Gemeindeversammlung Günsberg

Die Finanzverwaltung kommt zurück in die Gemeinde

Das alte Schulhaus (rechts) im Dorfzentrum ist in die Jahre gekommen und soll nun saniert werden.

Das alte Schulhaus (rechts) im Dorfzentrum ist in die Jahre gekommen und soll nun saniert werden.

Die Gemeindeversammlung von Günsberg befürwortet die neue Finanzstelle einstimmig.

Die Günsbergerinnen und Günsberger unterstützen einstimmig das Anliegen des Gemeinderats, die Finanzkompetenzen wieder zurück in die Gemeinde zu holen. Nach einer intensiven Bereinigungs- und Aufräumphase durch externe Treuhandbüros soll sich nun wieder eine eigene Finanzverwalterin um die Finanzen kümmern, informierte der Gemeindepräsident Rolf Sterki. Sie beginnt im Januar mit einem 10-Prozent-Pensum, stockt dann im April auf 30 Prozent auf und wird spätestens bis 2023 alle Aufgaben übernommen haben. Die Stelle entspricht dann einem Pensum von 50 Prozent. Das externe Treuhandbüro wird nach der Übergangsphase spätestens dann abgelöst.

Der Kostenvergleich zeigt, dass die neue Variante wesentlich günstiger ist, sie kostet nämlich nur noch 65000 Franken pro Jahr – bei externer Verwaltung müssen rund 130000 Franken pro Jahr ausgegeben werden. Die 35 anwesenden Stimmbürgerinnen und Stimmbürger genehmigten die angepasste Dienst- und Gehaltsordnung und damit indirekt auch die neue Finanzstelle einstimmig. Karin Mathys übernimmt diese neue Stelle und wurde der Versammlung sogleich vorgestellt, ebenso wie anschliessend auch die neue Gemeinderätin Janina Steffen, welche den Rat nun wieder komplettiert.

Ertragsüberschuss in Aussicht

Der Voranschlag 2020 schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 158196 Franken. Andreas Bühler, Ressortleiter Finanzen, zeigte auf, dass man durch die Aufarbeitung der Finanzen höhere Ausgaben in der allgemeinen Verwaltung hatte, welche nun wegfallen. Zudem sind die Kosten für Sonderschulen und Schulraummiete gesunken. Das Budget wurde einstimmig genehmigt, ebenso die Beibehaltung der Steuersätze auf 116 Prozent für natürliche beziehungsweise 99 Prozent für juristische Personen. Momentan betrage die Pro-Kopf-Verschuldung rund 1400 Franken.

Die Investitionsrechnung wird geprägt durch den Kauf eines Tanklöschfahrzeugs für 165000 Franken, 500000 Franken für die Schulhaussanierung, 36000 Franken für die Ortsplanrevision sowie diverse Sanierungskosten für Wasserleitungen.

«Wir erneuern Leitungen nicht auf Vorrat»

Letztere wurden separat genehmigt. Weil die Balmstrasse 2021 durch den Kanton saniert wird, möchte man in diesem Rahmen auch die darin enthaltene Wasserleitung ersetzen. Die Leitung in der Balmstrasse gehört mit Jahrgang 1920 ohnehin zu den ältesten der Gemeinde, ist im Durchmesser zu klein und entspreche auch nicht mehr den aktuellen Vorgaben. In einer ersten Etappe ersetzt man das 315 Meter lange Stück ab Abgang der Balmbergstrasse bis hin zur Brückenquerung Wasserfallenbach. In die vor kurzem erneuerte Brücke hat man bereits neue Rohre verlegt. Auf eine Frage aus der Versammlung, ob man denn die Leitung überhaupt per Kamera untersucht habe, antwortete Jungen: «Wir erneuern Leitungen nicht auf Vorrat. Bei einer hundertjährigen Leitung ist die Wahrscheinlichkeit sehr gross, dass es bald einmal Lecks gibt.» Die Investition von 325000 Franken wurde einstimmig genehmigt, so wie anschliessend auch der Ersatz der Wasserleitung von der Ribiquelle bis zur bestehenden Wasserleitung neben dem Spycherhof (60000 Franken).

Auch der Resterschliessung Kirchmatt gab die Versammlung einstimmig ihren Segen. Aufgrund eines Bauvorhabens für ein Mehrfamilienhaus müssen dort Erschliessungsarbeiten im Umfang von insgesamt
gut 80000 Franken getätigt werden.

Bei nur einer Gegenstimme wurde ausserdem das Reglement über die Schulzahnpflege genehmigt. Aufgrund neuer kantonaler Vorgaben finden keine Reihenuntersuchungen in der Schule mehr statt. Stattdessen wird die Untersuchung in der Zahnpraxis in die Verantwortung der Eltern übergeben.

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