Coronavirus

Anlagen absolut tabu für Vereine: Nur langsam kann der Breitensport wieder loslegen

Mit provisorischen Tafeln – wie hier in Oekingen – wird bekanntgegeben, dass die Anlagen zurzeit geschlossen sind.

Mit provisorischen Tafeln – wie hier in Oekingen – wird bekanntgegeben, dass die Anlagen zurzeit geschlossen sind.

Der Breitensport auf Vereinsbasis befindet sich überwiegend noch im Coronastillstand. Aber in der Aussenplatznutzung wird differenziert. Das zeigt eine Umfrage in den Bezirken Lebern, Bucheggberg und Wasseramt.

«Bis wir neue Weisungen hören, sind unsere Sportanlagen, die sich im Schulgelände befinden, für Aussenstehende absolut tabu», betont Bellachs Gemeindeverwalter Dieter Schneider. Er wisse, dass Sportbegeisterte sehnlichst auf den Wiederbeginn der Vereinstätigkeit warten, aber jetzt gelte es einfach, noch etwas Geduld aufzubringen. Denn auch bei weiteren Lockerungen werde die «Fünf-Personen-Regel» bei Gruppenzusammenkünften vermutlich in Kraft bleiben.

Das bestätigt auch Tobias Gunzinger, Mitglied im dreiköpfigen Präsidium des Fussballclubs Bellach. Das FC-Gelände liegt zwar ausserhalb der örtlichen Schulanlagen. Aber gemäss Richtlinien des Schweizerischen und Solothurnischen Fussballverbandes findet kein Spielbetrieb statt. Denn Trainieren in der Kleingruppe sei nicht realistisch, und der Aufwand für die Kontrolle des Sicherheitskonzeptes sei auch zu hoch, unterstreicht Gunzinger. Zudem sei Fussball ja eine Kontaktsportart, in der man sich gelegentlich recht nah komme. «Aber wir warten auf neue Mitteilungen», betont er im Sinne der 200 Clubmitglieder, die zu eigenem Sporttreiben ermutigt worden sind.

Die Vereine sind sehr konsensbereit

Roger Siegenthaler, Gemeindepräsident in Lüterkofen-Ichertswil und Präsident des Einwohnergemeindeverbandes VSEG, verweist auf die Empfehlungen seines Verbandes an alle Gemeinden, die Turnhallen noch nicht zu öffnen. «Tatsächlich habe ich bisher keinerlei Druck von Vereinsverantwortlichen aus dem Dorf oder sonst woher erfahren.» Offenbar gelinge es in den Vereinen, attraktive Ersatzangebote mit Joggen oder Velofahren zu machen, wobei die eingeschränkte Gruppengrösse beachtet werde. «Denn das steht einem gemeinsamen Turnabend im Wege. Als Vereinsgemeinschaft möchtest du im Sinne von Teamgeist doch alle sehen.»

Messen, ebenso wie Lüterkofen, Standort des Schulverbandes Bucheggberg, hält seine Mehrzweckhalle gemäss Gemeinderatsbeschluss bis zu den Sommerferien geschlossen. Wie Gemeindepräsident Bernhard Jöhr erläutert, wird die Halle als erweitertes Lehrerzimmer genutzt, weil sich im Kollegium auch Personen mit erhöhtem gesundheitlichem Risiko befänden. Abends allerdings stehen unter Wahrung der Abstandsgebote und der «Fünf-Personen-Regel» Hart- und Rasenplatz zur Verfügung.

Etwas grosszügiger geht auch die Gemeinde Biberist vor. «Unter Einhaltung strenger Massnahmen sind bei uns die Aussenplätze abends geöffnet», berichtet Gemeindepräsident Stefan Hug-Portmann. Dies geschehe unter Einhaltung des Schutzkonzeptes der nationalen und kantonalen Verbände und natürlich der Gruppengrösse-Regel. Garderoben und Duschen sind geschlossen, und alle Benutzer wie die Untergruppen des Turnvereins Biberist Aktiv verpflichten sich, Geräte, Türfallen und Geländer zu desinfizieren. «Wir appellieren immer wieder an die Eigenverantwortung», so der Gemeindepräsident.

Ebenso handhabt es Aeschi laut Gemeindeverwalter Walter Sommer. Tagsüber gehört der gesamte Schulhaus-Komplex der Schule, aber abends treffen sich Kleingruppen etwa des DTV Aeschi auf dem Turnplatz. Die Turnerinnen kämen direkt im passenden Sportoutfit, ohne sich umzukleiden. Andere Vereine – so beispielsweise die Hornusser – pausieren, bis der Bundesrat neue Lockerungen bekanntgibt.
Regelung ist in den drei Gemeinden gleich.

Das Schulgelände in Oekingen, das zum Schulverband

Halten-Oekingen-Kriegstetten (Hoek) zählt, umfasst Turnhalle und Aussenplätze. «Wir halten uns in unseren drei Gemeinden an die Richtlinien des Volksschulamtes für den Präsenzunterricht», bekräftig Oekingens Gemeindepräsident Etienne Gasche. Darin sei festgehalten, dass erwachsene Personen, die nicht direkt in den Schulbetrieb involviert sind, ebenso wie Eltern, die ihre Kinder zur Schule bringen, das Schulareal meiden sollen.

So sollen auch Gruppierungen von Erwachsenen vermieden werden. «Deshalb finden bei uns keine Veranstaltungen von externen Benutzern oder Mietern statt. Bis zum 7. Juni stehen die Turnhallen nicht zur Verfügung.» Erst danach könne die Halle unter Wahrung gewisser Massnahmen wieder benutzt werden. «Wir befinden neu, je nachdem, was der Bundesrat kommuniziert.»

Die Frauen haben das Training aufgenommen

Wie aber überstehen die engagierten Oekinger Hockeyaner mit ihren 50 Aktiven und 50 Juniorinnen zwischen 6 und 18 Jahren den Trainingsstillstand? Gemäss Vereinspräsident Simon Linder geht das Training des «Vorzeigeteams» der Damen seit dem «Lockdown» zweimal wöchentlich als geführte Online-Veranstaltung individuell weiter. In dieser Woche soll aber das Aussentraining in Kleingruppen auf dem Hartplatz beginnen.

Für die Spielerinnen sei die Unterbrechung deshalb enttäuschend, weil sich ihre in der 1. Liga positionierte Mannschaft mitten in den Playoffs befand. Schade sei zudem, sagt der Präsident, dass verglichen mit anderen Kantonen hier in Solothurn die Hallen noch zu sind. Die beiden Herrenmannschaften, die in der 1. und 3. Liga Kleinfeld spielen, haben sich entschlossen, auf
die Turnhallenöffnung zu warten.

Hauswart muss ein waches Auge haben

Wie alle andernorts auch ist in Riedholz die Halle gesperrt. «Doch seit dem 18. Mai haben wir wenigstens den roten Platz wieder für die Öffentlichkeit freigeben können», freut sich Sandra Morstein, Gemeindepräsidentin ad interim. «Selbstverständlich dürfen Aktivitäten dort nur unter den geltenden Einschränkungen stattfinden. Und unser Hauswart hält einen wachen Blick darauf.»

Man wolle sich weiterhin strikt nach allen Weisungen richten und nicht plötzlich leichtsinnig sein, um das Erreichte nicht zu gefährden. Schwierig sei es gegenwärtig für die Mannschaftssportarten. Denn auch der ausserhalb liegende Fussballplatz sei zurzeit noch gesperrt. Aber sie hoffe, dass der Spielbetrieb schon bald unter Schutzkonzepten wieder aufgebaut werden könne.

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