Biberist
Die verrostete Fuss- und Velowegbrücke in Biberist wird ersetzt - wenn das Volk noch zustimmt

Die bestehende Brücke ist marode. Der Gemeinderat entschied sich nun für eine neue, breitere Brücke, damit Fussgänger und Velofahrerinnen auch künftig rasch zum BLS-Bahnhof oder zur Biberena gelangen.

Marlene Sedlacek
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Das war die Fussgänger- und Velobrücke über die Emme entlang der BLS-Brücke.

Das war die Fussgänger- und Velobrücke über die Emme entlang der BLS-Brücke.

Rahel Meier

Fussgängerinnen und Velofahrer müssen sich noch eine Weile gedulden, bis sie die Emme in Biberist wieder auf einem eigenen Weg überqueren können. Bei den Sanierungsarbeiten an der Eisenbahnbrücke stellte die Eisenbahngesellschaft BLS fest, dass die seitlich angehängte Konstruktion, die als Fuss und Radweg diente, in viel schlechterem Zustand war, als angenommen. Es reiche nicht, die Bretter zu ersetzen und das Geländer zu erhöhen, führte Daniel Trachsel von der BLS aus. Die Unterkonstruktion war dermassen korrodiert, dass sie demontiert und entsorgt werden musste.

Nun standen im Gemeinderat drei Varianten zur Diskussion, um das Problem zu lösen. Der Steg könnte mit einer Breite von 1,65 Metern wie bisher wiederhergestellt werden, jedoch mit erhöhtem Geländer. Eine solche Variante würde 146'000 Franken kosten.

Die zweite Version wäre, die Fahrbahn auf 2,5 Meter zu verbreitern, was ein Kreuzen der Verkehrsteilnehmer erleichtern würde. Die Gemeinde müsste dabei 80 Prozent der Kosten übernehmen, sprich 660'000 Franken. Die Variante, auf einen Fuss- und Radweg zu verzichten, erhielt keinen Zuspruch. Vor allem angesichts der Erschliessung des Biberena- und des Papieri-Areals sei dies eine wichtige Verbindung meinte David Gerke (Grüne). Es lohne sich, dafür etwas zu investieren.

Vision ist zu teuer

Uriel Kramer, Präsident der Bau- und Werkkommission, stellte eine vierte Variante in den Raum, nämlich zwischen Autobrücke und Eisenbahnbrücke eine eigens für den Langsamverkehr bestimmte Querung zu realisieren. Dies sei jedoch lediglich eine Vision, betonte er. Nach grober Schätzung würde diese 1,5 Mio. Franken kosten. Mit sechs zu vier Stimmen sprach sich der Gemeinderat für die Variante zwei aus.

Die BLS-Brücke.

Die BLS-Brücke.

Rahel Meier

Je nachdem, wie schnell das Planungsgenehmigungsverfahren verläuft, kann die Brücke im Sommer 2023 oder 2024 eröffnet werden. Die Gemeindeversammlung wird im Juni über dieses Projekt abstimmen müssen. Um mit der Realisierung nicht noch mehr Zeit zu verlieren, sprach der Gemeinderat einen Nachtragskredit von 40'000 Franken für ein Vorprojekt auf das Risiko hin, dass sich der Souverän gegen das Projekt ausspricht.

Strategische und operative Ebene trennen

Für die Erweiterung und den Umbau von Werkhofschulhaus und Feuerwehrmagazin war geplant, eine Begleitgruppe aus sieben Mitgliedern zusammenzustellen. Fünf mit Stimmrecht und zwei ohne. Manuela Misteli-Sieber (FDP) sah es als problematisch an, wenn strategische und operative Ebene vertreten sind und machte beliebt, auf die Vertreter von Gemeinderat und Bau- und Werkkommission zu verzichten.

Zwingend nötig sei jedoch der Beizug der Bauherrenvertretung und des Architekturbüros, betonte Nicolas Adam, Leiter Bau und Planung. Es wäre sinnvoll, die Überwachung der Bauarbeiten extern zu vergeben, meinte er. Denn dies sei eine Aufgabe, die das Pensum von Jürg Zeller, Bereichsleiter Hochbau, sprengen würde.

Zudem könnte eine externe Stelle mehr Druck aufsetzen. Der Gemeinderat beschloss, die Begleitgruppe aus je einem Vertreter der Abteilung Bau und Planung, der Schulleitung und der Feuerwehr mit Stimmrecht zu besetzen. Die Vertreter des Architekturbüros und die Bauherrenvertretung, für die eine externe Stelle beauftragt wird, sollen kein Stimmrecht haben. Als Architekturbüro wurde die Firma Baderpartner aus Solothurn einstimmig gewählt.

Parolenfassung für die Volksinitiative «Jetzt si mir draa»

An einer ausserordentlichen Generalversammlung des Vereins Solothurner Einwohnergemeinden (VSEG) sollen die Delegierten über die Volksinitiative «Jetzt si mir draa» und den Gegenvorschlag des Regierungsrates abstimmen. Der VSEG-Vorstand spricht sich gegen die Initiative und grossmehrheitlich auch gegen den Gegenvorschlag aus, weil die finanziellen Einbussen für Gemeinden und Kanton zu hoch seien.

Die Parolen des Gemeinderats Biberist lauten ebenfalls «Nein» für die Initiative. Hingegen spricht er sich mit fünf zu vier Stimmen für den Gegenvorschlag aus.

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