Selzach

Im neuen Kindergarten sind 81,4 Prozent einheimisches Holz verbaut

Labelübergabe Selzach für den Kindergarten.

Labelübergabe Selzach für den Kindergarten.

Ein nachhaltiger Kindergarten-Neubau in Selzach wurde zum Namen «Label Schweizer Holz» benannt. 81,4 Prozent des verbauten Holzes stammt laut einer Berechnung aus dem Schweizer Wald.

2016 erhielt eine Arbeitsgruppe vom Selzacher Gemeinderat den Auftrag, Abklärungen betreffend Notwendigkeit eines Kindergartenneubaus zu machen. Ein Doppelkindergarten bestand zwar bereits. Zeitweise wurden zwei weitere Klassen in einer bereits 1958 als Provisorium aufgestellten Baracke unterrichtet.

Dies sollte sich nun ändern. Nach fünf Studienaufträgen erhielten zwei Planungsbüros den Auftrag, ein Vorprojekt einzureichen. Ende 2017 wurde beschlossen, das Projekt der Canal und Hofer Architektur GmbH aus Biel weiterzuverfolgen. Kurz darauf präsentiert der Gemeinderat der Gemeindeversammlung die Pläne, welche diesen Neubau genehmigte, teilt die Arbeitsgruppe Pro Holz in einer Medienmitteilung mit.

Bereits im August 2019 konnten die Selzacher Kindergartenkinder den neuen Doppelkindergarten mit Leben füllen. Der Neubau bildet zusammen mit dem bestehenden Kindergarten eine Einheit, die sich bestens in die vorhandene Situation integriert. Der Neubau wurde konstruktiv in konsequenter Holzbauweise ausgeführt, was nicht nur zu einem Wohlfühl-Ambiente geführt hat, sondern auch ein Zeichen betreffend Nachhaltigkeit setzen soll. Denn die Arbeitsgruppe hatte in der Projektphase entschieden, dass beim Bau möglichst viel Schweizer Holz verbaut werden soll.

Die Vergabe ging sogar so weit, dass die Bedingung gestellt wurde, die benötigte Menge Holz habe in die lokale Holzkette einzufliessen. Dem wurde Rechnung getragen, indem das Holz nicht von weit herantransportiert werden musste, sondern zu einem grossen Teil aus dem Selzacher Wald stammt. Die Ichertswiler Sägerei Ingold war für die Bereitstellung der Holzrohprodukte zuständig. Elementbau und Montage führte die Niederbipper Haudenschild Holzbau AG aus.

Diesem nachhaltigen Denken wurde anlässlich einer kleinen Feier beim Kindergarten Selzach Rechnung getragen: Die Selzacher Gemeindepräsidentin Silvia Spycher lobte den Mut der Behörden zu diesem «Leuchtturm-Projekt», der ein Symbol für Umweltfreundlichkeit, Nachhaltigkeit und auch Weitsichtigkeit sei. Auch Thomas Studer, der Präsident der Pro Holz Solothurn, freute sich, dass bei dem Neubau dem Baustoff Holz von Anfang an so viel Wertschätzung geschenkt wurde. Um diesem weitsichtigen Denken Rechnung zu tragen, überreichte der Holzbauer Peter Haudenschild mit sichtlicher Freude im Namen von «Lignum Schweiz» den Selzacher Gemeindevertretern das «Label Schweizer Holz».

81,4 Prozent des verbauten Holzes stammt laut seiner Berechnung aus dem Schweizer Wald. In diesem Holz sind rund 129 Tonnen CO2 gebunden. Dies entspricht ungefähr der Menge, welche 25 in der Schweiz lebende Personen in einem Jahr produzieren.

Im Anschluss an die Label-Übergabe durften die Anwesenden einen Blick in die Kindergartenräume werfen und sich selbst davon überzeugen, wie angenehm Holz ist und wie wohl sich die Kinder darin fühlen. (mgt)

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