Aeschi

Die schlanke Lösung der Sozialdienste findet einstimmig Zuspruch

Zehn Gemeindeversammlungen müssen einer Fusion der Sozialregion Wasseramt Ost und Süd zustimmen.

Zehn Gemeindeversammlungen müssen einer Fusion der Sozialregion Wasseramt Ost und Süd zustimmen.

Die Stimmberechtigten von Aeschi sagen Ja zur neuen Sozialregion Wasseramt.

Nachdem der Stellenleiter des Sozialdienstes Wasseramt Ost mit Standort in Derendingen aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig pensioniert wurde, musste rasch eine neue Lösung her. Die Stellvertretungen waren nicht geregelt. Es kam zu personellen Engpässen und Kündigungen. Der Stellenleiter der Sozialen Dienste Wasseramt Süd (Gerlafingen) übernahm die Leitung von Derendingen ad interim. Daraus ergab sich die Idee, die beiden Sozialdienste zusammenzuschliessen.

Eine externe Machbarkeitsstudie kam zum Schluss, dass eine Fusion sinnvoll sei. Damit können Synergien genutzt und Stellvertretungen einfacher organisiert werden. Leitgemeinde soll Derendingen sein. Gemeindepräsident Stefan Berger empfahl den 38 an der Gemeindeversammlung anwesenden Stimmbürgern und Stimmbürgerinnen, der Fusion zuzustimmen. «Ein Zusammenschluss ist eine schlanke Lösung, die rasch umgesetzt werden kann. Für Aeschi wird sich wenig ändern», erklärte er. Später könne man sich immer noch überlegen, allenfalls einen Zweckverband zu gründen. Dies brauche jedoch mehr Zeit. Der Souverän folgte dem Antrag einstimmig.

Ein schöner Gewinn

Die Rechnung schliesst mit einem satten Gewinn von 226'668 Franken ab. Dies nach zusätzlichen Abschreibungen von 161'667 Franken. Budgetiert war lediglich ein Ertragsüberschuss von 79'053 Franken. Zum guten Ergebnis trugen vor allem ausserordentlich hohe Steuereingänge aus den Vorjahren bei. Zu Minderausgaben kam es unter anderem weil die Sanierung des Buswartehäuschens, wofür 40'000 Franken vorgesehen waren, aufgeschoben wurde.

Die Konzeptplanung der Busbetriebe sah eine Änderung der Linie vor. «Dann hätten wir ein neues Bushäuschen gehabt, aber keinen Bus, der dort durchfährt», sagte Berger. Nach den neusten Plänen wird die Haltestelle aber voraussichtlich trotzdem weiter bedient. Beim Ausbau des Glasfasernetzes kam es zu Mehrkosten. Die Gemeinde hatte sich nachträglich entschieden, die Kosten für die Hausinstallationen zu übernehmen. Hierfür stimmten die Anwesenden einem Nachtragskredit von 200'000 Franken zu.

Standortvorteil für Gemeinde

Tagesstrukturen sind, wie in vielen anderen Gemeinden, auch in Aeschi ein Thema. Manuela Witmer, Leiterin der Arbeitsgruppe Tagesstrukturen, stellte die Ergebnisse ihrer bisherigen Abklärungen vor. Von 95 verschickten Fragebogen kam ein Drittel zurück. Diese 27 Familien mit insgesamt 46 Kindern zwischen Null und 15 Jahren meldeten alle einen Bedarf an. Das Grobkonzept sieht einen Standort in der Nähe der Schule vor. Qualifiziertes Fachpersonal soll die Kinder betreuen.

Begleitet wird das Projekt vom kantonalen Amt für soziale Sicherheit. Witmer ist sich bewusst, dass das Angebot für die Gemeinde nicht kostendeckend sein wird. Auch nicht mit einem Elternbeitrag und der Finanzhilfe vom Bund. «Dafür werden mehr Steuern hereinkommen, wenn beide Elternteile arbeiten können», prophezeite Witmer. Zudem steige damit die Attraktivität der Gemeinde. Die Arbeitsgruppe hat zum Ziel, das Angebot im Sommer 2020 zu starten.

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