Die Verwaltungsangestellten und die Behördenmitglieder können sich freuen. Sie werden mit der Totalrevision der Dienst- und Gehaltsordnung nicht gerupft. Der Gemeinderat genehmigte die Totalrevision einstimmig. Dennoch fanden teilweise harte Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit den vorgeschlagenen Änderungen statt.

Vorgestellt wurden die Änderungen von Gemeinderat Stefan Mollet als Arbeitgeber-Vertreter und von Bauverwalter Jürg Vifian als Arbeitnehmervertreter. Vifian wies auf die Hauptänderung für die Angestellten hin. Bisher war ein Bestandteil des Lohns der Leistungsanteil. «Aber mit diesem Lohnanteil wurde zuletzt nicht mehr die Leistung qualifiziert. Alle erhielten einen Leistungsanteil von 4 Prozent.» Neu ist dieser Leistungsanteil bereits im Grundlohn enthalten. Das Salär steigt in insgesamt 20 Erfahrungsstufen auf bis zu 160 Prozent des Grundlohns. Die ersten fünf Lohnanstiege betragen jeweils 5 Prozent, die letzten fünf jeweils 1 Prozent. Das heisst: Der Lohnanstieg der jungen Verwaltungsangestellten ist höher als der der älteren. Beibehalten wird eine Stundenlohnklasse für das Reinigungs- und Hilfspersonal. Hier wurden die Stundenansätze leicht erhöht.

Pauschalen für Präsidien abgeschafft

Auch die Regelung für Entschädigungen der Behörden und Spesen erfährt eine grundlegende Änderungen. Die Pauschalentschädigungen für Kommissionspräsidien wird abgeschafft. Neu sollen besondere Aufwendungen in den Kommissionen oder Arbeitsgruppen auf Antrag der Kommission oder der Arbeitsgruppe separat entschädigt werden. Ziel dieser Regelung ist es, diejenigen zu entschädigen, die sich in einer Kommission oder Arbeitsgruppe speziell für ein Projekt/Thema/etc. einsetzen. Das kann der Präsident sein, aber eben neu auch ein Kommissionsmitglied. Die Sitzungsgelder wurden erhöht von bisher 50 Franken pauschal auf neu 40 Franken pro Stunde.

Für die Betriebskommission Turbensaal lautete der ursprüngliche Vorschlag gegenteilig. Hier sollte nicht wie bisher nach Aufwand, sondern pauschal (3500 Franken) entschädigt werden. Das fand im Gemeinderat aber keine Mehrheit. Man wolle keine Extrawurst. Auch hier soll nach Aufwand entschädigt werden, was den Betrag, so eine Hochrechnung, verdoppelt. Nennenswert ist auch die Erhöhung des Übungssoldes der Feuerwehr für alle auf 25 Franken.

Geschenke dürfen bis 100 Franken Wert haben

In der Diskussion der Dienstordnung gab es etliche Anträge. Martin Röthlisberger (SP) forderte, dass die Gleichstellung der Geschlechter festgeschrieben werden soll und nicht die Gleichstellung von Mann und Frau, was einstimmig angenommen wurde.

Im Kapitel Aufgaben und Grundsätze sollte gestrichen werden, dass die Angestellten der Bevölkerung mit Auskünften und Ratschlägen behilflich sein müssen, um, so der Gemeindepräsident, Missbräuche der Kunden entgegenzutreten. Heli Schaffter (SP) beantragte, dass sich das Verwaltungspersonal als Dienstleister verstehen soll. Am Ende fand der Bauverwalter den Kompromiss mit dem Satz: «Das Gemeindepersonal nimmt die Aufgaben und Dienstleistungen wahr, ...»

Weiter ist die Annahme von Geschenken künftig einmal pro Jahr und Geber bis maximal 100 Franken erlaubt.

Gleich drei Anträge wurden zur Betreuungszulage gestellt. Ursprünglich sah der Vorschlag vor, weiterhin 150 Franken pro Kind monatlich auszuzahlen. Beat Späti (FDP) stellte den Antrag auf Streichung, allenfalls Reduktion auf 50 Franken. Beide Anträge wurden abgelehnt. Heli Schaffter beantragte, dass die 150 Franken abhängig zum Pensum ausbezahlt werden sollen. Wer also 50 Prozent arbeitet, soll 75 Franken erhalten. Hier intervenierte Lea Schluep-Stüdeli (FDP). «Gerade Mütter können mit einem kleinen Pensum weiter berufstätig sein. Sie werden mit einer Kürzung der Betreuungszulage am meisten leiden.» Ihr sozialer Gedanke fand keine Mehrheit. Der Gemeinderat nahm Schaffters Antrag knapp an.

Teilweise erfolgen die Änderungen kostenneutral

Abstriche für das Personal gab es auf Antrag von Beat Späti bei den besoldeten Urlauben. So gibts künftig für eine Heirat nur 2 statt 3 bezahlte Urlaubstage (11 Ja zu 2 Nein). Erhöht wird der Vaterschaftsurlaub von 2 auf 5 Tage. Und eingeführt wurde ein Passus, dass bezahlter Urlaub für die Betreuung erkrankter oder verunfallter Kinder möglich wird.

Die Dienst- und Gehaltsordnung, die noch der Gemeindeversammlung vorgelegt wird, hat Auswirkungen auf die Gemeindekasse. Aber eine Zahl mag Finanzverwalter Dieter Schneider nicht nennen. «Die Umstellung bei den Löhnen der Verwaltungsangestellten und Beamten erfolgt kostenneutral. Aber die Anpassungen bei den Behörden können den Aufwand erhöhen.»