Gemeinderat
Deitingen will kein Unicef-Label: «Wir sind schon eine kinderfreundliche Gemeinde»

Der Gemeinderat Deitingen hat kein Interesse am Unicef-Label. Man ist sich einig: Ein solches Label bringt nichts.

Gundi Klemm
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Mit der alljährlichen Kinderfasnacht hat Deitingen eine Attraktion für Kinder.

Mit der alljährlichen Kinderfasnacht hat Deitingen eine Attraktion für Kinder.

Hanspeter Bärtschi

Der Gemeinderat vollzog eine kurze Standortbestimmung, was alles bereits an Strukturen und Angeboten für Kinder und Jugendliche im Dorf vorhanden ist. «Wir stellen fest, dass gerade junge Familien gerne zu uns nach Deitingen ziehen, weil wir viel zu bieten haben», erklärte Gemeindepräsident Bruno Eberhard.

In der Aussprache, die durch Vorarbeiten von Ratsmitglied Benedikt Meier über mögliche Vorteile des Unicef-Labels «Kinderfreundliche Gemeinde» angestossen war, erkannten die Ratsmitglieder sehr wohl den Mehrwert im Standortmarketing für die Wohngemeinde. Allerdings lautete nach der Bestandesaufnahme die einhellige Sicht: «Uns bringt dieses Label nicht so viel.»

Gemeinderätin Franziska Sterchi machte auf den mit der Label-Erteilung verbundenen administrativen Initial- und Rezertifizierungsaufwand aufmerksam und betonte: «Wir wollen den dafür nötigen Betrag lieber direkt und gezielt für die Jugend einsetzen.» Denn immerhin wäre für die Erarbeitung des Labels ein Betrag von 15'000 Franken, den der Kanton Solothurn zwar subventioniert, im Budget 2022 einzusetzen.

Meier machte auf die positiven mit dem Label verbundenen Begleitumstände aufmerksam: ein Fragebogen zur Klärung der Bedürfnisse und ein von Unicef professionell geführter Workshop, in dem Bedürfnisse und eben auch Optimierungsmöglichkeiten für Angebote erkannt werden. Benedikt Meier: «Dies alles dient dem internationalen Ziel, die Kinderrechtskonvention auf kommunaler Ebene zu verankern.»

Aber auch ohne Label-Vorbereitung könne in Deitingen eine Umfrage stattfinden, für die vielleicht das Team 32 der richtige Partner wäre, war sich das Ratsgremium einig. Meier, der seinen Antrag zurückzog, wurde ausdrücklich ermutigt, sich weiterhin für die Jugendförderung einzusetzen. Vielleicht wäre auch der im Jugendheim Baschi neben dem Jubla-Zimmer vorhandene Kellerraum vom Team 72 für junge Menschen ab 16 Jahren als Treffpunkt interessant, fügte der Gemeindepräsident an.

Planung der kommenden Investitionen

Was muss ins Investitionsbudget fürs kommende Jahr und was kann verschoben werden. Michael Tüfer (Finanzressort) präsentierte eine Übersicht, in der mögliche Vorhaben aufgrund der Ressorteingaben zusammengestellt waren. «Im Grundsatz muss lauten, mit der Investitionsplanung für die nächsten Jahre den Werterhalt unserer Gemeinde zu stabilisieren», betonte er.

Provisorisch zur Entscheidung an der nächsten Ratssitzung wurden einzeln diskutierte Vorhaben im Umfang von 410'000 Franken zusammengetragen. Dies betrifft die Erneuerung des Schliesssystems der Zweienhalle, die dringend nötige Anschaffung eines Mannschaftstransporters für die Feuerwehr, den Ankauf von Schulmobiliar, ein umfassendes Mobilitätskonzept sowie ein «Paket» zur Umgestaltung des Schulhausareals.

Verzichtet wurde auf die Instandsetzung der Scheune und vorerst auf den Umbau des Schulleiterbüros. Ratsmitglied Jürg Schärli machte sich stark für eine Bestandesaufnahme über den Zustand der Kanalisation, die auch irgendwann in naher Zukunft stattfinden sollte.

Feuerwehr freut sich über neues Mehrzweckfahrzeug

Jan Binzegger teilte mit, dass mit Datum 1. September das neue Mehrzweckfahrzeug der Feuerwehr geliefert worden sei.

Nicht ganz glücklich wegen der Kostenüberschreitung um fast 26'000 Franken hiess der Rat die Schlussabrechnung der Unterführung SBB Oeschbachstrasse im Betrag von 145'668 Franken gut. Schärli begründete die entstandenen Mehrkosten gegenüber dem Kredit von 120000 Franken detailliert. «Wir sind inzwischen einfach verwöhnt, weil unsere Bauprojekte zumeist unter dem offerierten Preis abschliessen», tröstete Gemeindepräsident Bruno Eberhard.

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