Derendingen

Bauarbeiten Kreuzplatz: Wo drückt der Schuh und wie geht es weiter?

Schilder- und Baustellenlabyrinth am Kreuzplatz Derendingen: Die Situation für das Gewerbe ist mehr als schwierig.

Schilder- und Baustellenlabyrinth am Kreuzplatz Derendingen: Die Situation für das Gewerbe ist mehr als schwierig.

Eine Infoveranstaltung der Einwohnergemeinde Derendingen orientierte über die nächsten Bauetappen entlang der Hauptstrasse.

Covid-19 und eine Baustelle, welche mitten durchs Zentrum im Dorf führt – das Gewerbe entlang von Derendingens Hauptstrasse hat seit geraumer Zeit mit beträchtlichen Umsatzeinbussen zu kämpfen. Die nächsten baulichen Schritte drohen die Situation aus Sicht der Unternehmen gar noch weiter zu verschärfen. Und zwar so weit, dass einige von ihnen mittlerweile um ihre Existenz bangen. Aus diesem Grund organisierte die Einwohnergemeinde eine Informationsveranstaltung. Einerseits, um einen Ausblick auf die kommenden Etappen zu geben und andererseits, um herauszufinden, wo in Bezug auf die Baustelle beim Gewerbe der Schuh drückt.

Vor rund acht Jahren begann die Planung zur Umgestaltung des Kreuzplatzes und der Sanierung der Hauptstrasse. Dabei, so Gemeindevizegemeindepräsident Roger Spichiger, habe man auch immer versucht, die Lage aus der Perspektive des Gewerbes zu sehen. «Planung ist das eine, die Ausführung aber eine ganz andere Geschichte», sagt Spichiger. Denn dazumal habe niemand etwas von Covid-19 ahnen können. Das Positive sei, dass nach vier Monaten bereits mehr als die Hälfte der ersten Etappe, welche die Arbeiten rund um den Kreuzplatz betreffen, geschafft sei.

Die schlechte Nachricht hingegen lautet, dass für das Gewerbe im Unterdorf die schwierigste Phase erst noch bevorsteht. Denn im Zuge der Renovationsarbeiten an der Hauptstrasse kommt es nun von Ende August bis Ende Oktober zur Schliessung der Bahnhofstrasse. Aus diesem Grund ist während dieses Zeitraumes für den Verkehr eine grossräumige Umfahrung über die Nachbardörfer angedacht.

Angedachter Umweg sei nicht zumutbar

Für die Unternehmen im Unterdorf stellt die Bahnhofstrasse jedoch deren Lebensader dar. Aus Sicht von Lukas Frehner, Geschäftsführer von Mode Feeling, daher ein untragbarer Zustand. «Meine Kundinnen kommen von weit her. Bereits jetzt ist der Umweg über das Dorf, welche die Besucherinnen wegen dem Kreiselbau nehmen müssen, ein Hinderungsgrund für eine Anfahrt», erklärt Frehner, «eine Umleitung über die Nachbardörfer schreckt viele ganz ab». Für die Unternehmen sei es daher essenziell, dass der Anschluss an den Ortsverkehr und deren Beschilderung in Derendingen gewährleistet wird.

Aber auch weiter südlich im Dorf verursachen die Pläne Kopfzerbrechen. Ernst Staub, der die Papeterie Papierhof führt, hat bereits damit zu kämpfen, dass die Hauptstrasse nur noch als Einbahnstrasse befahren werden kann. Die geplante Sperrung der Goldgasse sei nicht auch noch zu verschmerzen. Die Problematik hierbei ist aus Sicht der kantonalen Behörden jedoch, dass jede zusätzliche Einfahrt die Baustelle behindert und somit zu zeitlichen Verzögerungen führt. Dadurch besteht die Gefahr, dass der Deckbelag heuer nicht mehr rechtzeitig eingefüllt werden kann. «Man muss sich dann einfach bewusst sein, dass es im nächsten Jahr nochmals für zwei bis drei Wochen zu groben Beeinträchtigungen kommen wird», erklärt Dieter Fux vom Amt für Tiefbau und Projektleiter Ausführung.

Mögliche Auswege sollen erarbeitet werden

Nichtsdestotrotz zeigten sich die Behördenvertreter bestrebt, für die Gewerbler mögliche Auswege zu erarbeiten, welche die Einschnitte zumindest teilweise lindern. So sei man etwa bezüglich Zufahrt zu den Geschäften im Unterdorf mit der Polizei im Gespräch, um denkbare Lösungen zu finden.
Dass an diesem Abend auf Anhieb keine konkreten Lösungen für diese komplexe und schwierige Situation gefunden werden können, war allen Beteiligten klar. Der Dialog vermochte jedoch erste Ansätze zu liefern.

Beispielsweise, dass die Gemeinde sich mehr für die Sensibilisierung der Bevölkerung einsetzen und auf die Unterstützung der heimischen Geschäfte aufmerksam machen soll. Oder, dass die Gewerbler mit der Bauherrschaft den direkten Austausch suchen sollen. Denn es zeigte sich zudem, dass in Sachen Kommunikation zwischen den verschiedenen Akteuren durchaus Optimierungsbedarf besteht. In mehreren Belangen war den Betroffenen nicht immer klar, an wen sie sich richten können. Für die weiteren Bauetappen ist daher angedacht, das Konzept der Informationsveranstaltung für den Dialog beizubehalten.

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