«Mit diesem Schritt in eine grössere Organisation wollen wir Synergien nutzen, um unsere Klientinnen und Klienten kosten- und qualitätsbewusst zu Hause pflegen zu können», sagt Jacqueline Santangeli. Die Geschäftsführerin der fusionierten Spitex Derendingen-Deitingen hebt damit die wesentlichen Ziele dieses Zusammenschlusses hervor. «Unsere Grösse ist jetzt richtig, um effizient schaffen zu können.»

Was bisher doppelt lief wie Jahres- und Quartalsabschlüsse, Budget, Benchmarkberechnung, Versicherungen, Revisionen, Statistik und vor allem die Personalplanung, wird jetzt nur ein Mal ausgeführt und fördert damit die Wirtschaftlichkeit. Vor sieben Jahren übernahm Santangeli im Mandat die Administration für die beiden damals selbstständigen Spitex-Organisationen.

Als vor rund fünf Jahren der Austausch von Hauswirtschaftshelferinnen zwischen beiden Gemeinden gut klappte, sorgte dann etwas später der Pflege-Personalpool für gegenseitige Hilfe in Spitzenzeiten. «Denn der Umfang an Leistungen lässt sich nie vorher quantifizieren», erläutert die Geschäftsleiterin einen gewissen «Wellengang» in der Beanspruchung der Pflegedienste. Ein aufwendiger Fall mehr oder weniger könne alle Planungen zunichtemachen. «Jetzt sind wir gut gerüstet, um auch komplexe Pflegefälle zu bewältigen.»

Paritätisch besetzter Vorstand

In beiden Dörfern behält die am 7. Dezember nach Zustimmung durch ihre jeweiligen Mitgliederversammlungen gegründete Spitex Derendingen-Deitingen ihre Geschäftssitze. Das Vereinspräsidium liegt in den Händen von Enrico Ravasio, und der sechsköpfige Vorstand ist partnerschaftlich je zur Hälfte aus beiden Gemeinden besetzt. «In Derendingen sind wir perfekt im Altersheim untergebracht, und in Deitingen bleibt unser Standort weiterhin im Dorfzentrum Wangenstrasse 3», verneint die Geschäftsleiterin spürbare Veränderungen für die Klientschaft.

Nach Möglichkeit werden die Zu-Hause-Betreuten weiterhin von vertrauten Ansprechpersonen besucht. Eine Reduktion der Mitarbeitenden von aktuell gesamthaft 33 Personen ist nicht geplant. «Und wir sind ein motiviertes Team», urteilt Santangeli. Lediglich im Gesamtpensum von 1375 Prozent (vorher 1380 Prozent) gibt es eine kleine Verschiebung zugunsten der um 30 Prozent aufgestockten Administration.

Die Geschäftsleiterin ist zu 80 Prozent angestellt, und die gemeinsame Pflegeleitung Derendingen-Deitingen (verantwortlich Beatrice Sommer) ist mit 115 Prozent dotiert. Gegenwärtig benötigt Deitingen für Pflege und Hauswirtschaft die Jahressumme von 5732 Stunden, Derendingen 11'811 Stunden. Zusammengerechnet beläuft sich der Umsatz auf fast 2 Miollionen Franken. Die Beiträge der beiden Gemeinden an die Spitex könnten in Zukunft sinken, gibt sich die Geschäftsführerin hoffnungsvoll.

Alle ins Boot geholt

Die nun zu Jahresbeginn 2018 institutionalisierte Zusammenarbeit ist beständig gewachsen. «Wir haben unsere beiden Einwohnergemeinden, mit denen Leistungsverträge bestehen, regelmässig informiert und alle irgendwie Involvierten ins Boot geholt», erklärt die Geschäftsführerin über die intensive Vorbereitung dieser Fusion. Die BDO mit Mitarbeiter Michael Käsermann habe beratend mitgewirkt.

Das Leistungsangebot der Spitex Derendingen-Deitingen umfasst alle Aufgaben in Pflege und Hauswirtschaft, um die Gesundung der Klientschaft herbeizuführen oder einen zu frühen Eintritt in eine stationäre Pflegeeinrichtung hinauszuzögern. «Mit einigen Nachbar-Organisationen haben wir Kooperationsverträge abgeschlossen wie etwa für den Notruf in der Nacht, den die Spitex Aare Nord für uns wahrnimmt», so Santangeli. Nicht für alle Fragen und Dienstleistungen brauche man eigene Spezialisten, sofern gute Kräfte – ob freischaffend oder in einer Einrichtung wie dem Bürgerspital- vorhanden sind. «Deren Know-how auch in Fragen der Aus- und Weiterbildung nehmen wir gerne in Anspruch.»

Jacqueline Santangeli, die mit Leib und Seele diese Spitex-Arbeit leitet, wünscht sich «etwas mehr Beteiligung der Bevölkerung an dieser spannenden und für uns alle wichtigen Materie». Der neue Verein zählt rund 650 Mitglieder aus beiden Gemeinden.