Am 1. Juni, das sei in Stein gemeisselt, wird das neue Freibad im Sportzentrum eingeweiht. Peter Baumann, Zuchwils Leiter Bau und Planung, wiederholt wie ein Mantra das Datum immer wieder. Die Terminierung ist wirklich sportlich. Denn immerhin werden nicht weniger als 9,4 Millionen Franken in ein total neues Freibad investiert. Einen Teil davon werden der Kanton, die Stadt Solothurn und weitere Gemeinden übernehmen. Für Zuchwil bleibt ein Betrag von zirka 8 Mio. Franken. Begonnen wurde mit den Arbeiten mit dem Spatenstich am Saisonschlusstag am 9. September. Das ergibt eine Bauzeit von nicht ganz 8,5 Monaten. Im Januar gab es längere Unterbrüche. «Aktuell haben wir Tagespläne bis zum Eröffnungstermin erstellt, damit wir zwischendurch keinen Tag verlieren», erklärt Baumann an einem Augenschein auf der Grossbaustelle. Zeitlich sei man jetzt am Aufholen.

Erkennbar ist das neu separate Becken mit den Sprungtürmen für 1- und 3-Meter-Bretter. Die Fundamente für die Sprunganlage wurden bereits gemauert. Das Becken ist ausgekleidet mit Chrom-Nickel-Stahlplatten (CNS). «Die rosten nicht und sind in Bezug auf Hygiene und Lebensdauer das Beste.» Sie kosten auch mehr, aber seien umso nachhaltiger, ist Baumann überzeugt. Daneben entsteht mit dem neuen 50-Meter-Schwimmbecken das Prunkstück des Freibads. Das Becken wird künftig nach Saisonende mit einer Traglufthalle für den einzigartigen Winterbetrieb überdeckt. Hier sind die Wände bereits mit den verschweissten Chrom-Nickel-Stahlplatten ausgekleidet. Der Boden wird später mit diesen Platten bedeckt.

Separate Dreierrutsche

Am nördlichen Kopf des Bassins, also zur Aare hin, entstehen die neuen Garderobe samt Technikraum. «Die Wintertauglichkeit und die unmittelbare Nähe der Garderoben ist für die Sportler, die in der zweiten Saison, eben im Winter, im Bassin ihre 50 Meter-Längen absolvieren kommen, natürlich genial», schwärmt Peter Baumann. Östlich vom 50-Meter Becken erhält auch das nicht tiefe, aber grosse Nichtschwimmerbecken eine neue Wanne aus CNS-Platten.

Zwischen den beiden grossen Becken wird die neue Wasserrutsche in den Himmel ragen. Gleich drei Badende können diese nebeneinander nutzen. Die Rutsche läuft in einem ebenfalls separaten Wasserbecken aus, tangiert also den Betrieb im Nichtschwimmerbecken und im Sportbassin nicht.

Das Planschbecken für die Kleinsten liegt unberührt am östlichen Ende des Freibads. Aber auch dieses werde durch eine völlig neue Anlage ersetzt, erklärt Baumann, einer Spiellandschaft mit Wasserdüsen und Wasserstaumöglichkeiten aber ohne Becken.

Ein Auge für die Details

«Finanziell haben wir noch eine Reserve.» Die meisten Aufträge seien vergeben. «Überraschungen erwarten wir jetzt keine mehr.» Eine Überraschung erlebten die Arbeiter, als sie die Hauptwasserleitung zwischen dem alten Bad und dem Säureraum im Keller im Sportzentrum freilegten. Diese war stark gerostet.

«Es ist eine komplizierte Baustelle, die eine grosse Vorbereitungsarbeit mit sich brachte», sagt Peter Baumann. Seine Arbeit bestehe in der Kontrolle der Termine und der Finanzen und in der Beachtung von Details, etwa ästhetischer Art. «Die Rutsche erhält jetzt nicht einen rot-organgenen Anstrich. Wir bemalen sie in einem dezenteren Blauschwarz.» Wer sich von den Bau-Fortschritten überzeugen will, kann die Besucherplattform beim Sportzentrum nutzen, von wo aus man eine gute Sicht auf die Baustelle hat.