Derendingen
In der Gemeinde wird mehr Ökostrom produziert, als verkauft wird

Die EWD (Elektrizitäts- und Wasserversorgung Derendingen) hat ein ruhiges Jahr hinter sich.

Rahel Meier
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Die neue Solarblume auf dem Kreuzplatz wirbt für die EWD.

Die neue Solarblume auf dem Kreuzplatz wirbt für die EWD.

Hanspeter Bärtschi

Die EWD (Elektrizitäts- und Wasserversorgung Derendingen) hat ein «unaufgeregtes Jahr» hinter sich, wie Verwaltungsratspräsident Michael Käsermann im Jahresbericht schreibt.

Der Gemeinderat hat an seiner letzten Sitzung zur Kenntnis genommen, dass die EWD das Geschäftsjahr mit einem Jahresgewinn von 545'008 Franken abschliesst. Die Einwohnergemeinde erhielt eine Abgeltung von 280'000 Franken. Die EWD investierte insgesamt 1,92 Mio. Franken in ihre Anlagen.

Strom wurde teurer

2020 musste die EWD die Strompreise erhöhen. Der Grund dafür liege bei der Strombörse, macht Geschäftsführer Peter Rindlisbacher deutlich. Die Marktpreise hätten sich deutlich erhöht. Die Erhöhung der Preise mache für die Kunden durchschnittlich 0,39 Rp./kWh oder zwei Prozent über alle Tarifgruppen aus.

Im letzten Jahr konnte 42 neue Kunden gewonnen werden, die Ökostromprodukte einkaufen. Der Grossteil davon bestellt «Däredinger Sunnestrom». Insgesamt hat die EWD 167 Ökostromkunden.

Die Menge verkauften Ökostroms beläuft sich auf 820629 KWh. Die lokalen Produzenten verkauften der EWD im Gegenzug 2,142 kWh lokal produzierten Strom.

Einiges ins Netz investiert

Die EWD investierte auch im letzten Jahr einiges in das Stromnetz. Ein Grossteil der Ausgaben entfiel auf den Bauplatz um Derendingen Mitte mit einer neuen Transformatorenstation, inklusive sämtlichen Anpassungen der Leitungen.

Auch der Neubau Kreuzplatz-Hauptstrasse mit dem neuen Kreisel und der Solarblume löste Investitionen aus. Weitere Neubauten und grosse Überbauungen hatten ebenfalls Anpassungen im Stromnetz zur Folge.

Weniger Leitungsbrüche zu Flicken

Im Bereich Wasserversorgung wurden die Investitionen meistens durch Dritte ausgelöst. Auch hier waren es vor allem Bauprojekte, die den Ersatz, Anpassungen, Erweiterungen oder Neuerschliessungen nach sich zogen. Die Anzahl der Leitungsbrüche war rückläufig. Die EWD hat im vergangenen Jahr insgesamt acht Lecks gefunden (Vorjahr 18) und repariert.

Der Wasserverbrauch stieg in Derendingen im vergangenen Jahr leicht an auf 431'367 Kubikmeter Wasser. Der durchschnittliche Tagesverbrauch pro Kopf liegt bei 179 Liter.

Auch im Bereich Kommunikation konnte die EWD ausbauen. Rund 72,5 Prozent der Abonnenten beziehen jetzt ein Produkt über das Glasfasernetz.

Arbeiten für andere Gemeinden

Die EWD steigerte 2020 zudem ihr Dienstleistungsangebot. So hat die EWD die Stromzählerablesung eines Teils der Kunden der Elektra äusseres Wasseramt via Glasfasernetz übernommen. In Kriegstetten wurden Leckortungen durchgeführt und vier Lecks repariert. In Hüniken führt die EWD neu die Brunnenmeisterarbeiten durch. In Hüniken und in Bolken liest die EWD die Zähler via Funk ab. Neu biete die EWD auch Feuerungskontrollen an und führte 2020 326 Heizungskontrollen durch.

Im Bereich Strassenbeleuchtung kann die EWD vermelden, dass von 1084 Leuchten deren 638 auf die LED-Technologie umgerüstet sind. Verglichen mit den Ausgaben vor zehn Jahren konnte dank der Led-Technologie bereits rund 48 Prozent Strom eingespart werden

Im letzten Jahr war die EWD zudem auch mit der Gründung der gemeinsamen Wasserversorgung Wasseramt AG beschäftigt. Seit dem 1. Januar 2021 besteht die neue Gesellschaft. Die EWD hat deren Geschäftsführung übernommen.

Gutscheinaktion wird verlängert

Der Gemeinderat Derendingen hat einen zweiten Nachtragskredit im Betrag von 150'000 Franken für die Gutscheinaktion genehmigt. Insgesamt wurden 4979 Gutscheine im Wert von je 50 Franken verteilt. 2085 Gutscheine wurden bisher eingelöst. Das seien 113'250 Franken, die dem Derendinger Gewerbe zugute kommen, wie Gemeindepräsident Kuno Tschumi vorrechnet. Würden alle Gutscheine eingelöst, dann käme das die Gemeinde auf insgesamt 257'953 Franken zu stehen.