Halten

Dank drittem Platz an der EM: Schweizer Delegation darf an die WM der Baumaschinenfahrer

Die Leidenschaft für Baumaschinen führt den Solothurner Fredy Tschumi gemeinsam mit seiner Fahrer-Delegation nach einem Sieg an der EM in Spanien an die Baumaschinenfahrer-Weltmeisterschaften in Las Vegas, USA.

Die Leidenschaft für Baumaschinen hat Fredy Tschumi bereits in alle Ecken der Schweiz und rund um den Globus geführt: Stolz präsentiert er fotografische Erinnerungsstücke an seine Reisen nach Amerika, wo er auf gigantischen 800-Tonnen-Maschinen posiert. «Der Rückspiegel war fast so gross, wie ich», sagt er schmunzelnd. Hinter ihm in einem geräumigen Keller in Halten erstreckt sich seine über 999 Exemplare umfassende Baumaschinen-Modell-Sammlung hinter Glasvitrinen. Ein kleines Museum für Baumaschinenliebhaber.

Jüngst hat den Rentner seine Leidenschaft für grosse, motorisierte Baumaschinen an die spanische Südküste geführt. Genauer gesagt nach Málaga an die «Caterpillar Operator Challenge» (siehe Box): Die Europameisterschaft für Baumaschinenfahrer. Gemeinsam mit einer Schweizer Delegation reiste Tschumi als Organisator Anfangs Oktober an den Wettkampf, wo die besten europäischen Fahrer sich in Geschicklichkeit und Stressresistenz messen. Gleich drei Schweizer konnten sich für die Baumaschinenfahrermeisterschaften «Operator Challenge» 2019 in Malaga qualifizieren, wie er stolz mitteilt. «Alle drei sind eigenständige Unternehmer im Baugewerbe und mit Leib und Seele dabei», sagt er. In einer Vorausscheidungsrunde in Innsbruck konnten sich Bruno Grossen aus Worb, Dominik Zimmermann aus Gempen und Michael Herren aus Frauenkappelen mit Bestzeiten qualifizieren. Es sei nicht das erste Mal, dass die Schweizer an die Fahrermeisterschaften reisen, fährt Tschumi fort. «Wir haben immer gute Resultate erzielt.» Für eine WM-Qualifikation habe es aber bisher nicht gereicht. Bisher.

Caterpillar Operator Challenge in Malaga  – Am Steuer: Bruno Grossen

Caterpillar Operator Challenge in Malaga – Am Steuer: Bruno Grossen

Bruno Grossen qualifiziert sich in den Baumaschinen-Europameisterschaften (Caterpillar Operator Challenge) in Malaga für die Weltmeisterschaften in Las Vegas kommenden März.

Ziel: Weltmeistertitel

Begeistert präsentiert Fredy Tschumi den Siegerpokal von Bruno Grossen. Seit einigen Tagen ruht dieser auf einer originalen Caterpillar D2 aus dem Jahr 1957, welcher das Zentrum seines Museums bildet. «Dieses Jahr kam die Krönung mit dem dritten Platz», sagt er. Bruno Grossen, der bereits mehrmals an europaweiten Wettkämpfen teilgenommen hat, konnte sich einen Platz auf dem Podest holen und die Teilnahme der Schweiz an den Weltmeisterschaften in Las Vegas, der Global Operator Challenge, kommenden März sichern. «Es macht mich stolz», sagt der 46-jährige gebürtige Frutiger.

Obwohl er bereits seit seiner Kindheit auf Baumaschinen sitze, sei der Einzug in die Weltmeisterschaft überraschend gekommen. Es sei um Sekunden gegangen: Mit nur neun Sekunden Vorsprung konnte er den ehemaligen EM-Sieger hinter sich lassen. Für den ersten Platz fehlten dem Berner jedoch ganze 25 Sekunden. «Wenn ich keine Fehler gemacht hätte, hätte es auch auf den ersten Platz gereicht», sagt er selbstsicher. Sein Ziel in Las Vegas sei ganz klar der Weltmeistertitel. «Ansonsten müsste ich gar nicht dort rüber fliegen.»

Dominik Zimmermann aus Gempen konnte sich unter den total 29 Teilnehmern auf Platz acht kämpfen. «Das Niveau der Fahrer war dieses Jahr sehr hoch», sagt der 29-Jährige. «Gewonnen hat derjenige, der seine Nervosität in den Griff bekommen konnte.» Trotz der «Niederlage» habe sich der junge Unternehmer über den Sieg seines Kollegen freuen können. «Bruno hat es mehrmals probiert und ich mag ihm den dritten Platz gönnen», sagt er. Michael Herren aus Frauenkappelen konnte sich an der EM in Spanien lediglich auf Platz 24 baggern. Nach einem Fehler in der ersten Runde habe der 33-Jährige fünfeinhalb Minuten Strafzeit erhalten. «Danach war für mich klar, dass der Rückstand nicht mehr aufzuholen ist», sagt er. Doch auch er freue sich über den Podestplatz seines Kollegen. «Bruno hat es verdient.» Sowohl Zimmermann als auch Herren werden den Finalisten nächstes Jahr nach Las Vegas begleiten und ordentlich unterstützen.

Somit führt die Leidenschaft, die Fredy Tschumi für die mächtigen Maschinen hegt, ihn nächstes Jahr ins Zentrum der Mojave-Wüste in Nevada. Gemeinsam mit einer kleinen Fangruppe werde er wieder als Organisator mitreisen und sich um den Fahrer kümmern. Mit dabei werde ganz bestimmt auch sein Markenzeichen sein: Die Schweizerfahne. Bis im Frühling stehen jedoch noch diverse Trainingseinheiten mit Baumaschinen an, mit welchen Bruno Grossen weniger vertraut ist. «Es ist ein einmaliges Erlebnis, dass sich Bruno Grossen für die Weltmeisterschaft in Las Vegas qualifiziert hat», sagt Tschumi. «Wir hoffen natürlich, eine gute Platzierung zu erzielen», ergänzt er. Vielleicht gesellt sich nächsten Frühling ein weiterer zum Pokal auf der Maschine im Museum. 

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