Derendingen

Die Behörden- und Verwaltungsreform kommt an die Gemeindeversammlung

Derendingens Gemeindepräsident Kuno Tschumi wird Ende Legislatur zurücktreten. Nun hat der Gemeinderat auf diesen Zeitpunkt hin eine Behörden- und Verwaltungsreform eingeleitet, die noch von der Gemeindeversammlung abgesegnet werden muss.

Derendingens Gemeindepräsident Kuno Tschumi wird Ende Legislatur zurücktreten. Nun hat der Gemeinderat auf diesen Zeitpunkt hin eine Behörden- und Verwaltungsreform eingeleitet, die noch von der Gemeindeversammlung abgesegnet werden muss.

Der Gemeinderat von Derendingen beschliesst eine Reduktion auf sieben Gemeinderatssitze und eine Verwaltungsumstellung.

Es war bereits die achte Version der revidierten Gemeindeordnung, die der Gemeinderat behandelte. Nach der Prüfung durch das kantonale Amt für Gemeinden, diskutierte der Gemeinderat die Empfehlungen des Amtes und setzte diese teilweise um. Am längsten stritt man sich im Gemeinderat um die Urnenwahl des Gemeindepräsidenten. Bisher konnte der Gemeindepräsident in Derendingen ohne Gegenkandidatur in stiller Wahl gewählt werden. Der Gemeinderat wollte eine Urnenwahl einführen. Berater Thomas Blum erinnerte daran, dass man unterscheiden müsse. «Wer zu 100 Prozent das Amt ausübt, steht vielleicht bei einer Abwahl auf der Strasse.» Dies könne möglicherweise zu Abgangsentschädigungen führen. Doch der Gemeinderat blieb dabei. «Eine Abwahl ist auch möglich, wenn Gegenkandidaten antreten, damit muss gerechnet werden», erklärte Hansruedi Meyer (SP). Mit einer Urnenwahl erhalte der Gemeindepräsident oder die Gemeindepräsidentin ein Stimmungsbild aus der Bevölkerung, sagte Markus Baumann (SP) überzeugt. Auch für Michael Käsermann (FDP) gehört «das Risiko eine Abwahl dazu». Und Urban Cueni (CVP) meinte: «Ob 100-Prozent-Pensum oder Teilzeit-Pensum spielt keine Rolle.» Am Ende genehmigte der Gemeinderat die teilrevidierten Gemeindeordnung sowie Dienst- und Gehaltordnung mit klarem Mehr.

Mehrheitlich und nicht grossmehrheitlich

In der Botschaft an die Gemeindeversammlung wollte Urban Cueni aber nicht geschrieben haben, dass die Verkleinerung auf sieben Gemeinderatsmitglieder vom Gemeinderat «grossmehrheitlich» unterstützt werde. «Mehrheitlich trifft wohl eher zu.» In der entsprechenden Abstimmung im Gemeinderat stimmten 7 dafür, bei einer Enthaltung und 3 Gegenstimmen. Sein Änderungsantrag wurde angenommen, obwohl dieser weniger werbewirksam für die Reform sei, so Gemeindepräsident Kuno Tschumi (FDP).

Wie weit die Neuorganisation der Behörden- und Verwaltungsstrukturen bestritten ist, wird sich an der Gemeindeversammlung zeigen. In der Botschaft wird aber erwähnt, dass alle politischen Parteien für ein neues Behördensystem und ein neues Verwaltungsführungsmodell sind. Dort werden auch die Vorgeschichte und der Weg zur jetzigen Version skizziert. Diese sieht eine Reduktion von heute elf auf sieben Gemeinderatsmitglieder vor. Gleichzeitig wird ein Ressortsystem eingeführt. Die Gemeinderatsmitglieder übernehmen die Verantwortung für einen Aufgabenbereich, den sie mit der entsprechenden Verwaltungsabteilung und neu möglichen Arbeitsgruppen führen. Die bisherigen Fachkommissionen werden teilweise ersetzt durch interdisziplinäre Arbeitsgruppen. Der Gemeinderat vertritt die Geschäfte seines Ressorts im Gemeinderat und an der Gemeindeversammlung. Im Gemeinderat müssen unter den sieben Gemeinderäten Stellvertretungen organisiert werden, denn künftig sollen Ersatzgemeinderäte nicht mehr abwesende Gemeinderäte an Sitzungen vertreten. Nach wie vor rutschen sie aber nach, wenn ein Gemeinderat innerhalb der Legislatur demissioniert. Politisch regiert nach wie vor der Gesamtgemeinderat.

Abteilung Zentrale Dienste ist neu

Diese Reform des Gemeinderates führt zu einer anderen Interpretation des Gemeindepräsidiums, was verstärkt wird durch die Verwaltungsreform. Hier wird neu eine Verwaltungsleitung eingesetzt, die die neue Abteilung Zentrale Dienste (Personaldienste, Behördendienste, IT, Einwohnerdienste, Administration, Kultur) führt und mit der Übernahme von Projektmanagement und Koordination den Gemeindepräsident entlastet. Der in der Abteilung Zentrale Dienste neu geschaffene Fachbereich Personaldienste ist mit einem 60-Prozent-Pensum dotiert. Die Fachabteilungen Finanzen, Bau, Bildung und Soziales bleiben bestehen. Mit all diesen Änderungen wird der künftige Gemeindepräsident eine andere Rolle als der auf Ende Legislatur zurücktretende Kuno Tschumi spielen. «Er wird vor allem der Aussenminister der Gemeinde sein», sagt Tschumi, und in regionalen Institutionen Derendingen vertreten. Repla-Sitzungen oder Sessionen im Kantonsrat würden dann auch zur Arbeitszeit zählen, nicht so wie heute, so Gemeindepräsident Tschumi.

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