An Aufstellung und Einsätzen wird gegenwärtig noch gefeilt, damit pünktlich am 30. Mai die Premiere zum Auftakt von 21 Vorstellungen gefeiert werden kann. Am vergangenen Samstag waren alle Mitwirkenden auf der ausgedehnten Bühne präsent.

Schon dieses vielfarbige Bild samt Darstellerinnen und Darstellern mit märchenhaften, fast surrealen Ausstattungsakzenten, gefälliger Vielstimmigkeit und orchestraler Begleitung konnte als «Kostprobe vorweg» bereits begeistern. Zumal die Stimmung trotz aller Anstrengung heiter und entspannt schien. Dazu trug die gemütliche Mittagspause mit Verpflegung im Gelände bei, um allen Mitwirkenden ein Gefühl des Zusammenhalts zu vermitteln.

«Vogelhändler» aus Wien

An diesem Probetag, 14 Tage bevor es «ernst» wird, galt es, die Auftritte des «Vogelhändlers» (Roman Lauder) ins Geschehen einzupassen. Bislang hatte Regisseurin Melanie Gehrig neben ihrer künstlerischen Leitung und ihrer Rolle als Kurfürstin Marie seinen Part während der Vorbereitungszeit übernommen. Denn man muss wissen: Sänger Roman Lauder reist aus Wien an, wo er seit 2011 dem Ensemble der Staatsoper angehört.

Dort habe er auch die Rolle des Vogelhändlers in der gleichnamigen Carl-Zeller-Operette gesungen, die ihm musikalisch also keinesfalls fremd sei, berichtet er. «Nach Burgäschi komme ich gern, weil ich hier liebe Freunde gewonnen habe, mit denen ich seit meinem ersten Auftritt in ‹Die lustige Witwe› 2011 in Verbindung stehe.» Ausserdem gefallen ihm die Atmosphäre und das Zusammenwirken der motivierten Kräfte in Burgäschi.

Der dritte Grund, so der Sänger, liege im Wiener Spielplan, der ihm Raum für dieses auswärtige Engagement lasse und im Rahmen der Aufführungsdauer der Operette sogar für ihn und seine Familie hier in der Region «sesshafte» Ferientage erlaube. Lauder, der als heller Tenor Opern- und Operettengastspiele in mehreren europäischen und asiatischen Ländern absolvierte, wird sich an die Bedingungen in Burgäschi rasch gewöhnen – insbesondere an das Klangvolumen des im Hintergrund der Bühne untergebrachten Orchesters und an die visuelle Verbindung zu Dirigent Reimar Walthert lediglich über Monitore am Bühnenrand. Dies betrifft als Herausforderung alle Chorleute und Solostimmen.

Immerwährende Aktualität

Die Frage, wieso sich die 1891 uraufgeführte Operette in aller Welt so grosser Beliebtheit erfreut, beantwortete Lauder mit der immerwährenden Aktualität des Themas. «Eingebettet in die wunderbaren Melodien behandelt dieses Werk in humorvollen, aber differenzierten Szenen Liebe, Lug, Trug, Eifersucht, sozialen Aufstieg und das ewige Ringen ums Geld.» Statt der in vergangenen Jahrhunderten tonangebenden Aristokratie, wie sie das Stück spiegelt, gebe es heute doch den Einfluss nehmenden Geldadel.

In der Gestaltung seiner Rolle habe ihm die Inszenierung freie Hand gelassen. «Ich verkörpere den Vogelhändler Adam als Naturburschen, als typischen Tiroler, vordergründig im Wesen zwar einfach gestrickt, aber versehen mit einer ordentlichen Portion Bauernschläue.» Seine Vorfreude umfasst auch die Zusammenarbeit mit der ihm in ihrer Rolle gefallenden «Christel» (Anna Vichery) und den übrigen, überzeugend besetzten Protagonisten.

Tickets unter www.burgaeschi.ch oder Telefon 032 674 42 82.