Gerlafingen

Der Gemeinderat will Steuern senken

Nach mehreren Sparrunden befasste sich der Gerlafinger Gemeinderat am Donnerstag mit dem Budget 2020 mit einem Gesamtbetrag von 29,5 Millionen Franken.

In Gerlafingen sollen vor allem juristische Personen profitieren.

Nach mehreren Sparrunden befasste sich der Gerlafinger Gemeinderat am Donnerstag mit dem Budget 2020 mit einem Gesamtbetrag von 29,5 Millionen Franken. Nach einem Ertragsüberschuss im letzten Jahr soll auch der Haushalt 2020 mit rund 115 000 Franken Gewinn erwirtschaften. Statt der bisherigen 130 Prozent rechnet der Gemeinderat neu mit einem Steuerfuss von 125 Prozent für natürliche Personen. Stephan Baschung, Präsident der Finanzkommission, warb für die Senkung als «Investition in die Zukunft». Auch die Steuern der juristischen Personen wollte die Fiko senken, von 130 auf 100 Prozent.

Dieser Schritt ging dem Rat nach intensiven Aussprachen aber zu weit. Alle Sprecher beriefen sich auf Abmachungen in der Strategiekommission, die eine Zielgrösse von 105 Prozent als richtig erachtete. Im erwarteten Steuerertrag von 12,2 Millionen sind nach Einschätzung Unternehmen mit rund einer halben Million beteiligt.

Schuldenabbau nicht vernachlässigen

CVP-Gemeinderat Thomas Stulz warnte vor einer zu grossen Diskrepanz zwischen den beiden Steuersätzen, die eine Rechtfertigung schwierig mache. Fabian Jordi (SP) störte eine zu deutliche Bevorzugung der juristischen Personen, und gemäss Gérard Georges (FDP) sei eine Standortförderung auch mit 105 Prozent gegeben. Man wolle in den Steuerwettbewerb mit Nachbargemeinden treten, doch nicht übermütig werden. Der Rat wisse, dass das erfreuliche Budget auch mit Unterstützung aus dem kantonalen Finanzausgleich zustande kommt.

Nach einer Fragerunde verabschiedete der Rat das Budget der Erfolgsrechnung einstimmig. Vize-Gemeindepräsident Thomas Wenger (SVP) mahnte, den Schuldenabbau nicht zu vernachlässigen und weiter diszipliniert zu arbeiten. Die Investitionssumme beläuft sich auf 1,4 Millionen. Gut gepolstert sind die Spezialfinanzierungen, bei den Löhnen steht eine Nullrunde an.

Spezielle Sprachförderung wird genehmigt

Fremdsprachige Kinder erhalten seit Jahrzehnten spezielle Sprachförderung. Laut Gesamtschulleiter Pascal Hunziker habe sich in den letzten Jahren aber die Ausgangslage geändert. Es gebe vermehrt Schüler aus Ländern ohne stabiles Schulsystem und ohne Kenntnis des Alphabets. Sie können im Regelunterricht kaum genügend unterstützt werden. Jetzt soll eine Klasse mit Schwerpunkt Deutsch für Fremdsprachige entstehen.

Der Unterricht findet am Morgen statt, nachmittags lernen die Kinder in ihrer Regelklasse. Angesiedelt ist die Integrationsklasse an der Primarschule und wird damit auch die Kreisoberstufe entlasten. Die Klasse soll im Schuljahr 2020/21 starten, vorerst für drei Jahre. Gerechnet wird mit Kosten von 39 000 Franken pro Jahr. (gku)

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