Eigentlich ist sie vom Tisch, die Bring- und Holzone auf der Solothurnstrasse beim Schulhaus. Sie ist in einem Vorprojekt, vorgestellt von Planer Reto Affolter (WAM Planer und Ingenieure AG), als Ergänzung geplant zur Einführung von Halteverboten auf allen Strassen rund um die Schulanlage. Insgesamt wäre mit den Halteverboten und der ergänzenden Bring- und Holzone die Problematik der Elterntaxis, die mit ihren Parkmanövern die Kinder gefährden, entschärft. Zusätzlich wurde die Einführung von Tempo 30 rund um die Schulanlage geprüft. Die Kosten für die Massnahmen werden auf insgesamt 160'000 Franken beziffert.

Die Bring- und Holzone wäre in der Region, wenn nicht im ganzen Kanton, etwas neues und damit einzigartiges gewesen. Die Prüfung dieser Idee genehmigte noch der alte Gemeinderat. Im neuen Gemeinderat fand die Idee aber weniger Rückhalt. «Wir wollen Elterntaxis doch nicht fördern?», entrüstete sich beispielsweise Gemeinderat Alexander Magno (CVP), der als Ersatz für Kurt Hediger an der Sitzung der Gemeinderatskommission teilnahm. Reto Affolter erläuterte, dass der alte Gemeinderat zur Einsicht gelangt sei, Elterntaxis seien zu tolerieren, aber in bestimmten Zonen und nicht mehr wild parkierend.

Kein Persilschein für Elterntaxi

Jürg Nussbaumer (FDP) verteidigte den Vorschlag wegen der Sicherheit für die Kinder. «Mit der Bring- und Holzone auf der Südseite der Solothurnstrasse müssen sie nach dem Ausstieg keine Strasse mehr queren. Sie sind direkt auf dem verkehrsfreien Schulgelände.» Reto Affolter ergänzte, dass die Schule diese Elterntaxis dort wünsche, wo sie am wenigsten Schaden anrichten.

Aber Gemeindepräsident Michael Ochsenbein (CVP) störte sich am Signal, dass ausgesendet würde: «Ich finde es nicht gut, wenn die Gemeinde den Eltern einen Persilschein erteilt.» Hans Peter Schläfli (FDP) ist aber überzeugt: «Elterntaxis wird es immer geben. Die bringen wir nicht weg.» Und Hans Rothenbühler (CVP) erklärte, er habe sich mit den Elterntaxis abgefunden. «Aber ich will auf der Solothurnstrasse gesetzeskonforme Parkplätze und keine Bring- und Holzone.»

Er hatte diese Variante, mit Parkplätzen (Blaue Zone) zuvor vorgeschlagen. Mit dieser Massnahme auf dem Tempo-30-Abschnitt der Solothurnstrasse müssten beidseitig Parkplätze eingezeichnet werden. Bringen Eltern ihre Schulkinder mit dem Auto zur Schule, kann es deshalb vorkommen, dass diese nordseitig aussteigen und trotzdem die Strasse noch queren müssen.

Reto Affolter erklärte noch, dass eine Bring- und Holzone gesetzlich erlaubt sei. Urs Rutschmann (SVP) wiederum sagte, dass die Polizei eine solche Zone nicht empfehle, wie er in einem Gespräch mit einem Polizisten erfahren habe.

Die Mehrheit der Gemeinderatkommission will nun auch eine Variante mit Parkfeldern auf der Solothurnstrasse geprüft haben. Die Einführung von Tempo 30 ist unbestritten, vorgeschlagen wurde von Rothenbühler gar eine kleine Ausweitung. Gewünscht wird auch eine zeitliche Einschränkung der Halteverbote, welche bereits das «wilde» Parkieren der Elterntaxis stoppen. Nach wie vor möglich ist eine Sperrung der Strassen mit der Tafel «Zubringer gestattet». Dies würde den Fluchtverkehr, der an der Schulanlage vorbeiführt, eindämmen. Das Vorprojekt wird nun überarbeitet und kommt nochmals in die Gemeinderatskommission.

Mehr Informationen zum Neubau

Vertagt wurde das zweite grössere Geschäft an dieser Sitzung. Die Gemeinde soll in einer Umfrage Antworten geben zur Finanzierung einer zweiten Turnhalle im Oberstufenzentrum in Subingen. Aber gegen den Neubau bestehen in Luterbach Widerstände. «Die Ob-Frage stellt sich nicht sondern nur die Wie-Frage», versuchte der Gemeindepräsident klarzustellen. Denn Luterbach ist im Zweckverband Schulkreis Wasseramt Ost eingebunden, der das Oberstufenzentrum in Subingen betreibt. «Wenn der Zweckverband eine Turnhalle in Subingen braucht, dann zahlen wir mit, auch wenn wir davon keinen direkten Nutzen haben.» Eine zweite Turnhalle werde benötigt, weil schon länger die Mehrzweckhalle Subingen dazu gemietet werden muss, was im Schnitt jährlich 75'000 Franken kostet. Ein Neubau würde maximal 7 Mio. Franken kosten.

Der neue Gemeinderat will dennoch weitere Informationen zum Neubau, bevor er eine über Finanzierungsvariante entscheiden könne.