Langendorf

An Tag 1 nach dem Lockdown wurde das neue Schulhaus bezogen

Die Schulraumerweiterung in Langendorf ist voll auf Kurs. Als Nächstes folgt der Bau der neuen Doppelsporthalle.

Einen Monat früher als geplant konnte die Schule in Langendorf das neue Schulhaus E in Betrieb nehmen. Passenderweise wurde es am ersten Schultag nach dem Corona-Lockdown bezogen. Damit ist die erste Etappe der Schulraumerweiterung grösstenteils abgeschlossen. «Die Rückmeldungen von der Lehrerschaft und den Schülerinnen und Schülern sind ausschliesslich positiv», bilanziert Schulleiterin Caroline Kiener. Die das Schulhaus persönlich als «wunderschön» bezeichnet.

Moderne, helle und funktionale Räume

Modern kommt das Gebäude innen daher, in dem Malateliers, textile Werkräume und der Holz-Werkraum untergebracht sind. «Gestaltungslabors» nennt man sie in der Schule Langendorf. Dazu kommt ein Spezialraum für die Heilpädagogik. Im Erdgeschoss hat zudem ein Kindergarten Platz gefunden und ein Treff für die Lehrerschaft. Die Wände sind in zurückhaltendem Sichtbeton ausgeführt. Die Decken mit Heraklit-Platten verkleidet, die akustisch wirksam sind. Am Boden liegt Industrieparkett, die Türen sind aus massivem Holz. «Wir haben das Schulhaus bewusst schlicht gestaltet. Es soll durch die Schülerinnen und Schüler mit Leben gefüllt werden», erklärt Lena Ullrich (agps architecture, Zürich). So werden beispielsweise noch Spezialschienen montiert, sodass in den Gängen Bilder aufgehängt werden können.

Lukas Kümin (gsj architekten, Solothurn) macht auf die vielen Fenster und den Durchblick von einem zum anderen Ende des Korridors aufmerksam. Beide loben die Mitglieder der Spezialkommission und die Lehrerschaft, die sich stark in die Planung eingebracht haben. Daraus resultieren viele Details, die auch überraschen. Beispielsweise Schranktüren, die mit Kreide beschriftbar und zudem magnetisch sind. Auch ein Teil der Wände in den Schulzimmern ist mit magnetischer Spezialfarbe gestrichen. Im Werkraum für textiles Gestalten finden sich fahrbare Kisten, in denen die Nähmaschinen untergebracht sind. An den Dielen der Werkräume hängen Kabelrollen. «Weil die Bodensteckdosen eh immer am falschen Ort sind», wie Lukas Kümin weiss. Aus modernen Schulzimmern nicht mehr wegzudenken sind weiter Projektoren und elektronische Wandtafeln. Die Beleuchtung in den Räumen löscht automatisch ab, wenn sich fünfzehn Minuten lang niemand darin bewegt. «So muss der Schulhauswart nicht mehr jeden Abend einen Rundgang antreten und alle Lichter löschen.» Vollautomatisch funktionieren auch die Brandschutztüren.

Der Kindergarten ist gross und hell. Die Kinder haben einen eigenen kleinen Garten mit einer grossen Platane, die im Sommer Schatten spendet, zur Verfügung. Um das Schulhaus herum wurden zudem Schnitzelpfade angelegt. Die Bepflanzung ist einheimisch und standortgerecht. Allerdings ist die Umgebung des neuen Schulhauses noch nicht ganz fertig. Aus bautechnischen Gründen wird die Baustellenzufahrt noch ein Jahr lang bis zum Neubau führen. Darum sind Schulhaus und Kindergarten vorderhand noch mit Zäunen abgetrennt.

Improvisieren im Sportunterricht

Caroline Kiener weist darauf hin, dass noch nicht alle Räume voll eingerichtet sind. «Wir wurden etwas überrascht vom Tempo. Zudem hatten wir einen gewissen Zusatzaufwand wegen der Coronakrise.» Dank des Neubaus sei die Schule in Langendorf jetzt raummässig sehr gut aufgestellt. Da der Kindergarten umziehen konnte, könne man nun auch andere Räume umnutzen. Einzig mit dem Sportunterricht müsse man im kommenden Schuljahr improvisieren, da nur eine Turnhalle zur Verfügung steht. «Wir konnten uns aber mit Oberdorf absprechen und so kann die Oberstufe einen Nachmittag lang die Halle dort nutzen. Zudem können wir in die Schwimmhalle.» Und so häufig wie möglich werde man draussen turnen.

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