Nach Biberist/Lohn-Ammannsegg/Bucheggberg hat nun auch die Kirchgemeinde Kriegstetten-Gerlafingen an der Gemeindeversammlung Eintreten auf das Geschäft beschlossen. Dies erklärt Kirchgemeindepräsident Richard Tschol auf Anfrage. Die rund 30 Anwesenden liessen sich von einer Fusion überzeugen.

Schon jetzt arbeiten die vier Pfarreien in Kriegstetten, Gerlafingen, Biberist und Lohn-Ammannsegg im Rahmen des 6000 Mitglieder umfassenden Pastoralraums zusammen. Stimmen die Kirchgemeindemitglieder einer Fusion zu, würde die grösste römisch-katholische Kirchgemeinde im Kanton entstehen. Die Fusion zur neuen Kirchgemeinde Wasseramt West-Bucheggberg soll auf den 1. Januar 2021 wirksam werden.

Die Gründe für eine Fusion sind vielfältig. Im Vordergrund steht nicht die finanzielle Komponente. Grundsätzlich sind beide Kirchgemeinden jetzt und in Zukunft – unabhängig einer Fusion – mit einem Eigenkapitalpolster finanziell gut aufgestellt. Zusätzlich zur dreijährigen Besitzstandgarantie sorge der Finanzausgleich dafür, dass die Kirchgemeinde Kriegstetten-Gerlafingen, wegen ihres geringeren Steuerindex, höhere Zuwendungen erhalte.

Personalmangel

Hauptgrund für eine Fusion ist die Besetzung der Ämter zur Organisation der vielfältigen Aufgaben der Kirchgemeinde, die sich immer schwieriger gestaltet. An einer Informationsveranstaltung im März hiess es dazu: «Viele der langjährigen Mitarbeitenden möchten aufhören, und niemand steht Schlange, um sich nach den Wahlen 2021 zu engagieren.» Ein Zusammenschluss, der eine Strukturänderung mit sich bringen würde, könnte die Zukunft der Kirchgemeinde und damit auch die Existenz der vier örtlichen Pfarreien unter ihrem Dach sichern. Es mache Sinn, Doppelspurigkeiten abzubauen und die Synergien einer gemeinsamen Verwaltung zu nutzen.

Bei der Urnenabstimmung wird den Kirchgemeinde-Angehörigen die Frage gestellt, ob sie einem Zusammenschluss der erwähnten Kirchgemeinden zustimmen oder nicht. Für eine Annahme der Fusion muss das relative Mehr in beiden Kirchgemeinden erreicht werden. Dieses Verfahren wird für beide Kirchgemeinden separat durchgeführt. (uby)