Welcher Modus macht Sinn? Die Frage mussten sich alle Musikvereine im Vorfeld des Musiktages überlegen. Unter dem klassischen Modus A 1 wird ein frei wählbares, aber zeitlich beschränktes Vortragsstück der entsprechenden Spielstärke vorgetragen.

In erster Linie dient es einer Standortbestimmung der jeweiligen Musikgesellschaft. Sechs Vereine stellten sich am Sonntag in der Mehrzweckhalle Oekingen in diesem Modus den Experten. Wählbar war aber auch Modus A2 für Vereine, die einen grossen Anlass besuchen. In der Mehrzweckhalle Kriegstetten konnten Vereine ihre Festvorträge von Experten beurteilen lassen.

Gutes Holz gefiel

An das Kantonale Musikfest in Thun geht die Musikgesellschaft Derendingen unter der Direktion von Urs Heri. Sie spielte ihr Selbstwahlstück «Songs from the Catskills» schon ganz gut. Mit ihrer Besetzung passte das neue Aufgabestück «Slovenian Rhapsody» von Marco Nussbaumer. Gutes Holz gefiel, eine Oboe und eine Bassklarinette erwiesen sich als wertvoll. Eine Klasse höher, also in der zweiten Klasse Harmonie, ist der Musikverein Konkordia Wolfwil beim Berner Kantonalen Musikfest gemeldet. Nebst ihrem Selbstwahlstück interessierte natürlich ihre Interpretation vom Aufgabestück «Cristal Magic». Diese neue Komposition von Bert Appermont erhielt am Sonntag weniger Zustimmung als am Samstag. Vereine, welche das Musikfestival in Olten besuchen werden, sind den Besuchern kantonaler Musikfeste gleichgestellt worden. Auch sie konnten unter diesem Modus ihr Konzertprogramm beurteilen lassen.

Dort sieht der Auftritt jedoch etwas anders aus. Es werden je ein Konzertstück, ein Solovortrag und ein Marsch verlangt. Zu «Moses and Ramses» kombinierte die Musikgesellschaft Messen ein Trompetensolo (Sascha Kunz). Zufrieden mit ihrem Soloauftritt war auch die Solistin der Musikgesellschaft Harmonie Biberist. Sie interpretierte die «Ballade für Altsaxofon» von Alfred Reed.

Kriegstetten siegt auf der Strasse

Als weitere Möglichkeit konnten sich Vereine für Modus B anmelden. Dazu definierte die Vereinsmusik einen Unterhaltungswettbewerb. Es lockten Barpreise für die drei besten Vereine. Ein Preis winkte auch dem besten zwar gewünschten, aber nicht vorgeschriebenen Solovortrag. Die Bewertung der Vereine erfolgte durch eine Fach- und eine Publikumsjury, die der Solisten nur durch die Experten. In Erwartung zahlreichen Publikums wurde er für den Samstagabend angesetzt. Interessiertes Publikum war da, Begeisterung auch – die Stimmung toll.

Zum Musiktag gehört bei gutem Wetter auch die Parademusik. Am Sonntag marschierten acht Formationen über die Oekingenstrasse. Sieger wurde ausgerechnet der Veranstalter, die Vereinsmusik Kriegstetten unter Hans Burkhalter mit 90,66 Punkten. Gefolgt wurde sie von Derendingen (88,0), Konkordia Wolfwil (87,33) und Harmonie Biberist (86,66).

Logischerweise wurden die Veteranen der anwesenden Vereine feierlich geehrt. Den Festakt gab es nur am Sonntag. Dank Wetterglück fand er, sorgfältig geplant mit Ansprachen und Standartenübergabe, im Freien statt.