Luterbach

«Ich bin einfach, wie ich bin»: «Chrone-Paul» freut sich auf seinen ersten TV-Auftritt

«Flück im Glück» heisst die CD von Paul Flück, die schon 1400-mal geordert wurde.

«Flück im Glück» heisst die CD von Paul Flück, die schon 1400-mal geordert wurde.

«Chrone-Paul» ist sein Übername. Mit seinem Corona-Schottisch reitet der 58-jährige Paul Flück, Wirt in der Krone Luterbach, auf der Erfolgswelle. Nun folgt ein TV-Auftritt.

Herr Paul Flück Sie haben erreicht, was anderen bisher verwehrt blieb. Sie haben ein Selfie mit Christa Rigozzi machen dürfen.

Paul Flück: Ja, das war im Tessin, an einem Donnschtig-Jass in Ascona vor zwei, drei Jahren. Ich besuchte den Anlass, und sie sass einem Tisch in der Nähe. Sie lief an uns vorbei, da habe ich kurz mit ihr sprechen können.

Traten Sie am Donnschtig-Jass auf?

Nein. Ich besuche öfters diesen Anlass. Beispielsweise wenn er an einem Ort stattfindet, an dem ich noch nie war.

Mit Ihrer Partnerin?

Mit meiner Frau Karin Sommer. Wir haben in diesem Frühjahr nach 33 Jahren Zusammensein geheiratet.

An der Wand beim Eingang hängen die Diplome der Wirteprüfung von Ihnen und Ihrer Frau, ausgestellt am gleichen Datum. Haben Sie sich beim Kurs kennen gelernt?

Nein in Solothurn im «Metropol». Sie arbeitete als Chef de Service und ich als Küchenchef. Wir gingen dann auf eine Weltreise, bevor wir im Hotel Schlossberg in Erlach zu wirten begannen. Nach anderthalb Jahren wechselten wir für drei Jahre ins Restaurant Kreuz in Deitingen, und seither wirten wir hier in der Krone in Luterbach. Das sind inzwischen 25 Jahre.

Entstanden alle Fotos mit den Prominenten auf Ihrer Internetseite, beispielsweise mit Altbundesrat Adolf Ogi, an Donnschtig-Jass-Events?

Nicht alle. Sarah Jane war hier in unserem Restaurant. Sie hatte einen Auftritt in der Turnhalle und kam danach zu uns essen.

Dann stimmt der Hinweis zu Ihrem Auftritt am nächsten Samstag in der Sendung «Potzmusig», dass Sie erstmals im Fernsehen auftreten werden?

Ja, das ist das erste Mal. Ich bin einfach, wie ich bin. Ich koche gerne und ich musiziere gerne, auch wenn ich technisch nicht der beste Musikant bin, wie ich gestehen muss.

Mit dem Youtube-Hit «Co-co-co-corona» waren Sie aber sehr erfolgreich?

Das Lied hat Stefan Schwarz komponiert. Ich habe es nur gesungen. Dazu brauchte ich gute Musiker. Es sind Kollegen, die mich unterstützen, wenn ich Hilfe benötige. So lief es auch bei meiner CD, die ich kurz nach meinem Hit auf den Markt bringen konnte. Auf der CD sind gut zehn Musiker zu hören, die ich hier nicht alle namentlich erwähnen kann, aber ohne diese Musiker würde nichts laufen.

Bei der Produktion der CD hat Ihnen auch Stefan Schwarz geholfen?

Ja, er hat mir Liedvorschläge unterbreitet, und ich konnte auswählen. Ich singe einfach und kann auch einige Lieder auf dem Örgeli begleiten. Er hilft mir auch bei der Suche nach Konzerten.

Wie lange schon spielt Musik eine Rolle in Ihrem Leben?

Seit ich zehn Jahre alt bin. Mein Vater musizierte, und ich spielte mit. Zuerst mit der Ukulele oder dem Schwyzer Örgeli, dann mit der chromatischen Handorgel oder der «Schnurregige».

Und jetzt der Youtube-Hit «Co-co-co-corona» vom «Chrone-Paul»: Das Lied hat richtig viele Hörer gefunden.

Ja, wahnsinnig, unglaublich. Dadurch habe ich Leute aus der ganzen Schweiz kennen lernen dürfen, die auch meine Gäste wurden. Von Toggenburg bis Schaffhausen, von Oberalp bis nach Lausanne, 90-Jährige bis 6-Jährige, die den Corona-Schottisch zuhause singen. Ich habe sogar von einem Nationalrat ein Video erhalten, in dem zu sehen ist, wie er in seinem Heim das Lied singt. Alle haben Freude an diesem Lied. Auf jeden Fall 99 Prozent.

Gibt es denn auch negative Kommentare?

Einige wenige von denen, die mit der Pandemie schlecht umgehen können. Aber man muss mich nicht in den Himmel hoch heben. Ich will nicht mehr sein, als ich bin.

Der Hit öffnete die Türe in die Sendung «Potzmusig»...

... wegen dem Medienrummel. Ich wurde total überrumpelt. Dann machte ich Interviews. Ich habe immer dasselbe gesagt, wie der Hit zustande gekommen ist ...

... erzählen Sie ...

... das war Zufall, wir hatten einfach Zeit, nach einer Woche putzen am Anfang des Lockdowns. Dann hat Schwarz mich kontaktiert, ob ich nicht ein Lied singen wolle im Studio natürlich mit Corona-Abstand. Dort spielte er mir den Corona-Schottisch vor, und ich sang mit. Es lief nicht schlecht. Er machte noch ein Video in der Küche. Es gab gerade Rösti. Anfangs warteten wir noch ab. Aber als einige andere Musiker ihre Corona-Lieder publizierten, Baschi beispielsweise, haben wir es auch gewagt. Das Lied ist ja gegen das Virus. Es soll verschwinden.

Dann haben Sie es auf Youtube veröffentlicht.

Ja und es machte Peng. Mein Patenkind telefonierte mir und sagte, dass das Video bereits 10'000 Mal angeklickt worden sei. Inzwischen sind es 65'000 Klicks.

Wo wurde die Sendung Potzmusig aufgezeichnet?

In Beromünster, leider ohne Publikum. Nur die Interpretinnen und Musiker waren im Chalet plus zwei, drei Prominente. Wir sangen live.

Ohne Wiederholung?

Doch einmal. Beim der ersten Aufnahme habe ich einen Sprachfehler gemacht. Das Lied heisst «Es Cordon Bleu, das macht eim en richtige Pneu». Es sind ja fast alle Lieder auf der CD auf mich zugeschnitten. «Wer nichts wird, wird Wirt» ist auch ein solches Beispiel. Ich war schon etwas nervös. Man muss ja genau auf den Punkt abliefern.

Gibt es eine CD-Taufe?

Nein. Aber morgen Donnerstag habe ich alle eingeladen, die mitgeholfen haben. Deshalb ist dann die Beiz geschlossen.

Wann kommt die CD in den Verkauf?

Die wird schon verkauft. Ich konnte bereits 1400 Stück verkaufen. Ich habe noch knapp 150 Stück. Weitere kann man immer produzieren. Aber 1400 ist nicht schlecht.

Und wie sieht Ihre Karriereplanung aus?

Nichts, ich habe keine Zeit. Vielleicht – ich weiss es nicht. Aber vorgesehen ist nichts.

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