit der die Leistungen und die Tarife für die familienergänzenden Betreuungsangebote genau geregelt sind.

Angebote separiert

Das Betreuungsangebot als solches war im Gemeinderat nicht umstritten. Diskussionen gab es trotzdem. Verwirrend war, dass in Traktandum 4 der Rechenschaftsbericht des «Wurzeli» für das Vereinsjahr 2017/2018 traktandiert war. Gleichzeitig mit diesem wurde der Antrag gestellt, dass die Gemeinde dem Verein «Wurzeli» die Container beim Mehrzweckgebäude bis auf weiteres kostenfrei zur Verfügung stellen soll. Zudem möchte der Verein, falls es zu einem Standortwechsel der familienergänzenden Angebote kommt, die Spielgruppe weiterhin in den Containern betreiben. In Traktandum 5 ging es dann um die Leistungsvereinbarung dem dem «Wurzeli» und den Unterstützungsbeitrag von künftig 50'000 Franken. Diese beiden Traktanden sind einerseits miteinander verknüpft, sollten aber einzeln betrachtet werden.
2016 startete der Verein Wurzeli den Pilotversuch mit dem Mittagstisch und der Nachmittagsbetreuung mit Unterstützung der Gemeinde. 2017 kam das Angebot der Spielgruppe dazu. Im Betriebsjahr 2017/18 laufen Mittagstisch, Nachmittagsbetreuung und Spielgruppe in einer Rechnung. «Im Betriebsjahr 2018/2019 haben wir die beiden Bereiche auseinandergenommen», erklärt Marco Egger. Die Spielgruppe werde zwar vom «Wurzeli» betrieben, laufe aber separat. Damit soll auch vermieden werden, dass der Vorwurf auftaucht, die Gemeinde unterstütze die Spielgruppe des «Wurzeli», bei anderen Spielgruppen habe sie aber eine Unterstützung abgelehnt. «Genau das ist der problematische Punkt. Unser Darlehen für den Pilotversuch wurde für den Mittagstisch und die Nachmittagsbetreuung gesprochen. Die Spielgruppe kam später dazu und wir haben sie sozusagen geduldet», erklärte Michael Kummli (FDP). Gleichzeitig anerkannte eine Mehrheit des Gemeinderates, dass das «Wurzeli» Pionierarbeit geleistet habe, und man dies schätze.

Im Gespräch bleiben

Der Gemeinderat sicherte dem Verein Wurzeli zu, dass er die Container auch nach den Sommerferien für die Spielgruppe nützen könne. Man werde aber sicher einen Mietzins für die Räumlichkeiten verlangen. Für den Mittagstisch und die Nachmittagsbetreuung am neuen Standort soll ein Betrag von 50'000 Franken ins Budget aufgenommen werden. Es sei sehr schwierig abzuschätzen, wie viel die Betreuung kosten werde. «Das hängt von der Anzahl Kinder ab, die kommen und davon, welcher Tarif zu Anwendung kommt», so Marco Egger. Der Gemeinderat geht von einer Testphase von zwei Jahren aus, möchte aber nach einem halben Jahr bereits einen ersten Zwischenbericht. «Nur so können wir nötige Veränderungen rechtzeitig gemeinsam aufgleisen.»

Im Mai soll ein Elterinformationsanlass durchgeführt werden. Dabei werden der neue Standort und die Tarifstruktur vorgestellt. Bis zu den Sommerferien können Eltern dann ihre Kinder anmelden. Kinder können nur den Mittagstisch besuchen (12 bis 13.30 Uhr). Dazu wird Betreuung bis um 15.30 oder um 17.30 Uhr angeboten. Parallel dazu wird der Verein qualifiziertes Personal suchen. Für den Betrieb brauche es mindestens eine ausgebildete Fachfrau Betreuung. Die Arbeitsgruppe familienergänzende Betreuungsangebote arbeitet ebenfalls parallel weiter an einem Konzept mit allfälligen zusätzlichen Angeboten.