Erleichtert, wieder «unbelastet» arbeiten zu dürfen, ist Gemeindepräsidentin Silvia Stöckli. Am Ende der von 51 Stimmberechtigten besuchten Gemeindeversammlung las sie aus der Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vor. Beschuldigt wurde sie von Privatpersonen des Amtsmissbrauches, der Urkundenfälschung, Nötigung, Drohung, Beschimpfung und Tätlichkeiten, dies im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit als Asylbetreuerin. Die Anschuldigungen haben sich rechtlich als nicht haltbar erwiesen. Die Erleichterung über diese Einstellungsverfügung war Silvia Stöckli anzusehen.

Souverän, wie Gemeinderat Cyrill Schildknecht lobte, leitete sie zuvor eine schwierige Gemeindeversammlung. Das Traktandum Wärmeverbund beschäftigt die ganze Gemeinde, will doch die Bürgergemeinde zusammen mit dem Forstbetrieb Bucheggberg
mit einer Holzheizung so viele Gebäude wie möglich mit Wärmeenergie versorgen.

Die Einwohnergemeinde ist aufgefordert, mit ins Boot zu steigen. Einerseits mit der Abgabe von gemeindeeigenem Land beim Schulhaus im Baurecht. Weiter mit einer finanziellen Beteiligung von maximal 300'000 Franken und drittens mit dem Anschluss des Schulhauses und des Mehrzweckgebäudes an den Wärmeverbund.

Mehrheit der Stimmanteile

An der Versammlung wurden mehrere Punkte kritisch diskutiert. Etwa den Standort der Heizzentrale. Aber die Vertreter der Arbeitsgruppe Wärmeverbund und des Forstbetriebes konnten die Anwesenden davon überzeugen, dass die Heizung so zentral als möglich stehen soll, damit die logistischen Probleme der Transportleitungen auch so klein wie möglich bleiben.

Schwieriger zu umschiffen war die im Antrag formulierte Mehrheit beim künftigen Wärmeverbund von mindestens 50 Prozent der Stimmenanteile. Der Vorschlag aus den Reihen der Versammelten, dass Bürgergemeinde und Einwohnergemeinde zusammen eine Mehrheit der Stimmenanteile halten sollen, wurde in der Folge klar genehmigt.

Hoffen auf Anschlusswillige

Die grundsätzliche Kritik am Vorhaben aus finanzieller Sicht – befürchtet wurde bei den vielen weiteren Investitionen, dass eine Steuererhöhung fällig wird – konnte Finanzverwalter Kurt Burkhalter mit dem Verweis auf das Eigenkapital der Gemeinde dämpfen. Die Versammlung genehmigte die entsprechenden Anträge mit grossen Mehrheiten.

Für den Wärmeverbund wird mit Kosten von 1,6 Mio. Franken gerechnet. Bürgergemeinde und Einwohnergemeinde werden zusammen maximal 600'000 Franken beisteuern. Gesucht werden weitere Finanzierungsbeiträge und Anschlusswillige. So ist man in Verhandlungen mit dem Investor eines Mehrfamilienhauses mit 9 Wohnungen und hofft, diesen auch ins Boot nehmen zu können.

Mit dem Wärmeverbund wird ein weiteres Problem der Gemeinde gelöst, die ihre bestehende Recycling-Sammelstelle aufgrund von Beschwerden umsiedeln müsse. Bei der Heizzentrale soll nun auch ein Unterstand für eine neue Sammelstelle entstehen.

Kritik an Verwaltungskosten

Der Finanzverwalter erläuterte in der Folge der Versammlung das Budget 2019 mit einem Ausgabenüberschuss von 31 950 Franken bei einem Ertrag von 1,891 Mio. Franken. Dieses blieb unbestritten bis auf die Ausgaben für die Verwaltung. Wegen diversen kurzfristigen Personalwechseln entstanden Pendenzen, die mit zusätzlichem Zeitaufwand abgearbeitet werden müssen. Diese Arbeiten werden extern vergeben. Gleichzeitig werden die Verwaltungspensen erhöht, was aber die Anzahl Überstunden auf Null senken soll. Und drittens erhält das Verwaltungspersonal ein Coaching, um den steigenden Anforderungen gerecht werden zu können.

Die geplanten Investitionen wurden mit Ausnahme des grössten Brockens heftig diskutiert. Der Kredit über 50'000 Franken für die Renovation der Fassade Mehrzweckgebäude passierte unbeschadet. Aber die 86'500 Franken für drei Strassenlampen auf der Friedhofstrasse und die Verkabelung Glockenstuhl wurden erst nach der Ablehnung eines Gegenantrages genehmigt. Der Gegenantrag forderte, nur einen Teil des Bauvorhabens auszuführen. Der grösste Brocken, die Renaturierung des Mülibaches für 340'000 Franken fand eine komfortable Mehrheit. Bund und Kanton werden das Vorhaben mit gegen 90 Prozent der Kosten subventionieren. Einzig ein Beteiligter erklärte sich unzufrieden mit dem Realersatz.

Das letzte Geschäft, die Fusion der Spitexorganisationen Bucheggberg und Aare-Nord zur Spitex Aare Nord wurde grossmehrheitlich genehmigt. Kritik aus den Reihen der Versammelten am Vorhaben wegen dem ungewohnten Zusammengehen über die Aare hinweg mündete nicht in einem entsprechenden Antrag.