Clean-Up-Day

Gerlafingen ist von Pet-Flaschen und Zigarettenstummeln befreit

Über 500 Schülerinnen und Schüler haben in Gerlafingen am 7. Nationalen Clean-Up-Day mitgeholfen und Abfall eingesammelt.

«Wäh. Das isch gruusig.» Mehr als ein Mal war dieser Ausruf gestern Morgen in Gerlafingen zu hören. Über 500 Schülerinnen und Schülern von der 1. bis zur 9. Klasse sammelten am 7. Nationalen Clean-Up-Day Abfall auf dem gesamten Gemeindegebiet ein. Jede Klasse war für ein bestimmtes Gebiet zuständig. Der gesammelte Abfall wurde zum Schulhaus Gländ 2 gebracht dort mit Hilfe der Werkhofmitarbeiter fachgerecht getrennt und entsorgt.
Dabei kam einiges zusammen. Sehr viele Pet-Flaschen und Büchsen, Alteisen, ein Velo, und immer wieder Zigarettenstummel. Eine Gruppe brachte ein kleines Holzhaus, ähnlich einem Puppenhaus mit und eine andere Gruppe fand offenbar Resten eines Pick-Nicks – den Knochen eines ganzen Schinkens. Auch ein Stuhl, Schuhe und ein Pijama wurden in die Mulde geworfen.

Die Kinder mussten alle Handschuhe tragen. Risikomaterialien wurden keine gefunden. «Sonst hätten die Kinder sofort ihre Lehrpersonen informiert. Das Motto hiess: Nichts Gefährliches anfassen.»

Kinder sind teilweise bereits sensibilisiert

«Der Abfall stört unser Dorfbild», meint Gemeindepräsident Philipp Heri. Er hat sich aktiv an der Aufräumaktion beteiligt. Martin Hager (Stellvertreter Leiter Werkhof) kennt die Orte, an denen Abfall liegen bleibt gut. «An den sensiblen Orten sammeln wir den Kehricht täglich auf», erklärt er. Mindestens wöchentlich kommen die Werkhofarbeiten auch an den weniger heiklen Orten vorbei. Es sei ein gesellschaftliches Phänomen. «Oft liegt der Abfall sogar direkt neben den Kübeln. Und diese sind noch nicht einmal voll», so Hager. Gesamtschulleiter Pascal Hunziker bestätigt dies. «Auch auf der Schulwiese lesen die Abwarte jeden Morgen irgendwelche Resten auf, die herumliegen.»

«Klima, Umweltschutz und Abfall sind durchaus Themen bei den Schülerinnen und Schülern», meint Hunziker weiter. Greta Thunberg sei mit ihren Forderungen auch in Gerlafingen angekommen. Eine Gruppe von Schülern habe sich spontan dazu entschlossen ein Littering-Konzept aufzustellen. «Das hat beispielsweise zur Folge, dass die Eltern dieses Jahr in einem Brief dazu aufgerufen wurden, ihren Kindern möglichst wenig Verpacktes für die Herbstwanderung mitzugeben.»

Gemeinde sucht Raumpaten

Die Gemeinde Gerlafingen möchte nicht nur die Schülerinnen und Schüler motivieren weniger Abfall liegen zu lassen, oder diesen, beispielsweise auf dem Schulweg, aufzulesen. «Wir möchten Raumpatenschaften organisieren», so Heri. Raumpaten sind Einzelpersonen oder Gruppen die verantwortlich für ein bestimmtes Gebiet innerhalb der Gemeinde sind und dieses regelmässig aufräumen. Raumpatenschafts-Projekte könnten ohne grossen Aufwand und mit geringen Kosten durchgeführt werden. Trotzdem seien sie wirkungsvoll gegen Littering. Wo weniger Abfall herumliege, werde künftig auch weniger liegen gelassen. «Wir werden als Nächstes mit den Vereinen und auch der Bürgergemeinde Kontakt aufnehmen und hoffen, dass diese mitmachen.» In der Schweiz gibt es bereits zahlreiche Raumpatenschafts-Projekte. In Illnau-Effretikon hat man schon im Jahr 2006 mit der Umsetzung begonnen. Im Kanton Solothurn macht neben Gerlafingen nur noch die Umwelt- und Gesundheitskommission Schönenwerd mit.

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