Zuchwil

Gemeinde gewährt Darlehen und rettet einmal mehr das Sportzentrum

Im Frühling wurde der Eingangsbereich neu gestaltet.

Im Frühling wurde der Eingangsbereich neu gestaltet.

Die Ausfinanzierung der Pensionskasse hat ein Loch in die Kasse gerissen, wie die Verantwortlichen des Sportzentrum an der 33. Generalversammlung berichteten. Fast 600 000 Franken beträgt der diesjährige Verlust. Nun muss die Gemeinde aushelfen.

Auf Grund eines ausserordentlichen einmaligen Aufwandes in der Höhe von 678 039.45 Franken musste die Sportzentrum Zuchwil AG dieses Jahr einen sehr hohen Jahresverlust von 594 333.65 Franken ausweisen. An der Generalversammlung vom Freitag wurde die Ausfinanzierung der kantonalen Pensionskasse als Grund für den ausserordentlichen Aufwand genannt.

Bei der Eröffnung des Sportzentrums im Jahre 1974 wurden die damaligen Anlagen von Mitarbeitern der Gemeinde Zuchwil geführt, die bei der Pensionskasse des Kantons versichert waren. Mit der Inbetriebnahme der Eishalle und des Ausseneisfeldes im Jahre 1982 wurde die Sportzentrum Zuchwil AG gegründet. Dabei blieben die Mitarbeitenden weiterhin bei der Pensionskasse des Kantons versichert. Dies bis zum heutigen Tag.

Die vom Volk entschiedene Variante der Ausfinanzierung hatte zur Folge, dass das Sportzentrum einen einmaligen Betrag von 678 039.45 Franken in der Pensionskasse des Kantons Solothurn einzuschiessen hatte. « Das ist natürlich äusserst schmerzhaft», erklärte Direktor Urs Jäggi.

Die Ertragskraft des Sportzentrums reichte aber nicht aus, um diesen ausserordentlichen Aufwand in einem Jahr zu stemmen. Die Hauptaktionärin, die Einwohnergemeinde Zuchwil gewährte ein Darlehen in der Höhe von 670 000 Franken und unterzeichnete gleichzeitig eine Rangrücktrittsvereinbarung über 400 000 Franken. Diese Rangrücktrittsvereinbarung wurde nötig, da der grosse Jahresverlust zu einer Unterbilanz von 188 745.01 Franken führte.

«Für diese wertvolle Hilfeleistungen danken wir dem Einwohnergemeinderat von Zuchwil bestens», so Jäggi und Verwaltungsratspräsident Jürg Kilchenmann. «Wir wollen das Darlehen refinanzieren», erklärte Urs Jäggi. Er sei froh um dieses starke Zeichen der Gemeinde, die das Sportzentrum nicht in den Konkurs gleiten lassen wollte. Der Versuch, ein Eigenkapital aufzubauen – im Vorjahr immerhin 13,1 Prozent der Bilanzsumme –, wurde mit dieser unerwarteten Ausgabe, zunichtegemacht.

Operativ positiv unterwegs

Die Jahresergebnisse eines Sportzentrums dieser Art und Grösse präsentieren sich immer unterschiedlich. Dafür verantwortlich sind primär die wetterabhängigen Aussenanlagen. So musste das Sportzentrum im Berichtsjahr die schlechteste Freibadsaison seit Bestehen der Anlage hinnehmen. Dennoch zeigten sich die Verantwortlichen mit dem Gesamtjahresbetrieb der Anlagen sehr zufrieden. Der budgetierte Umsatz von 5 070 000 Franken konnte mit Einnahmen von 5 108 691 Franken übertroffen werden.

«Als Betriebsgesellschaft sind wir, abgesehen vom erwähnten ausserordentlichen Aufwand, operativ sehr positiv unterwegs» erklärte Jürg Kilchenmann. Dabei dürfe aber nicht vergessen werden, dass die Einwohnergemeinde Zuchwil zusätzliche, namhafte jährliche Aufwendungen für Investitionen, Rennovationen und Ersatzanschaffungen leistet. Dazu gehören auch die Verpflichtungszahlungen der Gemeinde an das Sportzentrum für die sportlichen Aktivitäten der Schulen.

Die Investitionen hat die Gemeinde auf rund eine Million Franken jährlich plafoniert. Im 2014/15 wurde nicht nur im Hintergrund in technische Anlagen investiert. «Auch der Kunde soll spüren, dass etwas geht», sagt Urs Jäggi. So wurde der Eingangsbereich des Sportzentrums erneuert. Kürzlich konnte die neue Sauna in Betrieb genommen werden. Im 2016 folgt der lange geplante Umbau der Energiezentrale, welcher mit 1,7 Millionen Franken zu Buche schlagen wird. 2016 soll auch die Bandenanlage erneuert werden.

An der 33. Generalversammlung wurde der Verwaltungsrat nochmals für ein Jahr gewählt. Grund dafür ist die bestehende Task Force von Hauptaktionär Zuchwil gemeinsam mit dem Sportzentrum. Diese sucht Lösungen, das Sportzentrum in eine Zukunft zu führen. Damit die Arbeit nicht unnötig verzögert werde, wolle man nochmals ein Jahr in der gleichen Besetzung arbeiten.

Das Sportzentrum kostet die Gemeinde aber nicht nur. Die Strahlkraft der Gesamtanlage, eines der grössten Sportzentren in der Schweiz, reicht über deren Grenzen hinaus. Dies würden beispielsweise die Testspiele mit internationalen Eishockeyclubs beweisen, wie am Mittwoch des schwedischen Klubs Roegle gegen den EHC Biel. «Wir geniessen einen guten Ruf. Immer wieder kommen Teams aus dem Ausland zu uns», so der Direktor.

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