Ehrentreppe Absyte
Dursli und Babeli: Die Geschichte vom berühmten Grenchner Liebespaar

Dem berühmten Grenchner Liebespaar ist auf der Ehrentreppe auf der Absyte eine Tafel gewidmet.

Wiki Stadtgeschichte Grenchen
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Ehrentreppe Absyte: Die Tafel zu Ehren von Dursli und Babeli.

Ehrentreppe Absyte: Die Tafel zu Ehren von Dursli und Babeli.

Oliver Menge

Dursli und Babeli werden im bekannten Grenchner Lied «Es het e Buur es Töchterli» besungen. Zugeschrieben wird der Text dem Grenchner Bauerndichter Andreas Ris (1728 – 1793). Es gibt diverse Übereinstimmungen zwischen Liedtext und historischen Persönlichkeiten, auch wenn die Historizität nicht abschliessend geklärt ist. So könnte es sein, dass mit Babeli Barbara Marti gemeint ist. Sie ist im Taufrodel in Grenchen 1670 zu finden. Lange war man auch der Meinung, das Ganze spiele im Bucheggberg und Grenchen habe die Geschichte bloss «geklaut», weil es grad so «gäbig» war.

Im Lied wird Babeli von Dursli umworben, der sie unbedingt zur Frau nehmen möchte. Allerdings lehnen dies sowohl Babelis Mutter wie auch der Vater entschieden ab, da sie noch zu jung zur Ehe sei. Daraufhin wandert Dursli nach Solothurn, um sich freiwillig zum Militärdienst in Flandern zu melden. Auch diese Stelle passt zu den historischen Ereignissen jener Zeit und spricht ein reales Problem an: Viele junge Grenchner verliessen ihre Heimat aufgrund fehlender Erwerbsmöglichkeiten und begaben sich in fremde Solddienste.

Fiktion und Historie gehen auseinander

Am Ende des Liedes schaffen es die beiden doch zu heiraten. Hier weichen die historischen Quellen aber vom Liedtext ab: Die historische Person Barbara Marti hat zwar sehr wohl 1705 geheiratet. Allerdings hiess ihr Mann nicht Urs, sondern Franz Arni. Im Jahr 1798 wurde der Text vertont. Kein geringerer als Ludwig van Beethoven komponierte die Tonweise des Grenchner Liedes unter dem Titel Variationen über ein Schweizer Lied. Von Johann Gottfried Herder wurde das Lied in seine Sammlung aufgenommen und auch Johann Wolfgang von Goethe bezeichnete den Text als «einen köstlichen Ausdruck des schweizerischen Zustandes und des höchsten Ereignisses dort zwischen zwei Liebenden.»

1911 schrieb der Solothurner Musiklehrer Edmund Wyss ein Theaterstück zum Lied, welches 1911 und 1927 vom Cäcilienverein mit grossen Erfolg in Grenchen aufgeführt wurde. Es folgten noch unzählige Aufführungen. Der Leiter des Jodlerclubs «Bärgbrünnli», Georges Heimann, brachte dieses Stück von Zuneigung, fremdem Kriegsdienst und dem erhofften glücklichen Abschluss gleich mehrmals auf die Bühne. «Dursli und Babeli» ist ein gesungener Bestseller von Liebe und Schmerz.

2009 setzte Iris Minder die Thematik abermals in einem Freilichtspiel um. Mit dem Stück «Frömdi Herre - Frömdi Dienschte» nahm die Grenchner Regisseurin das Publikum mit auf eine nicht besonders romantische und tragisch endende Zeitreise. Im Stadtpark hinter dem Parktheater befindet sich übrigens heute ein Denkmal von Fritz Flury zu Ehren des bekanntesten Grenchner Liebespaares.

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