Rüttenen

Bürgergemeinde Solothurn weist Fahrende von ihrem Standplatz

Über die Jahre haben sich die Fahrenden im Steinbruch Bargetzi fix eingerichtet. Das ist sowohl der Gemeinde wie der Landbesitzerin ein Dorn im Auge.

Über die Jahre haben sich die Fahrenden im Steinbruch Bargetzi fix eingerichtet. Das ist sowohl der Gemeinde wie der Landbesitzerin ein Dorn im Auge.

Jetzt ist der Geduldsfaden bei der Bürgergemeinde gerissen. Nach der Ankündigung der Familie Huber, nicht auf den geplanten Standplatz im Schachen Deitingen zügeln zu wollen, werden sie an ihrem Wohnort beim Steinbruch Bargetzi weggewiesen.

Das macht Sergio Wyniger, Präsident der Landbesitzerin Bürgergemeinde Solothurn, unmissverständlich klar. «Wir waren überrascht, als wir über die Medien erfahren haben, dass die Familie Huber in Rüttenen bleiben will. Die Fahrenden haben uns nicht kontaktiert.»

Schon seit Ende 2014 dürften Hubers nicht mehr in Rüttenen sein. So lange galt die Fristerstreckung, die von der Bürgergemeinde Solothurn gewährt worden war. Zuvor hatte das Verwaltungsgericht beschlossen, dass die jenische Familie nicht mehr an ihrem Domizil bleiben kann, wo sie seit 27 Jahren wohnt.

Weil aber die Suche nach einem anderen Standplatz harzt, bat der Kanton die Bürgergemeinde, mit der Räumung des Platzes zuzuwarten. «Damit die Fahrenden nicht zwischen Stühle und Bänke fallen, kamen wir ihnen entgegen», sagt Wyniger.

Kürzlich haben die Fahrenden das Angebot des Kantons ausgeschlagen, in den Schachen bei Deitingen zu zügeln. «Es kommt für uns nicht infrage, dorthin zu ziehen», sagt Charles Huber. Gründe seien die nahe Autobahn, die Hochspannungsleitung, das Gefängnis und das geplante Asylzentrum. Lieber würden sie im Steinbruch bleiben oder einen anderen Standort im Schachen beziehen, näher an der Aare, weiter weg von der lärmigen Autobahn.

«Werden nicht mehr zuwarten» 

Charles Huber ist derzeit in den Ferien und will sich nicht zur geplanten Wegweisung äussern. Er verweist auf Daniel Huber, den Präsidenten der Radgenossenschaft, der Dachorganisation der Jenischen. Für Daniel Huber ist der geplante Platz im Schachen menschenunwürdig. «Ich glaube daran, dass wir auf Gemeindegebiet Flumenthal, nördlich der Abwasserreinigungsanlage, eine Lösung finden.»

Fahrende müssen selber suchen 

Im Schachen ist alles bereit für den Bau des Standplatzes. «Wir haben alle Bewilligungen und könnten jederzeit bauen, falls Interessenten da sind», sagt Glünkin. Einsprachen gegen die Baubewilligung gab es weder in Flumenthal noch in Deitingen.

Er verweist auf andere Anfragen von Fahrenden, die an einem Standplatz interessiert sind. Gegen 100 000 Franken würde die einfache Anlage für vier bis fünf Wohnwagen mit Mergelplatz, Strom- und Wasseranschlüssen kosten. Dank Mieteinnahmen soll der Platz für den Kanton kostendeckend betrieben werden.

Zweiter Platz im Raum Olten

Einen Schritt würde der Kanton den Fahrenden allerdings entgegenkommen. So sollen Lärmschutzwände hochgezogen werden, um den Autobahnlärm zu dämmen. Der Kanton ist nach wie vor davon überzeugt, im Schachen einen Vorzeigeplatz zu bauen. Gleichzeitig treiben die Behörden den Bau eines Standplatzes im Raum Olten voran. «Wir strecken die Fühler aus für Land, das der Kanton dafür erwerben kann», sagt Rolf Glünkin.

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