Halten

Diese Band versucht, den Geist des Funks in die Neuzeit zu führen

The Next Movement sind von links nach rechts: Pascal «P» Kaeser, J.J. Flueck und Sam Siegenthaler.

The Next Movement sind von links nach rechts: Pascal «P» Kaeser, J.J. Flueck und Sam Siegenthaler.

Die Musikband The Next Movement rund um den Haltener J. J. Flueck ist beflügelt von ihrer Message.

Die Band The Next Movement trägt ihren Namen zu Recht. Sänger und Schlagzeuger J. J. Flueck (44 Jahre alt) aus Halten, Bassist Pascal Kaeser (47) aus Bolligen und Gitarrist Sam Siegenthaler (40) aus Bern bedienen sich zwar der altgedienten Musikstile Funk und Soul. Aber: «Wir versuchen den Spirit des Funks und des Souls in die Neuzeit zu bringen», erklärt Sprachrohr Flueck.

Auf ihrer Internetseite finden sich die neuesten Kompositionen, die seit Freitag gestreamt werden können und auch auf einer CD erhältlich sind. Wer reinhört und die dazugehörigen Videoclips anschaut, erhält einen erfrischenden, musikalischen Klaps. Putzmunter und energiegeladen ist nicht nur ihre Musik, sondern auch die drei Musiker. Sie verbreiten richtig Spass.

Mit der Wärme und Magie früherer Aufnahmen

Die nun vierte Studioproduktion sei ein Meilenstein. «Wir haben zu unseren Wurzeln zurückgefunden. Wir spielen mehr funkige und soulige Elemente als früher. Nicht mässig, sondern eben modern.» An den Wurzeln lie-ge Musik aus den 1970er- bis 1980er-Jahren und noch früher. Flueck nennt Namen wie James Brown, Jimi Hendrix, Led Zeppelin oder Prince.

Er spricht auch von einem veränderten Kreativprozess. Heute sei es völlig normal, dass viel im Studio von einer Person mit elektronischem Gerät erarbeitet wird. «Da wird mächtig poliert. Es wird weniger zusammengespielt und mehr am Computer hergestellt.» Sie hingegen würden zusammen spielen, direkt, rau, nicht mit absoluter Perfektion und versuchen derart, die Wärme und die Magie wieder herzustellen, die man von früheren Aufnahmen kenne. Auch die Komposition der Stücke erfolge teilweise direkt im Zusammenspiel. «Der Prozess zu dritt ist kreativer.»

Erfolgreich mit Videos ohne Effekte

Der Entscheid, monatlich einen Song einzuspielen, habe nichts mit der Coronakrise zu tun und wurde schon vor einem Jahr gefällt. «Obwohl es mit der Coronakrise schwieriger wurde, haben wir daran festgehalten.» Eigentlich hätte im März der erste Teil ihrer Tournee mit Konzerten in Deutschland Italien und Österreich stattfinden sollen. «Wir wurden aber vom Coronavirus ausgebremst.» Deshalb hat sich die Band auf die digitale Produktion konzentriert.

Zu jedem neuen Lied wurde ein Video produziert und auf die eigene Internetseite geladen. «So konnten wir dranbleiben.» Die Videos hat während des Lockdowns jeder zuhause selber aufgenommen. Flueck hat sie dann zusammengeschnitten. «Sie waren online bisher unsere erfolgreichsten. Ich denke, weil sie so einfach und ehrlich sind. Da ist nichts Gekünsteltes dabei oder tausend Effekte.»

In den Liedern besingt Flueck alltägliche Themen wie Liebe und Schmerz. «Es hat aber auch kritische Inhalte zur Konsumgesellschaft oder zur Ignoranz und Intoleranz, die uns Angst machen.» Er versuche sich, von der Musik inspirieren zu lassen und verarbeite aktuelle Ereignisse, Erinnerungen oder Erlebnisse.

«Ignoranz und Intoleranz machen Angst»

Nun könne man ihre Songs streamen oder eine CD bestellen. «Das ist heute ein Fanartikel, der nicht von der breiten Masse gekauft wird», begründet er die kleine Auflage von 250 Stück. Die CD ist mit einem Booklet mit den Texten und weiteren Informationen versehen. «Ein Album rentiert finanziell nicht mehr, egal wie viel man davon verkauft.» Eine Möglichkeit, Geld zu verdienen, seien Konzerte, die bisher verwehrt blieben. Mit der neuen CD stehen aber Konzerte auf dem Programm. «Die Leute realisieren nicht, wie schwierig das ist.»

Daneben gab’s einen kleinen Zustupf des Kantons. «Das freut mich sehr.» Und: «Wir haben das Glück, dass wir völlig unerwartet mit der Firma Essilor einen Sponsor für unser musikalisches Schaffen gefunden haben. Hauptanlass der Tour ist die Plattentaufe am nächsten Freitag, 23. Oktober, im Kofmehl in Solothurn. Schon heute Abend spielen sie an der Kulturnacht Burgdorf. Konzerte in Basel, Olten, Zürich, Luzern und Fiesch folgen.

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