Ein Bucheggberger sorgte dafür, dass der Forstbetrieb Leberberg in Selzach schweizweit bekannt wird. Der ehemalige Kreisförster Lebern und Bucheggberg, Ueli Stebler aus Lüterkofen, habe Weitsicht bewiesen und die Eingabe an die Stiftung Hermann und Elisabeth Walder-Bachmann weitergeleitet, erzählte German von Burg, Präsident des Forstbetriebs, im Pfarreizentrum. Dort versammelten sich Vertreter der Waldbesitzer und Bürgergemeinden, bisherige Preisträger, Personen aus Forst, Naturschutz und Jagd, Stiftungspartner sowie die Kantonsratspräsidentin Verena Meyer zur Ehrung.

An einem Maimontag telefonierte die Geschäftsführerin der Stiftung, Lisa Eggenschwiler, erinnert sich Thomas Studer, Leiter des Forstbetriebes mit elf Mitarbeitern. «Sie erklärte mir, dass wir den mit 50 000 Franken höchstdotierten Naturschutzpreis der Nordwestschweiz, den Walder-Preis, erhalten. Ich dachte, es sei ein Witz.» Inzwischen wisse man im Forstbetrieb, dass das Preisgeld für die Jugend verwendet werden soll. Angedacht sei es, im Forsthaus einen Ausbildungsraum einzurichten. «Es soll ein Ort der Begegnung werden», so Studer.

Biotopbäume, Asthaufen und Steinhaufen

Stiftungsratspräsident Felix Moppert hielt in gemütlichem «Baseldytsch» die Laudatio, in der er die Leistungen des 2005 gegründeten Forstbetriebes hervorhob. «Hier wird mit dem Wald respektvoll umgegangen, er wird nicht ausgebeutet.» Heute beteiligt sind die Bürgergemeinden Bettlach, Flumenthal, Günsberg, Langendorf, Lommiswil, Niederwil, Oberdorf, Riedholz, Rüttenen, Selzach, Einheitsgemeinde Hubersdorf und der Kanton . 2790 Hektaren Wald werden betreut. Dabei wird das Dauerwaldprinzip gepflegt. Reife und kranke Bäume werden einzeln geerntet. In den Lücken regeneriert sich der Wald selbst.

Als Besonderheit zählt Moppert auf, dass rund ein Viertel der Waldfläche im Forstbetrieb Reservate sind. Weiter gelten für unzählige Biotopbäume Vereinbarungen mit dem Kanton. Diese Bäume dürfen nicht gefällt werden. Über tausend Asthaufen und 50 Steinhaufen begünstigen zudem die Waldfauna.

Mit dem seit 2002 vergebenen Walder-Preis zeichnet die 1992 gegründete Stiftung Personen und Organisationen aus, die sich auf beispielhafte Art und Weise für Naturschutz im Wald engagieren. Aber nicht nur Ökologie ist gefordert, auch der ökonomische Aspekt ist wichtig. Der Stiftungsgründer war Unternehmer und baute in den 1950er Jahren die grösste private Baumschule in der Schweiz auf. (uby)