Lohn-Ammannsegg

Aus der Notkirche wurde eine moderne Kirche in Eisenbeton

Weil immer mehr Katholiken in den Bucheggberg zogen, wurde 1969 eine neue Kirche in Lohn-Ammannsegg gebaut.

Kirchlich gehörten die Katholiken von Lohn und Ammannsegg seit jeher zur Pfarrei Biberist. Der Pfarrer von Biberist war somit auch für die beiden Gemeinden Lohn und Ammannsegg zuständig. Als jedoch die Wohnbevölkerung ab 1950 stark zunahm und sich im reformierten Bezirk Bucheggberg zusehends mehr Katholiken niederliessen, wurde 1954 für Lohn und Ammannsegg und den Bucheggberg eine eigene Seelsorgestation geschaffen, um den damaligen Pfarrer Albert Weingartner von Biberist zu entlasten.

1955 wurde in Lohn eine Notkirche gebaut. Später, 1959, wurde aus der Seelsorgestation ein Pfarr-Rektorat, dem Pfarrer Anton Stirnimann vorstand. Noch im selben Jahr wurde ein Kirchenbauverein gegründet, denn Lohn und Ammannsegg wünschten sich wegen Platzmangel in der Notkirche bald eine neue Kirche.

Es folgte eine Landumlegung, um den notwendigen Platz für eine neue Kirche im Zentrum Schule-Friedhof-Kirchen in Lohn zu gewinnen. Darauf folgten viele Bettelpredigten des rührigen Pfarrers Anton Stirnimann, der sich sehr aktiv und aufopfernd für den Bau der neuen Kirche in Lohn und die Verlegung der als Kapelle benützten Notkirche in den Bucheggberg einsetzte. Ohne ihn hätte sich der Bau um einige Jahre verzögert.

Notkirche kam in den Bucheggberg

Im Herbst 1969, vor 50 Jahren, wurde mit dem Bau der Kirche in Lohn begonnen und im gleichen Jahr gab es in Biberist einen grossen Basar für die neue Kirche. Die Notkirche wurde von Lohn nach Gächliwil verlegt und somit bekam der Bucheggberg 450 Jahre nach der Reformation und der Anerkennung des einzigen reformierten Bezirks im Kanton Solothurn wieder eine katholischen Kapelle.

Vor genau 50 Jahren wurden auch die vier Glocken für die neue Kirche in Lohn in der Glockengiesserei Rüetschi in Aarau gegossen. Alle vier Glocken wurden gespendet. Die grösste Glocke, die «Gut-Hirt-Glocke», wurde von der Firma Strausak & Co., die «Friedensglocke» von den Einwohnergemeinden Lohn und Ammannsegg, die «Mutter-Gottes-Glocke» von der Familie Bärtschi und die Kleinste, die «Schutzengelglocke», von der Firma Hofer & Co. finanziert. Die Bronzelegierung bestand aus 4/5 Kupfer und 1/5 Zinn. Das Metall wurde auf 1100 Grad Celsius erhitzt. Beim Glockengiessen waren Pfarrer Anton Stirnimann, die Glockenspender, Behördenvertreter und die Mitglieder des Kirchenbauvereins vor Ort.

Die Weihe der Glocken fand 1971 statt. Nach zweijähriger Bauzeit konnte am 26. September 1971 die neue katholische Gut-Hirt-Kirche in Lohn durch Bischof Dr. Anton Hänggi feierlich eingeweiht werden und aus dem Pfarr-Rektorat wurde neu eine Pfarrei. Der Architekt der Kirche war Alfred Gschwind aus Therwil. Die Form und Gestaltung der Kirche in Eisenbeton war für diese Zeit neu. Diese beeindruckte durch klare bauliche Linien und das Innere der Kirche durch ihre Gestaltung und die gelungene Festlegung des Altars als Zentrum der Kirche. Die Baukosten betrugen für Kirche, Pfarrsaal und Pfarrhaus rund 1,5 Millionen. Zum Vergleich: Heute ist schon beim Bau eines Einfamilienhauses mit Baukosten von rund 1 Million zu rechnen.

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