Jahresrechnung 2017

Dürfen die Luterbacher bald mit einer Steuersenkung rechnen?

Freude nicht nur im Gemeindehaus. Die Finanzen entwickeln sich prächtig.

Freude nicht nur im Gemeindehaus. Die Finanzen entwickeln sich prächtig.

Der Gemeinderat genehmigte die Jahresrechnung 2017 mit einem Überschuss von 1,2 Mio. Franken.

Zu den Vorteilen in Luterbach zählt bisher nicht der Steuerfuss von 130 Prozent. Nun wird der Gemeinderat der Gemeindeversammlung angesichts mehrerer erfreulicher Jahresabschlüsse in den letzten Jahren eine Steuersenkung vorschlagen. Wie hoch sie ausfallen wird, hänge davon ab, «dass wir keine Zunahme unserer Verschuldung von jetzt rund 18 Mio. Franken riskieren», gab Finanzressortleiter Kurt Hediger die Richtung vor.

Finanzverwalter Reto Frischknecht wird der Gemeindeversammlung am 7. Juni drei moderate Versionen verschiedener Steueranlagen vorstellen. «Lasst uns in der gegenwärtig komfortablen Situation mit einem Ertragsüberschuss von 1,2 Mio. Franken aber nicht vergessen, dass die guten Resultate der letzten Haushaltsjahre Zufallsprodukte waren und sind», mahnte Gemeindepräsident Michael Ochsenbein.

Höhere Steuereingänge

2017 ergaben sich bei einem Gesamtertrag von rund 18 Mio. Franken Mehreinnahmen bei den Quellensteuern, bedingt durch die Baustelle Biogen, und insgesamt höhere Steuereingänge (ein Plus bei natürlichen Personen von 461'000 Franken). Zusätzlich wurde der Erfolgsrechnung eine Entnahme aus dem Fonds Zivilschutzraumbauten in der Höhe von 246'000 Franken gutgeschrieben. Insgesamt sei in allen Aufgabenbereichen der Gemeinde kostenbewusst gearbeitet und alle Konten – ausser in der Sozialen Wohlfahrt (mit einem Nachkredit von rund 1 Mio. Franken) – unter dem Budget abgeschlossen worden.

Auch die Spezialfinanzierungen Abwasser, Wasser und Abfall ergaben Überschüsse, die laut Finanzverwalter zu einer Überprüfung der Gebühren führen werden. Bei einem Selbstfinanzierungsgrad von 160 Prozent investierte die Gemeinde netto 1,2 Mio. Franken vor allem in Tiefbauprojekte. In der Berichtsperiode stieg das Eigenkapital auf 2,4 Mio. Franken. Der Rat verabschiedete alle Anträge zur Jahresrechnung einstimmig, verwandte das Ergebnis fast hälftig für zusätzliche Abschreibungen sowie die schon erfolgte Zuweisung ins Eigenkapital und würdigte die Arbeit des Finanzverwalters.

Sparen mit Umschulden

Sparen lässt sich gegenwärtig auch im Kreditgeschäft. Es gelang der Finanzverwaltung, ein bisheriges Festdarlehen über 5 Mio. Franken zu splitten und für eine Laufzeit von drei Jahren zu einem Zinssatz von 0.15 Prozent bei zwei Kreditgebern abzuschliessen. Für die Ablösung und Verlängerung eines bestehenden Darlehens über 2,8 Mio. Franken erhält die Gemeinde sogar einen Minuszins von 1120 Franken. «Mit dieser Umschuldung sparen wir erheblich», hiess es aus dem Finanzressort.

Gestützt auf die Vorarbeit der Planungs- und Umweltkommission zu Mitwirkungseingaben und Vorprüfungsbericht genehmigte der Gemeinderat bei einer Enthaltung alle Anträge zum Teilzonen-, Erschliessungs- und Gestaltungsplan «Unterführungstrasse-Ost» und hob im Sinne der Rechtssicherheit eine frühere baurechtliche Regelung auf. Sofern keine Einsprache eingeht, erfolgt die öffentliche Auflage.

Reglement wird aufgehoben

Einstimmig hob der Gemeinderat das bestehende Reglement über die Feuerungskontrollen auf, die demnächst vom Amt für Umwelt wahrgenommen werden. Zum 1. Juli kann jeder Hauseigentümer die Kontrollperson mit entsprechendem Fachausweis selbst bestimmen. Der Gemeinderat entschied jedoch, eine Kontrolle für maximal 80 Heizungen durch den bisherigen Feuerungskontrolleur Jürg Schläfli bei Anmeldung auf der Gemeindeverwaltung anzubieten. Die bisherigen günstigen Gebühren mit entsprechender Anpassung im zugehörigen kommunalen Reglement werden auf «marktübliche Preise» angehoben.

Kurz informierte der Gemeindepräsident über ein Vorhaben der Gemeinde Subingen. Wenn die kommende Gemeindeversammlung zustimmt, will sie die Investition für die Dreifachturnhalle im Schulzentrum Wasseramt-Ost (OWO) übernehmen. Das OWO würde sich dann in die Halle einmieten. «Für uns wäre dann die Höhe der Mietkosten wichtig», lautete ein Votum aus dem Plenum.

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