Biberist

Der Schandfleck im Zentrum kommt wohl schon bald weg

Das Gebäude links bleibt erhalten, das Gebäude rechts soll abgebrochen werden.

Das Gebäude links bleibt erhalten, das Gebäude rechts soll abgebrochen werden.

Der Biberister Gemeinderat stimmt dem Kauf der Liegenschaft an der Hauptstrasse 39 zu. Es handelt sich um ein Abbruchobjekt, das abgerissen werden soll.

«Ein Schandfleck». Dieses Wort fiel mehrmals im Gemeinderat Biberist. Gemeint ist damit die Liegenschaft an der Hauptstrasse 39, gleich bei der Bushaltestelle und gegenüber von Coop. Das Gebäude ist einsturzgefährdet, ein Abbruchgesuch wurde im Herbst 2018 bewilligt. Der Abbruch wurde aber nicht ausgeführt. Das Haus ist mit dem Gebäude auf der Nachbarparzelle zusammengebaut. Die beiden Häuser haben zwei Eigentümer. Diese konnten sich nicht auf ein gemeinsames Vorgehen beim Abbruch einigen. Dabei ging es vor allem um die Instandstellungsarbeiten der gemeinsamen Brandmauer und der Aussenfassade für das verbleibende Gebäude.

Planerischer Entscheid für die Zukunft

Das Abbruchobjekt befindet sich auf einer Parzelle die heute in der Kernzone liegt. Mit der Ortsplanungsrevision soll das Grundstück in eine Freihaltezone überführt werden. Damit kann der benachbarte Gustav-Eisenmann-Platz vergrössert werden. Zudem würden so die Voraussetzungen geschaffen, dass der Kreisel beim Coop in Zusammenhang mit der Brückensanierung dereinst nach Osten verschoben werden könnte. Die vorberatenden Gremien haben dem Gemeinderat deshalb vorgeschlagen, die Liegenschaft zu kaufen und abzureissen. Der heutige Eigentümer wäre mit diesem Vorgehen einverstanden. Als Kaufpreis wurden 160'000 Franken vereinbart, dazu kommen 100'000 Franken für Abbruch, Instandstellungsarbeiten an der Nachbarliegenschaft und eine minimalen Gestaltung der Fläche.

Die Gemeinderäte befürworteten das Vorgehen einstimmig und bewilligten den ausserordentlichen Kredit. Manuela Misteli (FDP) bemängelte, dass  mit dem Eigentümer der angrenzenden Liegenschaft bisher nicht gesprochen wurde. «Wir wollten zuerst wissen, wie der Gemeinderates zu Kauf und Abbruch steht», erklärte Uriel Kramer (Präsident Bau- und Werkkommission) das Vorgehen.

20 zusätzliche Kinder aus dem Schöngrünquartier

Im September 2020 ziehen die ersten Mieter in die neue Überbauung im Schöngrün ein. Noch sind nicht alle Wohnungen vermiete, aber erste Zahlen zeigen, dass rund 20 Kinder mit einziehen werden. «Die Stadt Solothurn kann diese Kinder nicht alle in ihrer Schule aufnehmen. Vor allem ist nicht gewährleistet, dass die Kinder aus dem Schöngrün-Quartier dann auch in das nächstgelegene Schulhaus, nämlich das in der Vorstadt, gehen können», erklärte Gesamtschulleiter Thomas Weyermann im Gemeinderat. Nachdem die Stadt Solothurn einer Neuregelung der finanziellen Abgeltung für den Schulbesuch der Biberister Kinder in Solothurn zugestimmt hatte, handelte Biberist 2018 einen neuen Vertrag für die Kinder aus dem Schöngrün-Quartier aus. Aktuell besuchen zwei Kinder die Schule in Solothurn, drei den Kindergarten in der Wassergasse. Zwei Kinder aus dem Schöngrün sind jetzt schon in Biberist eingeschult.

«Schon damals war klar, dass wir auf unseren Entschied zurückkommen müssen, wenn die neue Überbauung bezugsbereit ist», erklärte Gemeindepräsident Stefan Hug-Portmann. Den Zuzügern in der neuen Überbauung sei klar signalisiert worden, dass ihre Kinder in Biberist eingeschult werden. Der Gemeinderat stellte sich einstimmig hinter den Grundsatz, dass dies ab dem Schuljahr 2020/21 für alle Kinder aus dem Schöngrün-Quartier gelten soll. Ausgenommen sind Kindergartenkinder und die Kinder, die ihre Schulzeit in Solothurn bereits begonnen haben. Weil der Schulweg aus dem Schöngrün eher lang und gefährlich ist, schlug Weyermann vor, dass ein Schülertransport organisiert werden soll. Wie dieser aussehen soll, wurde noch nicht beschlossen. Der Gesamtschulleiter muss Varianten ausarbeiten und diese dem Gemeinderat wieder vorlegen.

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