«Die Baustelle hier ist anspruchsvoll.» Architekt Bruno Walter kennt sich aus mit Umbauten von alten Häusern. Er hat Dutzende Häuser in der Solothurner Altstadt umgebaut. Gemeinsam mit seinem Sohn Alain ist er zuständig für den Umbau der «Fischerstube» in Altreu. Weil der Baugrund schlecht ist und insgesamt 85 Pfähle in den Boden gerammt werden mussten, wird sich die Neu-Eröffnung für das Restaurant verzögern. Aus Juni wird nun Mitte September. Das Haus selbst ist eingerüstet und ein Blick ins Innere zeigt, dass es noch einiges zu tun gibt. «Die Bodenplatten konnten wir jetzt betonieren», so Walter. «Nun geht es vorwärts.» Aufwendig sei auch die Neuinstallation der Haustechnik.

Vorvertrag unterschrieben

Andrea und Daniel Fischer werden das Lokal übernehmen. Dass dieses ausgerechnet «Fischerstube» heisst, ist ein lustiger Zufall. Den Vorvertrag für die Übernahme des Restaurants haben sie schon im letzten Dezember unterschrieben. Die beiden sind in der Region keine Unbekannten: Sie haben mehrere Jahre in der «Wirthen» in Solothurn gearbeitet. Sie wurden bei der Planung von Küche und Buffetbereich stark miteinbezogen und konnten ihre Ideen und Wünsche einbringen. «Wir dürfen hier ein tolles Objekt übernehmen. Alles ist neu und vor allem wird alles auf einer Ebene für uns eingerichtet. Nun warten wir gespannt auf das Ende der Bauarbeiten.» Selbstständig zu arbeiten ist für Andrea und Daniel Fischer nichts Neues. Bevor sie nach Solothurn kamen, haben sie ein Gasthaus im Kanton Aargau geführt.

Die «Fischerstube» soll wie bis anhin ein traditioneller Landgasthof bleiben, in dem auch die Dorfbevölkerung und die Vereine ihren Platz finden. Das ist Besitzer Beat Bürgin ein grosses Anliegen. Er will sich aber ansonsten nicht in das Konzept der neuen Pächter einmischen. «Wir werden sicher Fisch servieren. Das sind wir schon nur dem Namen des Lokals schuldig», so Daniel Fischer, der für die Küche zuständig sein wird. Mehr verraten die beiden zurzeit noch nicht. Aber eines ist klar: «Wir werden Velofahrer und Wanderer genauso willkommen heissen, wie Geschäftsleute.»

Modern und alt vereinen

Bruno und Alain Walter haben Ideen, wie das Innere der Gaststube gestaltet werden soll. Ein Teil des alten Täfers wird wieder eingesetzt. Es soll Altes mit Neuem und Modernem kombiniert werden. Die Farbe Grün wird eine wichtige Rolle spielen. Als DekoElemente können durchaus auch Kegel aus der alten Kegelbahn auftauchen. «Das Wirtshaus steht in der Ortsbildschutzzone von Altreu, es ist aber nicht unter Denkmalschutz», meint Bruno Walter.
Deshalb ist es auch möglich, im alten, landwirtschaftlich genutzten Hausteil des Gebäudes einen Mehrzweckraum einzurichten, der dank viel Glas im ehemaligen Tenntor sehr hell werden soll. Die bisherige Wirtewohnung wird zu einer normalen Wohnung umgebaut, und es entstehen zusätzlich fünf weitere Mietwohnungen im Haus. Geheizt wird das Gebäude neu mit Erdwärme. Zudem soll Regenwasser für die Spülung der Toiletten genützt werden.

Grosser Garten

Zur «Fischerstube» gehören rund 75 Innenplätze und ein grosser Garten mit weiteren 80 Plätzen. Nach der Sanierung wird auch der Kinderspielplatz wieder aufgemacht. «Wir mussten einige zum Teil auch kranke Bäume fällen. Aber wir werden so schnell wie möglich wieder etwas anpflanzen, damit der Aussenplatz möglichst natürlich beschattet wird», erklärt Beat Bürgin. Auch der grosse Brunnen soll wieder einen Platz finden. Und weil
das Lokal direkt an der nationalen Veloroute 8 liegt, sind ein Veloparkplatz sowie eine Ladestation für E-Bikes vorgesehen.

Bürgin blickt zuversichtlich in die Zukunft. «Der Umbau ist etwas komplizierter, als wir erwartet haben. Die Wände sind schräg, der Untergrund schlecht, die Wände haben nicht alle gehalten. Aber ich wusste, dass der Umbau schwierig wird.» Er sei aber sicher, dass es in Altreu problemlos zwei Restaurants vertrage.