Bellach

Gemeinde präsentiert vier Pakete für mehr Verkehrssicherheit

Auf der Dorfstrasse in Bellach kann es zwischendurch eng werden.

Auf der Dorfstrasse in Bellach kann es zwischendurch eng werden.

Die Arbeitsgruppe Energie und Mobilität präsentiert der Bevölkerung Bellachs Massnahmen zur Verkehrs- und Schulwegsicherheit.

Die Samichlausrute, die der Gemeindepräsident kurz nach dem letzten Samichlaustag bei der Überreichung einer Petition mit über 400 Unterschriften erhielt, hat gewirkt. An einem Informationsanlass wurden Massnahmen zur Verkehrssicherheit und zur in der Petition geforderten, flächendeckenden Einführung von Tempo 30-Zonen in den Wohnquartieren vorgestellt.

Die Förderung der Verkehrssicherheit ist in Bellach aber seit Jahren ein heiss diskutiertes Thema. Bereits in der vergangenen Legislatur zeigte sich gemäss einer Umfrage, dass die Einführung von Tempo 30 für die Bevölkerung höchste Priorität hat. Aus finanziellen Gründen wurde dazumal allerdings auf ein Verkehrskonzept zur Umsetzung von Massnahmen verzichtet und auf die jetzige Legislatur verschoben.

Schliesslich hat die Gemeinde eine Verkehrsplanung zur Behebung der Schwachstellen auf dem Strassennetz Bellachs in Auftrag gegeben. Das Ziel dabei war es, ein Massnahmenkonzept zur Erhöhung der Sicherheit und der Wohnqualität zu erarbeiten und in den kommenden Jahren umzusetzen.

Vier Massnahmenpakete ausgearbeitet

Die Arbeitsgruppe Energie und Mobilität organisierte den Informationsanlass. Dabei zeigte sich, dass die Angelegenheit nach wie vor ein emotionales Thema ist, welches allen unter den Nägeln brennt. Die Veranstaltung war bei weitem besser besucht, als so manche Gemeindeversammlung wie Bauverwalter Jürg Vifian anmerkte.

Besonderes Augenmerk wurde in der Untersuchung auf die Schulwegsicherheit gelegt. Im Gegensatz zu früher, als in den Gemeinden verzweifelt versucht wurde, ein Schulwegnetz auszuscheiden, geht man heute davon aus, dass grundsätzlich alle Verbindungen im Siedlungsgebiet Schulwege sind. Aus diesem Grund soll bei der Wahl des Massnahmentyps darauf geachtet werden, was für Kinder am meisten Sicherheit bringt. Hier stelle die Reduktion der Geschwindigkeit des rollenden Verkehrs mithilfe flächendeckender Einführung von Tempo 30 die wirksamste Massnahme dar. Grundsätzlich gelte aber das Credo: «So wenig wie möglich, so viel wie nötig», wie Verkehrsplaner Daniel Grob erklärte.

Die Umsetzung der Massnahmen ist in vier Paketen geplant. Das erste Paket, welches in zwei Schritten 2020/2021 durchgeführt werden soll, umfasst zum ersten die Massnahmen für die Sicherheit im Bereich der Schulhäuser und zum zweiten Massnahmen, die mit einfachen Mitteln, ohne aufwendige planerische Vorarbeiten und hohe Kosten innert nützlicher Frist umgesetzt werden können. Zum dritten beinhaltet sie die planerischen Vorarbeiten für die komplexeren Massnahmen. Konkret bedeutet dies beispielsweise die Erarbeitung der Gutachten für die peripheren Tempo-30-Zonen Grederhof, Lommiswilstrasse sowie Mühlacker und deren spätere Einführung. Zudem soll, um den speziellen Handlungsbedarf im unmittelbaren Umfeld der Schulhäuser zu berücksichtigen, die planerische Vorbereitung und Koordination mit dem Schulverband und dem Programm «so-mobil» erfolgen.

Auch Schliessung von Durchfahrten ist möglich

Das zweite Paket beinhaltet jene Massnahmen, die einerseits eine fundierte planerische Vorarbeit benötigen oder die andererseits nicht von sehr hoher Dringlichkeit für Sicherheit und Qualität der Verkehrsräume sind. Hier ist etwa vorgesehen, Tempo 30-Zonen im zentralen Wohn- und Geschäftsbereich einzuführen und an die in Phase 1 eingeführten 30er-Zonen anzukoppeln. Weiter geplant sind Umgestaltungen, teilweise mit provisorischen Sofortmassnahmen, der früheren Ortsdurchfahrtsstrecken wie Dorfstrasse, Gärisch/Lindenstrasse und Tellstrasse und zwar so, dass das Erscheinungsbild einen Einbezug in eine Zone Tempo 30 ermöglicht.

Im dritten Paket sind Massnahmen enthalten, welche laufend durch den Einbezug in Sanierungs- und Unterhaltsprogramme umgesetzt werden können. Beispielsweise die Überprüfung und womöglich Aufhebung von Stopp-Signalen und Ersatz durch Rechtsvortrittmarkierungen.

Beim letzten Paket wiederum werden Massnahmen aufgeführt, die je nach Entwicklung beim Ausweichverkehr einzusetzen sind. Dieses Paket bleibt in Bereitschaft. Es kommt erst zu einer Umsetzung, wenn die übrigen Massnahmen nicht genügend wirksam sind. Dazu gehört etwa das starke Erschweren oder gar Schliessen der Ein- oder Durchfahrten verschiedener Strassen wie der Römerstrasse oder der Gewerbestrasse auf der Höhe Schulhausstrasse.

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