Buchegg/Lüterswil-Gächliwil

Bucheggberg.net — Kommt der Ausbau oder gar der Ausstieg?

Das schnellste Glasfasernetz, weil die Glasfaser bis zu den einzelnen Häusern gezogen wird. Hanspeter Bärtschi

Das schnellste Glasfasernetz, weil die Glasfaser bis zu den einzelnen Häusern gezogen wird. Hanspeter Bärtschi

Bucheggberg.net gehört als Internetanbieterin den Gemeinden Buchegg und Lüterswil-Gächliwil. Doch das Startup kämpft gegen finanzielle Engpässe. In der Gemeindepolitik gibt es Stimmen, die einen Ausstieg fordern.

Seit bald zwei Jahren versorgt Bucheggberg.net Aetigkofen und Gächliwil mit schnellem Internet. Speziell ist der öffentlich-rechtliche Status der Firma – sie gehört den beiden Gemeinden Buchegg und Lüterswil-Gächliwil. Gegründet wurde Bucheggberg.net noch vor der Fusion in Aetigkofen, um die schlecht versorgte Gemeinde nach gescheiterten Verhandlungen mit der Swisscom mit Glasfaserkabeln auszustatten.

Nach der Fusion erbte die neue Gemeinde Buchegg das Start-up – mit allen Rechten und Pflichten, darunter ein rückzahlbares Darlehen von 150'000 Franken. Insbesondere die Nachschusspflicht, falls die Firma aufgelöst werden müsste, liegt den Besitzerinnen auf dem Magen.

Verwaltungsratspräsident Christoph Isch, der zudem im Gemeinderat von Buchegg sitzt, verweist auf die Entwicklungsphase, in der sich Bucheggberg.net befindet. «Wir sind ein Start-up und wollen uns im Markt positionieren.» Nach einem Verlust im ersten Betriebsjahr von rund 50'000 Franken sei man im zweiten Jahr besser unterwegs. «Wir werden aber auch dieses Jahr einen Verlust machen.» Dieser entfalle vor allem auf die Abschreibung der Anlagen. Zudem mussten zu Beginn Hardware-Probleme gelöst werden. Bis spätestens im fünften Jahr wolle man Geld
verdienen.

Im Verwaltungsrat sitzen neben Isch Guido Frenzer (Buchegg) sowie Beat Wehrle und Peter Stöckli aus Lüterswil-Gächliwil. Nach dem Ausstieg von Heinz Ochsner besteht eine Vakanz.

Das Geld wäre weg

Bezüglich des Leistungsangebots mache man derzeit dank neuen Verträgen mit der Signallieferantin GIB-Solutions aus Uitikon-Waldegg ZH einen Quantensprung. Das kleinste Angebot betrage 200 Megabit pro Sekunde für den Preis von 79 Franken. Damit bewege man sich punkto Preis-Leistungs-Verhältnis ausser Konkurrenz.

Um weitere Kunden zu gewinnen, würde die Firma gerne weitere Dörfer mit schnellem Internet versorgen. Dies müssten allerdings die Gemeinden Buchegg und Lüterswil-Gächliwil finanzieren. Die Mittel dafür sind nicht vorhanden. Deshalb halte man die Augen offen nach einem Finanzierungspartner. Spruchreif ist gemäss Christoph Isch aber noch nichts. 

Derweil berät man in den beiden Besitzergemeinden über die Zukunft der öffentlich-rechtlichen Anstalt. Ein Ausbau ist derzeit kein Thema, dazu seien die Mittel nicht vorhanden, sagt Bucheggs Gemeindepräsidentin Verena Meyer. Man habe von der Gemeindeversammlung den Auftrag erhalten, Lösungsvorschläge zu bearbeiten.

Auch ein schnellstmöglicher Ausstieg sei gefordert worden. Bei einem Ausstieg, gibt Meyer zu bedenken, würde man allerdings kein Geld zurückerhalten. Im Mai werde man mit Lüterswil-Gächliwil zusammensitzen und über eine mögliche Strategie diskutieren.

Nutzerzahlen steigen

Auch in der Nachbargemeinde, die zu einem Drittel an Bucheggberg.net beteiligt ist, wurde noch kein Entscheid gefällt. «Wir wissen nicht, wie wir mit Bucheggberg.net weiter verfahren», sagt Kurt Burkhalter, Gemeindepräsident von Lüterswil-Gächliwil. Man müsse alle Varianten besprechen, «sei es nun ein Ausstieg oder ein Ausbau», sagt Burkhalter. «Wir sind offen für verschiedene Vorschläge.» Mit dem Leistungsangebot in Lüterswil sei man zufrieden. In Gächliwil sei die Internetverbindung vor dem Anschluss an Bucheggberg.net aber sehr schlecht gewesen.

Bezüglich Nutzerzahlen hat Bucheggberg.net einen Sprung gemacht. Gestartet war man im Juni 2014 mit 12 Abonnenten. Mittlerweile haben sich laut Isch 33 Abonnenten angeschlossen. Bei nicht ganz 120 Haushaltungen in den beiden Dörfern sei dies ein Marktanteil von 25 Prozent. «Wir sind dem Businessplan voraus.» Das Ziel sei ein Marktanteil zwischen 50 und
75 Prozent. «Doch dafür müssen wir noch Aufbauarbeit leisten.»

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