«Das machen wir nun jedes Jahr so», sagt Robert Flückiger, Präsident der Rebbaugenossenschaft, überzeugt. Damit meint er den Einsatz der Frostruten. Heuer haben sie dazu verholfen, dass trotz des Frostes noch 60 bis 70 Prozent des normalen Ertrages geerntet werden konnte.

Im Frühling wird jeweils die schönste Rute als Haupttrieb waagrecht nach unten gebunden. Die Frostrute ist ein zusätzlicher Trieb, der stehen gelassen wird und senkrecht nach oben wächst. Die Augen – die Knospen der Rebstöcke – liegen bei der Frostrute somit höher und sind weniger der Kälte ausgesetzt. «Die Differenz kann gut drei Grad ausmachen», sagt Robert Flückiger. Und das könne entscheidend sein.

Heuer hätten die Reben schon früh prächtig getrieben. «Das Bild nach den Frostnächten mit kalter Polarluft und Bise Ende April war traurig, beim Haupttrieb erfroren viele Augen», erzählt er. «Drei Wochen lang ging ich nicht mehr in die Reben.»

Gute Erntequalität

Dass die Rebbaugenossenschafter dieses Jahr – erstmals – einen Frosttrieb stehen liessen, erwies sich als Glück im Unglück. Durch dessen Herabbinden konnten mit dem Haupttrieb zusammen die nicht erfrorenen Knospen von zwei Ruten genutzt werden. «Das verursacht zwar etwelche Mehrarbeit, aber bei unserem kleinen Weinberg und den vielen Helfern fällt dies nicht ins Gewicht», sagt Robert Flückiger.

Weniger Ernte gab es zudem, weil im letzten Jahr die roten Léon-Millot-Reben durch zusätzliche weisse Réselle, rote Regent und Cabernet Jura ersetzt wurden und mit dem vollen Ertrag erst im Jahr 2019 gerechnet werden darf. 1195 Rebstöcke verzeichnet der heutige Bestand auf den 27 Aren. Die Genossenschaft zählt 60 Aktiv- und 15 Passivmitglieder.

1195 Rebstöcke gibt es im Kyburger Weinberg. Erwartet werden 700 bis 800 Flaschen «Schlössli-Wy».

1195 Rebstöcke gibt es im Kyburger Weinberg. Erwartet werden 700 bis 800 Flaschen «Schlössli-Wy».

Unter blauem Himmel, begleitet vom Gebimmel der Kuhglocken, erfolgte an drei unterschiedlichen Daten die Traubenlese. Total konnten 721 Kilogramm Trauben in die Weinbaugenossenschaft Schinznach zum Keltern gebracht werden. Die Rebstöcke der weissen Réselle ergaben 371 kg (76 Öchsle), die roten Regent 180 kg (90 Öchsle) und die roten Cabernet Jura 170 kg (95 Öchsle). Erwartet werden 700 bis 800 Flaschen «Schlössli-Wy».

«Im Rückblick an das traurige Bild nach den Aprilfrösten dürfen wir zufrieden sein und uns an der guten Qualität der Ernte 2017 freuen», sagt Robert Flückiger abschliessend.