Gemeindefinanzen
Die finanziellen Aussichten von Obergerlafingen stimmen optimistisch

Der Gemeinderat Obergerlafingen behandelte das Budget 2022, das ein Plus vorsieht.

Gundi Klemm
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Das Obergerlafinger Budget weist ein Plus aus.

Das Obergerlafinger Budget weist ein Plus aus.

Rahel Meier

«Aktuell verzeichnen wir einen Steuereingang bei den natürlichen von 3,03 Millionen Franken und bei den juristischen Personen von 590'000 Franken», beschreibt Gemeindepräsident Beat Muralt die erfreuliche Lage in den Gemeindefinanzen. «Es sieht aktuell gar nicht so schlecht aus.»

Auch der Entwurf fürs Budget 2022, das mit einem Aufwand und Ertrag von 4,7 Millionen Franken und vorerst einem Ertragsüberschuss von rund 55'000 Franken rechnet, ist auf Kurs. Allerdings sind im Vorschlag einige Abschreibungen noch nicht berücksichtigt. Es könnte also noch einen kleinen Aufwandüberschuss geben.

Für Obergerlafingen bedeutet dies bei 1,4 Millionen Franken an flüssigen Finanzmitteln kein Problem. Die grossen Ausgabenbereiche liegen weitgehend im Rahmen der Vorjahre. Etwas günstiger veranschlagt mit 1,9 Millionen Franken ist die Bildung, in der die Gemeinde wegen gesetzlicher Vorgaben und Schulpartnerschaften weitgehend «fremdbestimmt» agiere, so Muralt.

Alle Beiträge an die Zentrumslasten werden bezahlt, und nachgeprüft wird, ob der Beitrag von 13'800 Franken ans Schwimmbad Eichholz auch zu den zugesicherten Eintrittsvergünstigungen für die Einwohnerinnen und Einwohner führt.

Aus dem Finanz- und Lastenausgleich kann mit 177'372 Franken gerechnet werden. Steuern erwartet die Gemeinde im kommenden Jahr in der Höhe von 3,785 Millionen Franken. Diesmal ist kein Investitionsbudget vorhanden. «Nicht weil wir kein Geld haben, sondern weil wir nichts an Planungen auf dem Tisch haben», so Werkkommissionschef Daniel Friedli.

Logistikunternehmen im Bolacker ansiedeln?

Die vier benachbarten Gemeinden Gerlafingen, Obergerlafingen, Kriegstetten und Recherswil werden sich mit dem Kantonalen Planungsamt zu Gesprächen treffen. Beat Muralt bekräftigte nochmals sein Votum an der Wasserämter Gemeindepräsidienkonferenz. Er sieht eine derartige Ansiedlung im Grundwasserschutzgebiet Bolacker eher kritisch.

Zu vermelden, so Muralt, sei keine wesentliche Entwicklung im Problem der SBB-Übertragungsleitung Kerzers-Rupperswil. Das Bundesamt für Verkehr stellt die anwaltschaftlich unterstützte Einsprache von sieben Gemeinden den SBB zu. Angeregt wird eine Bündelung der Leitungen mit Swissgrid und gefordert eine Verlegung ins Erdreich.

Bedürfnis für Bücherschrank wird abgeklärt

Die beiden Einwohnerinnen Susanne Krieg und Tina Läubli haben sich mit der Frage, ob die Gemeinde einen öffentlich zugänglichen Bücherschrank finanzieren wolle, an den Rat gewandt. Im Rat wurde diese Bitte mit Sympathie diskutiert. Die für Kultur zuständige Gemeinderätin Sabrina Schneider bezeichnete die Idee als «nicht schlecht». Schliesslich kam das Gremium überein, erst einmal mittels Umfrage das Bedürfnis abzuklären.

Mit einigen Zweifeln begegnete der Rat der Verkehrserhebung im Corona-Jahr 2020, in der für Obergerlafingen eine kumulierte Tagesfrequenz von 1260 Fahrzeugen angegeben wurde. Dies ergäbe laut Kanton gegenüber der letzten Zählung einer Abnahme um 21.47 Prozent. Angesichts des aktuellen Verkehrsgeschehens geht der Gemeindepräsident von einer Durchfahrtfrequenz von geschätzt 2000 Fahrzeugen aus.

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