Gerlafingen
Abschluss der Ortsplanungsrevision trotz einiger offener Themen

Der letzte lokale Schritt ist vollzogen: Der Gemeinderat Gerlafingen genehmigte die Ortsplanungsrevision. Diese geht nun zur Genehmigung an den Regierungsrat.

Gundi Klemm
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Entwicklungsgebiet Bahnhof Gerlafingen.

Entwicklungsgebiet Bahnhof Gerlafingen.

Hanspeter Bärtschi

«Wir begehen heute die Finalissima unserer Ortsplanungsrevision», scherzte Gemeindepräsident Philipp Heri. Einstimmig wird das umfangreiche Dokument, das laut Planer Martin Eggenberger zur Verbesserung des Lebensraums beiträgt, nach zwei öffentlichen Auflagen und Vorprüfungen an den Regierungsrat überwiesen. Enthalten sind Zonenplan, Erschliessungs-und Baulinienplan, Netzplan mit Strassenkategorien und das Zonenreglement.

Einige Planungsbereiche im Dorf, die man als wichtige Areale seit 10 Jahren gesichert hat, sind vorerst von der regierungsrätlichen Genehmigung ausgenommen, weil hier aktuell noch Studienaufträge laufen. Dies betrifft auch Themen, die sich in Gesprächen nach der zweiten Auflage herauskristallisierten wie etwa die Verbesserung des Verkehrsflusses beim Stahlwerk Gerlafingen.

Dort soll mit einer Lastwagen-Zwischenparkierung und einer veränderten Ausfahrt über einen Abzweiger die Lage auch lärmmässig verbessert werden. Teil dieser Studie ist ebenso die BLS, deren Bahnhofsgebäude und Teile des Bahnhofsvorplatzes einer neuen Nutzung zugeführt werden könnten.

Entschieden ist über weitere Parzellen wie die kleine Matte vor Wohngebäuden auf der Strasse Richtung Biberist, die wegen Bachnähe zur Uferschutzzone erklärt wird. Der Landerwerbspreis, der als Entschädigung zu zahlen ist, wird professionell ermittelt.

Fortschritte zeichnen sich ab bei der Moser Maschinen und Immobilien AG in Gerlafingens Osten, die das weitere Planungsverfahren gemeinsam mit der Gemeinde entwickelt. Etwas mehr «Spielraum» brauche man auch zur Beplanung der Freiflächen am Schulhaus Gländ, am Sackmoos und am Landstreifen hinter dem Bauernhaus Ecke Schul-/Wilerstrasse, betonte Eggenberger.

Interessant zu hören war, dass die 40-prozentige Mehrwertabschöpfung infolge Planungsmehrwert zwölf Grundstücke in Gerlafingen betreffen wird. Der Rat verabschiedete zudem das Baureglement, über das die Gemeindeversammlung befindet.

Projekt «Freiwilliger Einheitsbezug» im Steuerwesen

Gemeindeverwalterin Marlise Tüscher gab dem Gemeinderat zum Thema Einheitsbezug eine detaillierte Analyse über Vor- und Nachteile und über mögliches Sparpotenzial oder Ertragsverlust, sofern das Steuerwesen weitgehend dem Kanton übertragen würde. Als Sprecherin der SP sprach sich Regula Jordi gegen diesen Systemwechsel ab 2024 aus. Sie befürchtete einen Verlust an Bürgernähe, eine Beschneidung im kommunalen Handlungsspielraum und mögliche «Kinderkrankheiten» der für den Wechsel nötigen Software.

«Aber ein Monitoring Anfang 2027, um Bilanz zu ziehen, würden wir begrüssen», begründete sie ihren, dann einstimmig gutgeheissenen Antrag. Namens der SVP hatte Thomas Wenger dafür plädiert, sich dem neuen Weg zwar nicht zu verschliessen, aber auch kein Vorreiter zu sein. Bisher interessieren sich nur elf solothurnische Gemeinden für den «Freiwilligen Einheitsbezug».

Das ehemalige Altersheim als Flüchtlingsunterkunft

Nach dem Auszug des Altersheims nach Recherswil steht das «Pergola»-Gebäude im Ortskern leer. Die Gemeinde als Eigentümerin will es nun vorübergehend, bis sich eine künftige Nutzung abzeichnet, dem Kanton zur Unterbringung ukrainischer Flüchtlinge zur Verfügung stellen. «Das ist eine gute Sache», lautete das Echo aus dem Rat.

Hinterfragt wurde die Betreuung durch die Organisation ORS mit der Bitte um den Beizug alternativer Organisationen. Grosses Lob erhielt die Gemeindeführung für ihre Spende von 10'000 Franken an die Glückskettensammlung für die Ukraine.

Abschied nach 35 Jahren Sozialarbeit

Würdigende Worte fand der Gemeindepräsident zum Wirken von Sozialarbeiterin Vreni Müller. Nach 35 Dienstjahren geht die geschätzte «Fürsorgerin» nun in Pension. Die Gemeinde dankt für ihre langjährige Arbeit. Kenntnis nahm der Rat vom Rechenschaftsbericht der Schulsozialarbeit 2020/21. Marianne Röser und Barbara Wyss von der beauftragten Organisation Perspektive leisten in Primar- und Kreisschule wertvolle Unterstützung.

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